Bereits gegen Mittag am Tag des Bekanntwerdens der Germania-Pleite reagierte die Ratsfraktion der Osnabrücker Grünen mit der Veröffentlichung einer Anfrage an die Stadtverwaltung und einer Pressemitteilung.
Auch der Airport FMO meldete sich zu Wort und relativiert die Auswirkungen der Germania-Krise mit tatsächlichen Zahlen zur Bedeutung der in die Krise geratenen Airline für den FMO.

Grüne verzählen sich bei den FMO-Landebahnen

Dass es ein wenig eilig war bei den Grünen, zeigt ein Detail der Pressemitteilung. Dort heißt es, dass es nach Ansicht der Grünen Ratsfraktion „betriebswirtschaftlich falsch war, auf einen überdimensionierten Ausbau mit großem Terminal und dritter Landebahn zu setzen“.



Einen Ausbau des Terminals hat es tatsächlich gegeben, ausgerechnet im Jahr 2001, als die Terroranschläge des 11. September den Flugverkehr weltweit zum Einbruch brachten, wurde das Terminal II eröffnet und es gilt als Auslöser der Finanzkrise des FMO.
Allerdings besitzt der FMO keine drei, auch keine zwei Landebahnen, sondern lediglich eine kombinierte Lande- und Startbahn. Selbst der drittgrößte Flughafen Deutschlands, der Flughafen Düsseldorf, kommt mit zwei Pisten aus.
Was die Osnabrücker Grünen meinen, ist vermutlich die geplante aber inzwischen auf Eis gelegte und nie realisierte Verlängerung der kombinierten Start- und Landebahn auf 3.000 oder 3.600 Meter von derzeit knapp 2.200 Meter.

In der am Dienstagmittag veröffentlichten Anfrage haben die Grünen die Osnabrücker Verwaltung, die mit rund 17% drittgrößter Anteilseigner der Flughafengesellschaft ist, um Antwort gebeten, welche finanziellen Auswirkungen die Einstellung des Flugbetriebes von Germania auf das Geschäftsergebnis des FMO haben wird und ob die dem langfristigen Finanzierungskonzept von 2014 zugrunde liegende Finanzplanung vor dem Hintergrund der Insolvenz noch einzuhalten ist.

Lufthansa deutlich bedeutender für FMO

Zu einer dritten Frage an die Verwaltung, wie sich die Germania-Insolvenz auf die Fluggastzahlen auswirken wird, nahm der FMO selbst bereits Stellung.
Germania war zwar bislang bedeutend bei den Fluggastzahlen des FMO, mit 26% im vergangenen Jahr, doch führend ist die Lufthansa mit 36%. Es folgen SunExpress (15%), Eurowings (10%) und Laudamotion (5%).

Air Berlin hatte einst mehr als 60% am FMO

Flughafensprecher Andrés Heinemann erläutert die Zahlen vor dem Hintergrund der Neuausrichtung des Touristikgeschäftes am FMO nach dem Weggang der AirBerlin. Demnach hat der Flughafen Münster/Osnabrück ganz bewusst auf eine deutliche Diversifizierung der Anbieter Wert gelegt. Airberlin hatte seinerzeit einen Marktanteil von über 60% am FMO. Durch das Wegbrechen dieses Frequenzbringers wurde der FMO deutlich stärker getroffen.