Die Zahl der Asylgesuche von US-Bürgern in Deutschland könnte steigen, warnt die Flüchtlingsschutzorganisation Pro Asyl. Ein Klima der Angst unter der Administration von US-Präsident Donald Trump und der generelle autoritäre Backlash könnten mehr Amerikaner dazu veranlassen, Schutz in Europa zu suchen.
Warnung vor steigendem Asylinteresse
Karl Kopp, Geschäftsführer der Flüchtlingsschutzorganisation Pro Asyl, äußerte Bedenken über eine mögliche Zunahme an Asylgesuchen von US-Staatsbürgern in Deutschland. Gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sagte er: „Wenn selbst in den USA Demokratie und Freiheit nicht mehr garantiert sind, wird klar: Der autoritäre Backlash hat die westliche Welt erreicht.“ Er fügte hinzu, dass die Trump-Administration „ein Klima der Angst“ schaffe. Unter diesen politischen Voraussetzungen seien auch mehr Schutzgesuche in Deutschland und Europa möglich.
Interesse an Auswanderungsmöglichkeiten
Bereits jetzt sei ein verstärktes Interesse an Auswanderungsmöglichkeiten aus den USA erkennbar, so Kopp. Wohlhabende Oppositionelle nutzen verschiedene Optionen, um ein sogenanntes „goldenes Visum“ – unter anderem in Europa – zu erhalten. Hochkarätige Akademiker hingegen suchten Gastprofessuren in Kanada oder Europa. „Dieser Trend wird sich fortsetzen“, erklärte Kopp, und betonte, dass jedes Schutzgesuch „vorurteilsfrei im Einzelfall geprüft werden“ müsse, selbst wenn jemand aus einer formalen Demokratie fliehe.
Statistiken und mögliche Entwicklungen
Eine Sprecherin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erklärte dem RND, dass bisher nur wenige Anträge von US-Staatsangehörigen in Deutschland gestellt wurden. Im vergangenen Jahr waren es 30, und bis Ende Februar dieses Jahres wurden drei Anträge registriert. Allerdings stieg die Gesamtschutzquote von 3,8 auf 12,5 Prozent. Die Gesamtschutzquote umfasst alle positiven Entscheidungen: Anerkennung als Asylberechtigter, Anerkennung als Flüchtling nach der Genfer Flüchtlingskonvention, subsidiärer Schutz und die Feststellung eines Abschiebungsverbots. Die Sprecherin betonte, dass eine seriöse Prognose zur Entwicklung der Schutzquote nicht möglich sei, jedoch in jedem Fall „eine Einzelfallprüfung“ stattfinde.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .