Das Niedrigwasser des Rheins stellt Unternehmen wie Thyssenkrupp und Covestro vor logistische Herausforderungen. Trotz der niedrigen Pegelstände bleibt die Rohstoffversorgung jedoch vorerst gesichert, indem die Unternehmen ihre Transportstrategien anpassen.
Maßnahmen der Industrie
Thyssenkrupp passt angesichts des niedrigen Rheinpegels seine Transporte an. Laut einem Sprecher des Unternehmens, der sich in der „Rheinischen Post“ äußerte, belädt Thyssenkrupp Steel seine Schiffe derzeit geringer, um deren Tiefgang zu reduzieren. Gleichzeitig erhöht das Unternehmen die Frequenz der Fahrten, um den Rohstoffbedarf weiterhin zu decken. „Derzeit haben wir keine Probleme mit der Rohstoffversorgung“, sagte der Sprecher. „Noch bekommen wir das mit unserer eigenen Flotte hin.“ Insgesamt benötigt Thyssenkrupp täglich etwa 60.000 Tonnen Rohstoffe, vor allem Eisenerz und Kohle, die größtenteils per Schiff angeliefert werden.
Auch Covestro hat Maßnahmen ergriffen, um auf die schwierigen Bedingungen zu reagieren. Der Sprecher des Chemiekonzerns erklärte, dass neben dem Einsatz zusätzlicher Schiffe auch die Häufigkeit der Fahrten erhöht wird, um eine uneingeschränkte Produktion sicherzustellen. Zudem wird der Aufbau von Rohstoffvorräten gefördert und bestehende Vorräte von End- und Koppelprodukten abgebaut.
Forderung nach Rheinvertiefung
Das Niedrigwasser sorgt nicht nur in der Industrie für Anpassungen, sondern ruft auch das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI in Essen auf den Plan. Manuel Frondel vom RWI äußerte in derselben Zeitung die Hoffnung, dass Mittel aus dem Infrastrukturfonds bald für eine Vertiefung des Rheins eingesetzt werden. Frondel betonte, dass das Niedrigwasser eine nennenswerte Reduktion des Wirtschaftswachstums mit sich bringe. Die vorgeschlagene Vertiefungsmaßnahme ist jedoch nicht unumstritten, da sie potenziell das Hochwasserrisiko erhöhen könnte.
Klimawandel und Wetterextreme
Die Herausforderungen, die durch das Niedrigwasser entstehen, sind laut Experten auch eine Folge des Klimawandels. Der EU-Klimadienst Copernicus berichtet, dass der vergangene Monat der heißeste März in Europa seit Beginn der Aufzeichnungen war. Der Monat war von extremen Niederschlagsbedingungen gekennzeichnet: In einigen Teilen Europas wurde der trockenste, in anderen der nasseste März seit Beginn der Aufzeichnungen verzeichnet. Weltweit lag die Temperatur im März 2025 um 1,60 Grad über der Durchschnittstemperatur der vorindustriellen Referenzperiode (1850-1900) und übertraf damit den bisher zweitheißesten März des Jahres 2016.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .