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2. Bundesliga: Hertha BSC jubelt über ersten Sieg der Saison

Hertha BSC sichert sich am 4. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga den ersten Saisonsieg mit einem klaren 5:0 gegen Fürth und steigt damit auf den 14. Tabellenplatz.

Erster Saisonsieg für Hertha

Nach drei Spieltagen ohne Punkte hat Hertha BSC in der 2. Fußball-Bundesliga einen Befreiungsschlag gelandet. Am 4. Spieltag besiegte die Mannschaft Fürth mit einem deutlichen 5:0. Die Torschützen Tabakovic (23.), Winkler (31.), Dárdai (46.), Prevljak (66.) und erneut Tabakovic (77. Minute) zeichneten für die deutliche Führung verantwortlich.

Dank diesem überzeugenden Sieg konnte die Hertha den Sprung vom letzten auf den 14. Tabellenplatz vollziehen und damit ihre bisherige Durststrecke beenden.

Ergebnisse der weiteren Partien

Nicht nur die Hertha konnte am Samstagmittag triumphieren, auch andere Partien brachten interessante Ergebnisse. Im Spiel Hansa Rostock gegen VfL Osnabrück setzte sich Rostock mit einem 2:1 durch und in der Begegnung SV 07 Elversberg gegen Fortuna Düsseldorf zeigte Düsseldorf mit einem 5:0-Erfolg seine Dominanz.

Alle diese Ergebnisse deuten auf eine spannende und dynamische Saison in der 2. Bundesliga hin. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Teams entwickeln und ob die Hertha ihren Aufwärtstrend beibehalten kann.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

AFP

Antisemitismus-Beauftragter kritisiert Aiwanger öffentlich

Klein für Entzug von Welterbe-Status für Wittenberger Kirche
Klein für Entzug von Welterbe-Status für Wittenberger Kirche

Wegen des Verdachts antisemitischer Äußerungen fordern der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung und die FDP im Bayerischen Landtag klare Stellungnahmen von Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler und stellvertretendem Ministerpräsidenten von Bayern, und der CSU.

Kritik an Aiwanger

Felix Klein, Antisemitismus-Beauftragter der Bundesregierung, fordert Konsequenzen für Aiwanger, sollte sich der Verdacht bestätigen, dass dieser in seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt verfasst hat. „Sollten die Vorwürfe zutreffen, ist Herr Aiwanger aus meiner Sicht als stellvertretender Ministerpräsident von Bayern und anderer Ämter untragbar“, sagte Klein der „Bild am Sonntag“. „Derartige menschenverachtende Äußerungen über Opfer des Holocaust dürfen von niemandem – auch nicht Jugendlichen – geäußert werden. Dies muss Konsens aller demokratischen Parteien sein.“

Fordern von Aufklärung und Konsequenzen

Ähnlich äußerte sich die FDP im bayerischen Landtag. Fraktionschef Martin Hagen fordert von Aiwanger und der CSU Erklärungen und Konsequenzen. „Hubert Aiwanger muss heute persönlich klarstellen, ob er der Urheber dieses ungeheuerlichen Flugblattes war. Es geht nicht nur um sein eigenes Ansehen sondern um das der Staatsregierung, der er angehört. Auch von der CSU erwarte ich eine klare Aussage, wie sie damit umzugehen gedenkt.“, so Hagen gegenüber der „Bild am Sonntag“.

Die Anschuldigungen gegen Aiwanger nehmen zu, während die Forderungen nach Klarheit und angemessenen Reaktionen auf den Vorfall wachsen. Bislang steht der Freie-Wähler-Chef und stellvertretende Ministerpräsident von Bayern unter Verdacht, in jungen Jahren ein antisemitisches Flugblatt verfasst zu haben.

AFP

Bildungsministerin Stark-Watzinger erhält Auszeichnung als ‚Sprachpanscher des Jahres‘

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger ist vom Verein Deutsche Sprache (VDS) zum „Sprachpanscher des Jahres“ gekürt worden wegen ihres Vorhabens, Englisch als Verwaltungssprache einzuführen.

„Sprachpanscher des Jahres“ Titel

Der VDS vergab den Negativpreis zum 26. Mal und bezeichnete Stark-Watzingers Plan als „teuer und bürokratisch bei gleichzeitiger Entwertung der deutschen Sprache“. Der Preis ist dazu gedacht, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Einzelpersonen für ihren Umgang mit der deutschen Sprache zu sensibilisieren.

Andere Nominierte

Bei der Abstimmung der 37.000 Mitglieder des VDS setzte sich Stark-Watzinger gegen andere Nominierte durch. Dazu gehörten unter anderem Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg, die Gendersprache im Schulunterricht fest verankern will, sowie McDonald’s Deutschland für seinen Spruch „Spice, wie du ihn likest“.

Weitere Kandidaten

Weitere Kandidaten waren Martin Eberle, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), der aus der „Museumslandschaft Hessen-Kassel“ das „Hessen Kassel Heritage“ gemacht hat, und die Personalberatung Kienbaum Consultants, die die „Kienbaum-Jahrestagung“ in „People Convention“ umbenannte.

Der VDS hat sich das Ziel gesetzt, den Wert und die Bedeutung der deutschen Sprache zu betonen und fördert die Anerkennung und den korrekten Gebrauch von Deutsch in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich. Mit der Vergabe des Negativpreises „Sprachpanscher des Jahres“ möchte der Verein ein Bewusstsein für die Relevanz der deutschen Sprache schaffen und auf mögliche problematische Entwicklungen hinweisen.

AFP

Chef der Münchner Sicherheitskonferenz äußert Kritik an Bundesregierungs-Handlungen

Bericht: Verteidigungsministerium will neue Puma-Panzer kaufen
Bericht: Verteidigungsministerium will neue Puma-Panzer kaufen

Christoph Heusgen, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, hat die Bundesregierung zu eindeutigen Entscheidungen und einer klareren Priorisierung aufgefordert, um dauerhaft das Zwei-Prozent-Ziel bei den Verteidigungsausgaben zu erreichen.

Sicherheitsausgaben sollten Priorität haben

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“ betonte Heusgen, dass die Sicherheit an vorderster Stelle stehen sollte. Er warnte davor, dass Deutschland ohne effektive Maßnahmen das Vertrauen seiner Verbündeten riskiere und nur eingeschränkt abwehrbereit sein könne.

Mangel an konkreten Maßnahmen

Obwohl Deutschland auf dem jüngsten Nato-Gipfel in Vilnius versprochen hatte, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben, hat Heusgen kritisiert, dass diese Zusage weder im Haushaltsgesetz noch in der mittelfristigen Finanzplanung fest verankert wurde. Der frühere Diplomat und Ex-Berater von Angela Merkel bezeichnete diesen Zustand als „erschütternd“.

Politische Willenskraft fehlt

Dem Experten zufolge fehlt es an politischem Willen von Regierung und Bundestag, Konsequenzen aus dem brutalen Angriff Russlands auf die Ukraine zu ziehen. Er kritisierte, dass Deutschland in der Illusion lebe, dass Putin keine weiteren aggressiven Schritte unternehmen würde und die USA bereit wären, Deutschlands Sicherheit zu garantieren.

Unberechenbarkeit von Trump II

Heusgen äußerte auch Besorgnis über die Möglichkeit, dass Donald Trump im nächsten Jahr wieder zum US-Präsidenten gewählt werden könnte. Er erinnerte daran, dass Trump während seiner ersten Amtszeit damit gedroht hatte, den Schutz für Länder aufzukündigen, die nicht genügend Geld für ihre Verteidigung ausgeben. „Ich glaube nicht, dass Trump II milder geworden ist“, warnte Heusgen.

AFP

RTL untersucht etwa 100 Beiträge von früherem Nachrichtenreporter

Der um ein vermutlich gefälschtes Zitat der Ex-AfD-Politikerin Frauke Petry entstandene Skandal hat RTL dazu veranlasst, etwa 100 Beiträge eines freien Journalisten auf Verstöße gegen journalistische Praktiken zu überprüfen. Zudem plant der Sender interne Schulungen zur gründlichen Recherche und ordnungsgemäßen Archivierung von Social Media Posts.

RTL überprüft journalistische Beiträge

In der Nachwirkung eines Skandals um ein vermeintlich gefälschtes Zitat der ehemaligen AfD-Politikerin Frauke Petry kündigt RTL an, mehrere Arbeiten eines freiberuflichen Journalisten genauer zu untersuchen. Der Sender plant, rund 100 Beiträge des Reporters auf mögliche Verstöße gegen journalistische „Guidelines“ zu prüfen. Diese Kontrollen werden „einige Zeit in Anspruch nehmen“, so eine Sprecherin von RTL gegenüber dem „Spiegel“.

Aufarbeitung des Skandals

Der Skandal entstand Mitte August, als der Reporter einen vermeintlichen rassistischen Tweet von Frauke Petry in der Sendung „RTL Explosiv“ präsentierte. Der Journalist hatte dabei das Twitter-Layout nachgebildet und das vermeintliche Zitat so in die Sendung integriert. Bisher besteht jedoch kein Nachweis, dass es den betreffenden Twitter-Post jemals gegeben hat.

Konsequenzen und Weiterbildung

RTL beendete als Reaktion auf diese „schweren Verfehlungen“ die Zusammenarbeit mit dem Reporter. Der Sender wies dabei darauf hin, dass die „Fälschung im gesendeten Beitrag“ trotz mehrstufiger Sicherungsmechanismen nicht erkennbar war. Der betroffene Reporter hat sich zwar für die grafische Umsetzung, also das Nachbauen des Tweets, entschuldigt, bestreitet aber weiterhin, das Zitat erfunden zu haben. Mindestens fünf weitere Beiträge, die der Mitarbeiter bereits auf einer Reise nach Vietnam gedreht hat, will RTL nun nicht mehr ausstrahlen. Die Beiträge würden laut Sender „nicht mehr produziert und das Rohmaterial gelöscht“.

Zusätzlich plant RTL interne Schulungen, um seine Mitarbeiter in der gründlichen Recherche und korrekten Archivierung von Social Media Posts zu schulen.

AFP

Deutsche Wirtschaft stagniert, zeigt keinen Fortschritt oder Wachstum

Neue Forschungsergebnisse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) weisen darauf hin, dass Deutschland sich in einer der längsten industriellen Flauteperioden befindet, wobei die Industrieproduktion um fünf Prozent unter dem Niveau von 2019 liegt.

Branchenschwierigkeiten und -vorhersagen

Die Studie des IW, die am Samstag veröffentlicht wurde, beleuchtet die Schwierigkeiten mehrerer Industriebranchen. Insbesondere die Chemiebranche ist hart getroffen und verzeichnet aufgrund hoher Energiepreise 18 Prozent weniger Produktion als 2019. Auch das Baugewerbe und das produzierende Gewerbe sind nicht auf ihr Vor-Corona-Niveau zurückgekehrt und kämpfen mit hohen Kosten und unsicheren Perspektiven. Ein Lichtblick bildet die Elektroindustrie, deren Produktion aufgrund der hohen Nachfrage und der voranschreitenden Digitalisierung um fast elf Prozent über das Niveau von 2019 gestiegen ist.

Eine düstere Aussicht

Gemäß der IW-Konjunkturumfrage vom Sommer 2023 sind optimistische Vorhersagen gesunken und die Mehrheit der Unternehmen rechnet mit einer Reduzierung ihrer Produktionsmengen. Produkte sind aufgrund von Pandemie und Krieg knapp und die Energiepreise sind gestiegen, was zu einer Erhöhung der Erzeugerpreise um 45 Prozent in den letzten drei Jahren geführt hat – eine Entwicklung, die es zuletzt während der Ölpreiskrisen in den 70er- und 80er-Jahren gab.

Berufung an die Bundesregierung

Strukturelle Faktoren wie Umweltauflagen, Steuern, Abgaben und Bürokratiekosten schwächen nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und erschweren eine Erholung. „Diese Zahlen sind besorgniserregend und müssen ernst genommen werden“, warnt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Er fordert die Politik auf, bestehende Stärken nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten, sondern die Investitionsbedingungen zu verbessern und eine Wachstumsagenda auf den Weg zu bringen.

AFP

TUI rügt Reisebüro für unzulässige Werbung in Verbindung mit AfD

Der Touristikkonzern TUI droht einem Reisebüro in Hechingen, das AfD-Werbung macht, mit der Beendigung der Zusammenarbeit. Zwei Abmahnungen wurden bereits ausgesprochen.

Konzern reagiert auf politische Werbung

Laut einem Sprecher des Touristikkonzerns TUI, wird der Konzern die Zusammenarbeit mit einem Reisebüro im baden-württembergischen Hechingen beenden, sollten weitere politische Parolen in seinem Verkaufsumfeld auftauchen. Bis zu dem Zeitpunkt hat TUI bereits zwei Abmahnungen an das Reisebüro versendet und verlangt die Entfernung des Konzern-Logos an der Fassade des Büros. Der Sprecher betonte, dass man die Situation genau im Blick habe.

Politiker nutzt Geschäft für AfD-Werbung

Der 72-jährige Inhaber des Reisebüros, gleichzeitig AfD-Gemeinderat in Hechingen, sorgte für Aufsehen, indem er Grünen-Wählern über ein Schild im Schaufenster Hausverbot erteilte und zudem Flugblätter auslegte, die Verbalattacken gegen die Ampelregierung beinhalteten.

Ermittlungen gegen Reisebüroinhaber

Dies führte dazu, dass der Staatsschutz die Flugblätter einsammelte und nun gegen den AfD-Kommunalpolitiker wegen Beleidigung von Personen des politischen Lebens ermittelt, berichtet die „Welt“. Darüber hinaus hatte der AfD-Landtagsabgeordnete Joachim Steyer im August sein Wahlkreisbüro in den Räumen des Reisebüros eröffnet. Dieser Vertrag sei laut dem Reisebürochef mittlerweile „Makulatur“, da er die Partnerschaft mit TUI nicht gefährden wolle.

AFP

Nahverkehrstarife steigen: 49-Euro-Ticket führt zu höheren Kosten

Länder wollen einheitliche Regeln für Studenten bei 49-Euro-Ticket
Länder wollen einheitliche Regeln für Studenten bei 49-Euro-Ticket

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland wird in den kommenden Jahren erheblich höhere Kosten verursachen, vor allem aufgrund der Einführung des Deutschlandtickets.

Neue Kostenrechnungen mit dem Deutschlandticket

Laut einer Untersuchung, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt und deren vorläufige Fassung vom „Spiegel“ berichtet wurde, könnten die Gesamtkosten des ÖPNV im Jahr 2031 mit dem Deutschlandticket zwischen 20,7 und 31 Milliarden Euro liegen. Ohne das Deutschlandticket würden die Kosten im selben Jahr bei 16,6 bis 18,3 Milliarden Euro liegen. Diese Rechnung lässt erahnen, dass der ÖPNV mit Ticket bis 2031 bis zu 19,5 Milliarden Euro mehr kosten könnte als im Jahr 2022.

Auswirkungen der Coronahilfen

Ab dem Jahr 2025 könnte es insbesondere teurer werden, da die Unterstützung durch die Coronahilfen, die den ÖPNV bislang gestützt haben, auslaufen wird. Die Untersuchung weist darauf hin, dass eine finanzielle Herausforderung auch ohne das Deutschlandticket droht. Daher könnte es nötig sein, die Ticketpreise zu erhöhen, oder der Staat müsste zusätzliche Gelder bereitstellen.

Finanzierung des Deutschlandtickets

Bisher teilen sich Bund und Länder die Kosten für das Deutschlandticket mit je 1,5 Milliarden Euro jährlich bis 2025. Die Übernahme der Mehrkosten für das 49-Euro-Ticket ist jedoch nur bis Ende dieses Jahres gesichert. Eine Preiserhöhung für das Deutschlandticket scheint daher wahrscheinlich. Auch wenn sich das Verkehrsministerium zu den genauen Preisen nicht äußern wollte, räumte es ein, dass nach 2025 ein neues Gesetz erforderlich ist, um die „weitere Finanzierung“ des 49-Euro-Tickets „dauerhaft zu sichern“.

AFP

Transportindustrie verlangt Stopp der Maut-Erhöhung zur Kostenentlastung

Die Transport- und Logistikbranche fordert die Bundesregierung angesichts der Wirtschaftskrise auf, die für 1. Dezember geplante Anhebung der Lkw-Maut auszusetzen.

Kritik an geplanter Mauterhöhung

Dem Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) zufolge sei die Anhebung der Maut unvorteilhaft für das Klima und die Wirtschaft. „Die Maut wird angehoben, ohne dass dem Klima damit geholfen wird. Die Erhöhung darf nicht kommen“, äußerte Dirk Engelhardt, der Vorstandsvorsitzende des BGL, gegenüber der „Bild“.

Branche als „Steuereintreiber“

Zudem warnte er vor einer möglichen Steuererhöhung durch die Hintertür. „Die Ampel plant damit eine Steuererhöhung durch die Hintertür, ausgerechnet in der Wirtschaftskrise“, führte Engelhardt aus. Weiterhin forderte er, dass die Kosten von 7,5 Milliarden Euro vollständig an die Bürger weitergegeben werden müssen. Engelhardt bezeichnete die Regierung als „Steuereintreiber“, die die Transportbranche missbraucht.

Gefahr für die Konjunktur

Schließlich betonte Engelhardt die Konsequenzen für die Konjunktur. „Für die Konjunktur im Land sei das Gift“, warnte er. Durch diese Maßnahme könnten die momentan angespannten wirtschaftlichen Verhältnisse weiter verschärft werden. Die Bundesregierung ist nun gefordert, auf diese Kritik zu reagieren.

AFP

Unionsländer befürworten Passentzug bei kriminellen Clan-Mitgliedern in Deutschland

Berlin – Die unionsgeführten Bundesländer prüfen Maßnahmen gegen die sogenannte „Clankriminalität“, darunter auch den Entzug der deutschen Staatsangehörigkeit für Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit, die in organisierte Kriminalität verwickelt sind.

Entzug der Staatsangehörigkeit als Lösung?

Wie aus einem 17-Punkte-Papier hervorgeht, das von den Innenministern Hessens und Nordrhein-Westfalens erarbeitet wurde und über das die „Welt am Sonntag“ berichtet, könnte der Entzug der Staatsangehörigkeit eine Möglichkeit sein, Ausweisungen und Abschiebungen zu erleichtern. Die meisten kriminellen Mitglieder der in Frage stehenden türkisch-, libanesisch- und arabischstämmigen „Clans“ besitzen einen deutschen Pass. „Aufenthaltsbeendende und aufenthaltsbeschränkende Maßnahmen müssen, soweit dies möglich ist, gegen Clankriminelle durchgesetzt werden“, heißt es in dem Papier.

Verbesserung von Überwachung und Informationsaustausch

Die unionsgeführten Länder fordern zudem, den Austausch von relevanten Daten zwischen Behörden zu erleichtern, die Überwachung von Telekommunikation zu verbessern und länderübergreifende Ermittlungen zu intensivieren. Kritik übt dabei Hessens Innenminister Peter Beuth an Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD): „Gegenwärtig wird der Kampf vor allem in den Ländern geführt, die mehr Unterstützung seitens des Bundes gut gebrauchen können.“ Beuth beklagt, es gäbe „bis heute seitens des Bundes keine Strategie und keine konkreten Maßnahmen“ gegen Clankriminalität.

NRWs erfolgreiche Strategie als Vorbild

Einige der genannten Punkte im Papier, wie die „Null-Toleranz-Linie“ und die „Politik der Nadelstiche“, ähneln der Strategie im Kampf gegen „Clankriminalität“ in Nordrhein-Westfalen. Der dortige Innenminister Herbert Reul betont, dass in seinem Bundesland mit „Null-Toleranz, mit Repression und mit Prävention“ gegen Clankriminelle vorgegangen wird und diese Strategie erfolgreich ist: „Damit fahren wir gut und stören kriminelle Clanangehörige gewaltig“, so Reul. Er fordert, dass in ganz Deutschland gelten muss: „Clankriminelle dürfen weder zu Tumulten auf unseren Straßen aufrufen, noch ungehindert betrügen, stehlen oder fälschen. Wir dürfen diesen Leuten keinen Zentimeter Raum lassen, ihrem rechtswidrigen Tagesgeschäft nachzugehen, und müssen denen das kriminelle Handwerk legen.“

AFP