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Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2020: Weniger Verletzte – Anzahl der Verkehrstoten bleibt hoch

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Am heutigen Mittwoch (14. April 2021) wurde die Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik 2020 der Polizeidirektion Osnabrück veröffentlicht. Die Anzahl der Verkehrstoten bleibt weiterhin hoch.

Fazit des Polizeipräsidenten Michael Maßmann zur heute (14. April 2021) veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik: „Die Anzahl der Verkehrsunfälle und Verletzten hat sich aufgrund der Corona-Pandemie verringert, ein positiver Trend. Dennoch nehmen Fahrzeugführer offensichtlich nicht den Fuß vom Gaspedal, denn Geschwindigkeit als Unfallursache ist auf dem Vormarsch. Bei den Baumunfällen auf Landstraßen verunglückten 21 Menschen tödlich – diese traurige Entwicklung müssen wir mit gezielter Verkehrssicherheitsarbeit bremsen.“

Kernpunkte der Verkehrsunfallstatistik 2020

Die Anzahl der Verkehrsunfälle lag bei 27.530 und ist damit um dreizehn Prozent gesunken. Die Zahl der Verkehrstoten ist mit 71 weiterhin auf hohem Niveau. Bei 73 Prozent der Unfälle mit tödlich verletzten außerhalb geschlossener Ortschaften war die Hauptunfallursache Geschwindigkeit. Zudem wurde ein Anstieg der Baumunfälle (386) verzeichnet – 21 Menschen starben. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Pedelecs stieg um 21 Prozent an.

Rückgang der Verkehrsunfälle

Im Jahr 2020 kam es im Bereich der Polizeidirektion Osnabrück zu 27.530 Verkehrsunfällen. Im Vergleich zum Jahr 2019 (31.612) stellt das einen Rückgang um 13 Prozent dar. Der Rückgang ist insbesondere während des ersten und zweiten Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie festzustellen.

Hingegen blieb die Anzahl der Menschen, die auf den Straßen der Direktion – vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln – ihr Leben verloren hoch: 2020 waren es 71 (-2,5 Prozent). Ein deutlich höherer Rückgang konnte bei den Leichtverletzten um 14,5 Prozent auf 5751 und bei den Schwerverletzten um 11 Prozent auf 1257 verzeichnet werden.

Bei den Getöteten innerhalb geschlossener Ortschaften gab es einen Rückgang um 14 Prozent auf 18 Personen (2019: 21). Außerhalb geschlossener Ortschaften stieg die Anzahl der Getöteten von 43 in 2019 auf 44 in 2020 und bleibt damit auf einem hohen Niveau.

Unfallursachen

Wie bereits 2018 und 2019 stellte der fehlende Sicherheitsabstand auch 2020 die häufigste Unfallursache (1880) dar. Bei der zweithäufigsten Ursache handelte es sich wie im Vorjahr um Vorfahrtsverstöße (1810), gefolgt von überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit (1189).

Bei Unfällen mit tödlich verletzten Personen stellt Geschwindigkeit die mit Abstand häufigste Unfallursache dar (33 Prozent). Maßmann: „Gegenseitige Rücksichtnahme ist gerade in der aktuellen Pandemie wichtiger denn je – das gilt auch im Straßenverkehr. Es kommt nicht auf eine oder zwei Minuten an, die Sie eher am Ziel sind, wenn Sie damit Ihre Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel setzen. Fahren Sie stets rücksichtsvoll und mit angepasster Geschwindigkeit.“

Nachdem es im vergangenen Jahr einen erneuten Rückgang im Bereich der sogenannten Baumunfälle gab, setzt sich dieser Trend im abgelaufenen Jahr nicht fort. Die Anzahl ist von 382 im Jahr 2019 auf 386 in 2020 gestiegen. Dabei wurden 135 schwer und 187 leicht verletzt. 21 Menschen verunglückten tödlich – im Jahr 2019 waren es 15, ein Anstieg um 40 Prozent. Maßmann: „Die traurige Entwicklung zeigt, dass wir unsere Verkehrssicherheitsarbeit intensivieren müssen. Das Geschwindigkeitsniveau muss verringert werden. Dazu startet in diesem Jahr eine neue landesweite Unfallpräventionskampagne, hinsichtlich der Gefahren von zu hoher Geschwindigkeit auf Landstraßen und der Folgen dieser Unfälle.“ Die Anzahl der schwer verletzten Menschen blieb auf einem hohen Niveau mit 135 (2019 waren es 139). Leicht verletzt wurden 187 Menschen (2019 waren es 180).

Im vergangenen Jahr kam es zu weniger Unfällen, bei denen der Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. Bei den insgesamt 671 Unfällen verstarb eine Person und 93 erlitten schwere Verletzungen. Sank die Anzahl der Personen, die unter Alkohol standen, so stieg die Anzahl derer, die unter Drogeneinfluss ihr Fahrzeug führten leicht an.

Risikogruppen

Innerhalb der Altersgruppe der 18 – 24-Jährigen sank die Zahl der tödlich Verletzten um 3 auf insgesamt 10. Von den 10 getöteten jungen Fahrenden waren 6 mit dem Pkw unterwegs. Maßmann: „Trotz des Rückgangs der Verkehrsunfälle, sind es immer noch 10 tödlich verletzte junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten. Die Risikogruppe der Fahranfänger ist und bleibt ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit.“

In der Altersgruppe der ab 65-Jährigen verstarben im Jahr 2020 insgesamt 22 Verkehrsteilnehmer bei Verkehrsunfällen – 2019 waren es 20. Von den 22 Verstorbenen verunglückten 4 als Fußgänger oder Pedelec-Fahrer.

Motorräder

2020 ereigneten sich in der Polizeidirektion Osnabrück 463 Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Motorrädern. Damit ist im Vergleich zum Vorjahr mit 477 Unfällen ein leichter Rückgang von 3 Prozent festzustellen. Bei den Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr wurden 348 Personen verletzt und damit 6,7 Prozent mehr als 2019. Tödliche Verletzungen erlitten 2020 insgesamt 9 Menschen, im Vergleich dazu waren es im Jahr zuvor 11. Insgesamt 126 Menschen erlitten schwere Verletzungen – 2019 waren es 125. Hinsichtlich der Altersklassen kann im vergangenen Jahr kein Schwerpunkt mehr ausgemacht werden, so waren weder junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren noch ältere ab 65 Jahren häufiger beteiligt. Maßmann: „Mit einer guten Vorbereitung von Fahrer und Fahrzeug steht einer sicheren Motorradsaison nichts im Wege. Die umfangreiche Präventionsarbeit aller Sicherheitspartner wird konsequent fortgeführt und führt letztlich auch zu einem umsichtigen Verhalten aller Verkehrsteilnehmer.“

Radverkehr

Die Anzahl der Verkehrsunfälle in diesem Bereich verringerte sich im Jahr 2020 auf 2507. Dies stellt im Vergleich zu 2019 einen Rückgang um 11% (2824) dar. Der Trend setzt sich bei den Fahrradfahrern fort: 2020 kam es zu 1823 Verkehrsunfällen (Rückgang um 19%). Alarmierend hingegen ist die Anzahl an Verkehrsunfällen mit Pedelec-Fahrern: 2020 kam es zu 670 Unfällen und damit zu einem Anstieg von 21% (552 im Vorjahr). Ein Trend der sich seit 2015 (83) beobachten lässt und mit der Zunahme der Anzahl an Pedelecs am gesamten Verkehrsgeschehen einhergeht.

Wie im Jahr 2019 erlitten im vergangenen Jahr 5 Personen mit einem Fahrrad tödliche Verletzungen. Davon war eine Person älter als 65 Jahre. 6 Personen sind 2020 mit einem Pedelec tödlich verunglückt – 2019 waren es 9. Von den 6 tödlich verunglückten Personen im Jahr 2020 waren 4 älter als 65 Jahre. Schwere Verletzungen erlitten 149 Pedelec- beziehungsweise E-Bike-Fahrer (2019 waren es 131). 459 Menschen erlitten leichte Verletzungen – 90 mehr als 2019. Maßmann: „Der Radverkehr gewinnt an Bedeutung, wobei das Pedelec das klassische Fahrrad deutlich überholt hat. Angesichts dieser Entwicklungen setzen wir in diesem Bereich einen besonderen Schwerpunkt. Der Bereich Mobilität befindet sich weiter im Wandel und wir müssen diesen Weg mit unserer Verkehrssicherheitsarbeit intensiv begleiten.“

Um Unfälle zu vermeiden, sollten alle Radfahrer, egal ob mit Elektroanrieb oder nicht, ihre Sichtbarkeit erhöhen, beispielsweise durch reflektierende Bekleidung wie eine Warnweste. Die Polizei empfiehlt, generell einen Fahrradhelm zu tragen – dies gilt auch bei kurzen Strecken. Für E-Bikes (ab 20 km/h) und S-Pedelecs (ab 25 km/h) gilt eine Helmpflicht.

E-Scooter

In der Polizeidirektion Osnabrück kam es 2020 zu 49 Verkehrsunfällen unter Beteiligung eines E-Scooters, wobei 4 Personen schwere Verletzungen erlitten. Bei einem Unfall stand die fahrende Person unter Alkoholeinfluss. 2019 kam es insgesamt zu einem Unfall. Seit 2020 sind im Stadtgebiet Osnabrück 1.200 E-Scooter in Betrieb. Unklar bleibt, wie viele Unfälle nicht zur Anzeige gebracht werden – es ist von einem hohen Dunkelfeld auszugehen. Für E-Scooter gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt ohne Ausfallerscheinungen, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und 2 Punkte im Fahreignungsregister. Kommen alkoholbedingte Ausfallerscheinungen dazu, kann es sich bereits ab 0,3 Promille um eine Straftat handeln. Diese liegt auch vor, wenn das Fahrzeug trotz einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille geführt wird. Für Fahranfänger in der Probezeit sowie Kraftfahrer bis 21 Jahre gilt generell 0,0 Promille.

Schwerpunkte der Polizeidirektion Osnabrück

Die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei entwickelt sich wie das Thema Mobilität weiter. Zum Kernthema in der Direktion gehört das „risikobehaftete Fahren“. Hierbei spielt der Bereich Ablenkung im Straßenverkehr – durch elektronische Geräte – eine große Rolle. Schon bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt ein Fahrzeug innerhalb von zwei Sekunden mehr als die Länge eines Tennisplatzes zurück – wer sich in dieser Zeit nicht voll auf den Straßenverkehr konzentriert, sondern aufs Handy oder Navi schaut, ist somit 30 Meter blind unterwegs. Im letzten Jahr wurden im Gebiet der Polizeidirektion Osnabrück rund 532 sogenannte Handy-Verstöße geahndet, davon kam es bei knapp 41 Verstößen es zu einem Verkehrsunfall.

Aber auch der Zweiradverkehr bleibt im Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit. Um eine höhere Präsenz in der Öffentlichkeit zu gewährleisten und auf die neuen Mobilitätsformen in der Bevölkerung besser reagieren zu können, sind mittlerweile 46 Polizei-Pedelecs bis 25 km/h und drei Polizei-S-Pedelecs bis 45 km/h in der gesamten Direktion im Einsatz. Unter anderem werden die eigenen Pedelecs in der im vergangenen Jahr gegründeten Polizeifahrradeinheit der Polizeiinspektion Osnabrück eingesetzt.

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