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Viel Kritik an neuen Cannabis-Eckpunkten

Viel Kritik an neuen Cannabis-Eckpunkten
Viel Kritik an neuen Cannabis-Eckpunkten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die neuen Eckpunkte der Bundesregierung zur teilweisen Legalisierung von Cannabis sind auf deutliche Kritik gestoßen. „Das straffreie Kiffen wird vorangetrieben, dafür wird beispielsweise die Reform der Pflegefinanzierung auf nächstes Jahr vertagt“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Tino Sorge (CDU), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

Eine solche Schwerpunktsetzung sei für die Gesundheitspolitik fatal. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) solle sich auf die „wirklich wichtigen Themen im Gesundheitswesen fokussieren“. Am Mittwoch hatte er gemeinsam mit Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) überarbeitete Pläne für das Legalisierungsvorhaben vorgestellt. Diese sind weniger weitreichend als die ursprünglichen Ampel-Pläne.

„Die neuen Eckpunkte des Gesundheitsministers sind nichts anderes als das Eingeständnis, dass seine alten Eckpunkte aus dem Herbst schlicht nicht umsetzbar waren“, so Sorge. Trotz „europarechtlicher Hürden, eindeutiger Gutachten und der schlechten Erfahrungen aus anderen Ländern“ wolle die Koalition eine Droge legalisieren, „vor der Psychologen und Jugendmediziner seit Jahren warnen“, sagte der CDU-Politiker. Die Linkspartei begrüßte unterdessen zwar prinzipiell die Entkriminalisierung und den kontrollierten Eigenanbau als „längst überfällige Schritte in die richtige Richtung“, doch die Bundesregierung mache dabei trotzdem keine „gute Figur“. „15 Monate wurde angekündigt, versprochen, verschoben. Nun bleibt vom Koalitionsversprechen nicht viel übrig“, sagte der drogenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Ates Gürpinar, am Mittwoch.

„Modellprojekte statt deutschlandweiter Legalisierung, keine fundierten Konzepte zur Prävention, vorerst weiter keine vernünftigen Grenzwerte für den Straßenverkehr, während Europa gebannt auf den großen Wurf wartet, überlässt Lauterbach genauere Regelungen zu Cannabis Social Clubs und Modellprojekten den Ländern“, so Gürpinar weiter. Das ergebe absehbar einen „Flickenteppich“ unterschiedlicher Regelungen. Er erwarte „Einkaufstourismus“ aus Bayern und anderen konservativ geführten Ländern, so der Linken-Politiker.

Kritik kommt auch von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Man erkenne in den Eckpunkten „deutlich mehr Klientelpolitik“ als einen „signifikanten Fortschritt mit Blick auf eine verbesserte Drogenprävention“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Alexander Poitz den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Donnerstagsausgaben). Die „zusammengestutzte Cannabislegalisierung“ wirke wie ein „politisches Manöver“, um die „langsam ungeduldiger werdende Gruppe der Konsumenten ruhigzustellen“. Auf den illegalen Cannabis-Handel auf dem Schwarzmarkt werde der Entwurf keinen bedeutenden Einfluss entfalten, so Poitz weiter.

Das gelte ebenso für den „riskanten Cannabiskonsum von Minderjährigen“. Auch für die Polizei ergebe sich durch die Pläne keine nennenswerte Arbeitsentlastung. Insbesondere die Schaffung von Cannabis-Konsumclubs eröffne neuen Möglichkeiten, „unter dem Deckmantel vermeintlicher Vereinsarbeit“ die vorgeschriebene Abgabe von Cannabis zu unterlaufen, kritisiert die GdP. Es liege auf der Hand, dass mehrere Behörden mit der Kontrolle des Vereinslebens beschäftigt sein werden: „Es sollten keine Gesetze das Licht der Welt erblicken, bevor nicht völlig klar ist, dass diese auch konsequent kontrolliert werden können, davon sind wir hierzulande, vor allem im Bereich des öffentlichen Dienstes, darunter die Polizeien, weit entfernt“, so Poitz. Auch der Besitz von maximal drei Pflanzen oder 25 Gramm Cannabis pro Person sei in der Praxis „prinzipiell nicht kontrollierbar“.

Eine polizeirechtliche Grundlage für das Zählen von Cannabis-Blumentöpfen in Privatwohnungen werde es sicherlich nicht geben. Die Polizeigewerkschaft zeigte sich außerdem besorgt, dass auch künftig Cannabis mit einem sehr hohen THC-Gehalt verfügbar sei. Die GdP sieht zudem mögliche Probleme bei der geplanten befristeten Einrichtung von lizenzierten Cannabis-Abgabestellen in Modellregionen. „Die lizenzierten Geschäfte, wo legal Cannabis verkauft werden soll, könnten sich zu wahren Wallfahrtsorten von Konsumenten entwickeln“, so der Gewerkschafter.

Dass sich dort Schwarzmärkte etablieren könnten, sei „keineswegs unwahrscheinlich“.


Foto: Bundesgesundheitsministerium, über dts Nachrichtenagentur

AFP

„Osnabrücker Friedensstreit“: Hochschule will Mut zum Streiten stärken

Streit (Symbolbild)
Streit (Symbolbild)

Zum 375-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens startet die Hochschule Osnabrück eine neue Veranstaltungsreihe. Im „Osnabrücker Friedensstreit“ soll anhand der Deep Democracy-Methode diskutiert und gestritten, zugehört und versöhnt werden. Der Auftakt findet am 26. April zu den Themen Natur und Umwelt statt.

„Lewis Deep Democracy“ (LDD) ist eine Methode, die gesellschaftliche Konflikte lösen und Spannungen aufdecken soll. Sie wurde von Myrna und Greg Lewis in der Zeit nach Apartheid entwickelt, um Meinungen von Minderheiten hörbar zu machen und wird heute vor allem in Unternehmen angewendet. Doch auch im gesellschaftlichen wie politischen Diskurs kann sie dafür sorgen, dass Konflikte nicht umgangen, sondern thematisiert werden. Die LDD-Methode lebt von Polarisierung und will Wege finden, trotz verschiedener Positionen eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten.

Produktiv mit Konflikten umgehen

„Es geht darum, dass in der Debatte alle Beteiligten ernst genommen und gehört werden. Das Konfliktpotenzial, das in jeder Meinungsverschiedenheit liegt, ist nutzbar“, erklärt Christiane Leiste, Expertin für Mindful Leadership an der Hochschule Osnabrück. „Die grundsätzliche Frage ist, wie man mit Spannungen umgehen und sie produktiv nutzen kann.“ Dafür gibt es diagnostische und praktische Tools: In der Diagnosephase werden die Positionen der Konfliktparteien geklärt und analysiert, wo mögliche Hemmschwellen im Gespräch liegen könnten. In der Praxisphase geht es in das direkte Streitgespräch. Dieses Gespräch folgt allerdings klaren Regeln.

Sicherheitsregeln für das Streitgespräch

Laut Christiane Leiste ist es besonders wichtig, dass ein Streit zugelassen wird. „Ich habe den Eindruck, dass wir in der Gesellschaft immer weniger Polaritäten aushalten und schnell dazu neigen, eine Position zu ‚canceln‘, wenn sie uns nicht gefällt. Bei dem Streitgespräch nach der DDL-Methode geht es darum, wieder in ein konstruktives Gespräch zu kommen und nicht in der eigenen ‚Blase‘ zu bleiben. Dabei ist aber auch klar, dass es nicht immer soft und lieb bleibt.“ Alle Meinungen und Positionen sollen in der Debatte geäußert werden. Damit das Gespräch nicht ausartet, werden in einem ersten Schritt Sicherheitsregeln aufgestellt – das könne teilweise bis zu 45 Minuten dauern, weiß Leiste.

Reden, wie der „Schnabel gewachsen“ ist

Danach geht es in einen „ritualisierten Streit“. Die Konfliktparteien stehen auf, bewegen sich im Raum und bleiben metaphorisch bei ihrer Position stehen. Nacheinander und ohne sich gegenseitig zu unterbrechen, werden Meinungen zu einem bestimmten Thema vorgetragen. Während des Streits können sich die Beteiligten auch im Raum bewegen, wenn sich ihre Meinung geändert hat. „Wir wollen in der Moderation dazu ermutigen, so zu reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist – ohne viel darüber nachzudenken. So können unterschwellige Konflikte besser aufgedeckt werden. Man kann es auch so ausdrücken, dass die Beteiligten ‚Pfeile schießen‘.“ Nach dem Streitgespräch setzen sich alle Parteien wieder zusammen und ergründen, welcher „Pfeil“ sie am meisten getroffen hat – sowohl auf persönlicher als auch auf inhaltlicher Ebene. Dann würde sich die Dynamik im Raum, die zuvor auf Konfrontation ausgelegt war, verschieben: „Wenn wir darüber reden, was uns persönlich getroffen und verletzt hat, entsteht Empathie. Anschließend geht es in den letzten Schritt, in dem wir klären, wie wir mit unseren verschiedenen Meinungen umgehen und Lösungen finden können.“

Viele Menschen mit vielen Positionen

Diesem Konzept folgt die neue Veranstaltungsreihe „Osnabrücker Friedensstreit – Auf der Suche nach dem Nein!“ der Hochschule Osnabrück. Der Auftakt am 26. April beschäftigt sich mit den Themen Natur und Umwelt. „Wir hoffen, dass viele Menschen und vor allem verschiedene Positionen erscheinen“, sagt Leiste. Willkommen sind alle, die Diskutieren und Lösungen finden wollen. Das Streitgespräch wird im Kunstraum Hase29 ausgetragen, in dem etwa 50 bis 60 Menschen Platz finden. Die Themen der nächsten Monate umfassen unter anderem Glaube und Religion, Europäischer Frieden sowie Engagement und Widerstand. Mehr Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es hier.

AFP

US-Inflationsrate sinkt auf 5,0 Prozent

US-Inflationsrate sinkt auf 5,0 Prozent
US-Inflationsrate sinkt auf 5,0 Prozent

Washington (dts Nachrichtenagentur) – Der Anstieg der Verbraucherpreise in den USA hat im März erneut an Fahrt verloren. Die Inflationsrate sank von 6,0 Prozent im Februar auf nunmehr 5,0 Prozent, wie aus einer Mitteilung der US-Statistikbehörde vom Mittwoch hervorgeht.

Viele Experten hatten im Vorfeld mit einem geringeren Rückgang gerechnet. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise im März um 0,1 Prozent, nach 0,4 Prozent im Februar. Die Energiepreise gingen im Jahresvergleich um 6,4 Prozent zurück, nach einer Zunahme um 5,2 Prozent im Vormonat. Nahrungsmittel verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 8,5 Prozent (Februar: 9,5 Prozent).

Alle anderen Preise, also die sogenannte Kerninflation, legten durchschnittlich 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, nach 5,5 Prozent im Vormonat.


Foto: US-Dollar, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Linke gegen AKW-Reserve

Lemke will mehr Unabhängigkeit von Russland bei Kernenergie
Lemke will mehr Unabhängigkeit von Russland bei Kernenergie

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Linke hat sich gegen eine Weiternutzung der drei verbleibenden Atomkraftwerke in Deutschland ausgesprochen. „Die FDP-Forderungen nach einer AKW-Reserve entbehren jeglicher sachlichen Grundlage“, sagte Linken-Vize Lorenz Gösta Beutin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Nach Meinung des Politikers kann die Atomenergie auch nicht mehr zur Stromversorgung beitragen. Kernkraftwerke seien eine „Großtechnologie, die man nicht spontan hoch- und runterfahren kann“. Zudem sei es „ohnehin sinnlos“, AKW mit abgebrannten Brennstäben in Reserve zu halten. „Also müssten neue Brennstäbe gekauft werden“, sagte Beutin und kritisierte: „Damit ist klar, worum es eigentlich geht: Die FDP will den Atomausstieg sabotieren und ihren Freunden in der Wirtschaft weitere dicke Geschäfte zuschustern.“ Am Samstag sollen die drei verbleibenden AKW abgeschaltet werden. Die FDP will die Anlagen noch in Reserve halten und nicht sofort mit dem Rückbau beginnen. Auch Wirtschaftsverbände und die CDU sehen das AKW-Aus kritisch.


Foto: Atomkraftwerk, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Rezept-Wettbewerb: Fünf studentische Lieblingsgerichte gibt es bald auch in Osnabrücker Mensen

Das Studentenwerk Osnabrück betreibt unter anderem die Mensa am Campus Westerberg. / Foto: Köster
Das Studentenwerk Osnabrück betreibt unter anderem die Mensa am Campus Westerberg. / Foto: Köster

Das Studentenwerk Osnabrück hat per Instagram zum großen Rezept-Wettbewerb aufgerufen. Studierende können ihr pflanzliches Lieblingsrezept einreichen und das mit etwas Glück bald auch in einer der Osnabrücker Mensen essen.  

Pflanzlich, regional, saisonal und klimafreundlich – das sind die Anforderungen an das Lieblingsgericht Osnabrücker und Vechtaer Studierender. Wer ein passendes Rezept hat, kann das noch bis zum 23. April per Mail an das Studentenwerk schicken. Die besten fünf Rezepte schaffen es dann sogar auf den Mensaspeiseplan. Darüber hinaus gibt es noch Mensagutscheine und hauseigene Thermobecher zu gewinnen. Alle Teilnahmebedingungen gibt es auf dem Instagramkanal des Studentenwerks Osnabrück.

Wie wäre es zum Beispiel mit veganen Tacos?
Wie wäre es zum Beispiel mit veganen Tacos?

Die pflanzlichen Gerichte treffen den Puls der Zeit, denn fleischlose Gerichte sind in den Osnabrücker Mensen immer beliebter. Die Nachfrage an vegetarischen und veganen Gerichten der Osnabrücker Universitäts- und Hochschulmensa steigt seit 2021 stetig an. Täglich gibt es zwei fleischlose Gerichte für jeweils knapp zwei Euro.

AFP

Bundeswehr-Schwerpunkt im Sahel verschiebt sich nach Niger

Panzerhaubitzen sollen wohl nur teilweise ersetzt werden
Panzerhaubitzen sollen wohl nur teilweise ersetzt werden

Bamako (dts Nachrichtenagentur) – Nach dem geplanten Bundeswehr-Abzug aus Mali soll sich der Schwerpunkt des militärischen Engagements Deutschlands in der Sahelzone nach Niger verlagern. Das sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Mittwoch zum Auftakt einer gemeinsamen Reise mit Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) in die Sahel-Region.

Im Mittelpunkt der Reise steht ein Treffen mit dem nigrischen Präsidenten und mit den jeweiligen Amtskollegen, sowie Gespräche des Verteidigungsministers mit den in Niger eingesetzten deutschen Soldaten. Anlass des Besuchs ist die anstehende letztmalige Verlängerung des Bundeswehrmandats für die UN-Stabilisierungsmission Minusma in Mali sowie die Neumandatierung der deutschen Beteiligung an der Militärischen Partnerschaftsmission der Europäischen Union im Niger. Die Bundesregierung plant, die Bundeswehr bis Mai 2024 aus Mali abzuziehen, will ihr entwicklungspolitisches Engagement in der Sahel-Region aber zugleich vertiefen. Im Niger soll die bereits bestehende Zusammenarbeit mit den nigrischen Sicherheitskräften verstärkt werden, um den dortigen Kapazitätsaufbau weiter zu unterstützen.

Im Februar 2021 hatte der erste demokratische Machtwechsel in der Geschichte des Landes stattgefunden. Die nigrische Regierung hatte sich unter anderem die Verringerung der Armut und der Ernährungsunsicherheit, die Festigung der Demokratie und die Verbesserung der Regierungsführung, die Förderung der Mädchenbildung, der wirtschaftliche Aufschwung sowie die Stabilisierung der Sicherheitslage zum Ziel gesetzt. Zuletzt hatten extremistische Gruppen in der Region vermehrt Zulauf verzeichnet. Entwicklungsministerin Schulze sagte diesbezüglich: „Hier kann Entwicklungspolitik ansetzen mit dem Ziel, dem Terrorismus den Nährboden zu entziehen“.

Das gelinge laut der Ministerin mit Projekten, die neue Jobs zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei der Wasserversorgung schafften. „Dabei werden wir uns nicht auf Mali und die anderen Sahelstaaten beschränken, sondern auch die westafrikanischen Küstenstaaten in den Blick nehmen.“


Foto: Bundeswehr-Soldat, über dts Nachrichtenagentur

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EnBW plant derzeit keine Preissenkungen

CDU fordert Senkung von Mehrwertsteuer und Stromsteuer
CDU fordert Senkung von Mehrwertsteuer und Stromsteuer

Karlsruhe (dts Nachrichtenagentur) – Der Energieversorger EnBW plant derzeit keine Preissenkungen. „Unsere langfristig ausgerichteten Beschaffungspreise liegen derzeit höher als die tagesaktuellen Spotmarktpreise“, sagte EnBW-Chef Andreas Schell der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Über die Preisentwicklung beim Strom zu spekulieren sei derzeit „nicht seriös“. In den nächsten Jahren will EnBW nach Angaben von Schell zudem „besser zugeschnittene Stromtarife“ anbieten. „Wenn ein Kunde sein E-Auto zu jeder Zeit sofort vollladen will, wäre es doch nur fair, dass sein Tarif dann etwas höher ist als bei jemandem, der flexibler ist“, fügte er hinzu. Und wenn ein Kunde einen Batteriespeicher im Keller habe und einen Teil der Kapazität bereitstelle, um Nachfragespitzen im Stromnetz abzufangen, indem sein Speicher dann Strom ins Netz abgebe, könne er einen billigeren Stromtarif bekommen, so Schell.


Foto: Moderne Stromzähler, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Michael Roth erwartet von Baerbock in China „europäisches Signal“

Michael Roth erwartet von Baerbock in China “europäisches Signal”
Michael Roth erwartet von Baerbock in China “europäisches Signal”

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth (SPD), erhofft sich vom Besuch von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in China ein klares europäisches Signal. Sie solle in Peking deutlich machen: „Deutschland lässt sich nicht mehr aus dem europäischen Team-Spiel herauskaufen“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Donnerstagsausgabe).

Er rate, mit allem gebotenen Selbstbewusstsein aufzutreten. Es gehöre dabei zur „guten deutschen außenpolitischen Tradition, bei einer solchen Reise nicht nur Regierungskontakte zu pflegen, sondern auch Vertreter von Minderheiten, Bürgerrechtler, den kritischen Teil der Zivilgesellschaft zu treffen“, so der SPD-Politiker weiter. Er sei sicher, Baerbock wisse, dass in Autokratien das Motto „It’s the civil society, stupid“ gelte. Unter Präsident Xi Jinping trete China „nach außen immer aggressiver auf, nach innen immer autoritärer und ideologischer“, so Roth.

Auf diesen „dramatischen politischen Kurswechsel“ in Peking müsse die EU reagieren und „eine gemeinsame Strategie entwickeln“. Im Umgang mit China dürfe es kein einfaches „Weiter so“ geben. Das chinesische Papier zum Ukraine-Krieg ist Roth zufolge eine „Aneinanderreihung altbekannter chinesischer Positionen“. Wie man mit diesem Papier zu Friedensverhandlungen kommen solle, sei ihm schleierhaft.

Denn es bleibe unerwähnt, dass es um die Wahrung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine gehe. Ebenso fehle die „klare Benennung von Russland als Aggressor“. Außerdem vermisse er den Hinweis darauf, dass es nicht nur um einen Waffenstillstand gehen müsse, „sondern dass sich die russischen Truppen vom ukrainischen Territorium zurückziehen müssen“. Wichtig sei jedoch die „rote Linie, die Xi Jinping dem Kreml aufgezeigt hat, nämlich: Mit Atomwaffen darf weder gedroht noch dürfen sie eingesetzt werden“, so Roth.


Foto: Michael Roth, über dts Nachrichtenagentur

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Ökonom sieht keine drohende Massenarbeitslosigkeit durch KI

Minderungen bei Grundsicherung weiter zurückgegangen
Minderungen bei Grundsicherung weiter zurückgegangen

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) – Der Ökonom Jens Südekum gibt in der Debatte um künstliche Intelligenz Entwarnung. „Über Massenarbeitslosigkeit durch KI mache ich mir keine Sorgen“, sagte der Professor für Internationale Volkswirtschaftslehre an der Universität Düsseldorf der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Die Angst vor einem technologisch bedingten Verlust von Arbeitsplätzen ziehe sich durch die Geschichte. „Bisher war es aber immer so: Es fallen Stellen weg, dafür werden neue geschaffen.“ Zwar gebe es noch zu wenig Forschung zu den Folgen von künstlicher Intelligenz, er gehe aber nicht davon aus, „dass es anders wird als bei disruptiven Sprüngen zuvor“. Die größte Gefahr bestehe „insbesondere dort, wo ganze Firmen verschwinden“.

Denn Weiterbildung habe immer am besten funktioniert, wenn der Arbeitsplatz stabil bleibe. „Wo das nicht geht, wird es die größten Schwierigkeiten geben.“ Fast zwei Drittel (65 Prozent) der Deutschen glauben unterdessen laut einer Studie der Zeit in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Infas, dass künstliche Intelligenz ihre Arbeit verändern wird. Noch größer ist der Anteil laut der Erhebung bei den 18- bis 34-Jährigen: Unter den Befragten dieser Altersgruppe rechnen drei Viertel (76 Prozent) mit einer Veränderung.

Auch die Befragten mit (Fach-) Hochschulreife rechnen demnach überdurchschnittlich häufig damit, hier sind es 77 Prozent. Infas befragte für die Studie im Februar 1.256 Menschen in Deutschland.


Foto: Agentur für Arbeit, über dts Nachrichtenagentur

AFP

Mutter und Kind (1) nach Dooring-Unfall im Schinkel schwer verletzt

Unfallort an der Mindener Straße / Foto: Westermann
Unfallort an der Mindener Straße / Foto: Westermann

Am Mittwoch (12. April) wurde eine 27-Jährige mit ihrem Sohn im Fahrradanhänger bei einem Dooring-Unfall in der Mindener Straße schwer verletzt. Ein Paketbote übersah die junge Frau, auf ihn kommt nun ein Ermittlungsverfahren zu.

Gegen 9:35 Uhr befuhr eine 27-Jährige mit ihrem Pedelec plus Fahrradanhänger die Mindener Straße in stadtauswärtige Richtung. Auf Höhe der Hausnummer 46 parkte zu dieser Zeit ein Pakettransporter.

Mutter und Junge stationär im Krankenhaus aufgenommen

Der Paketbote, ein 52-jähriger Osnabrücker, übersah die von hinten herannahende Frau und öffnete die Tür seines Iveco. Die junge Mutter kollidierte daraufhin mit der geöffneten Tür, stürzte vom Pedelec und erlitt dabei diverse Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte die Frau in ein Krankenhaus, dort wurde sie stationär aufgenommen. Sie gilt als schwer, aber keinesfalls lebensgefährlich verletzt.

Ermittlungsverfahren gegen Paketboten

Der einjährige Junge, der im Fahrradanhänger saß, erlitt eine Beule am Kopf und Schürfwunden. Auch er wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen. Am Pedelec entstanden Sachschäden, der Pakettransporter blieb unbeschädigt. Auf den 52-jährigen Unfallverursacher kommt ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung zu.

AFP