Forscher mit Bezug zum Nahen Osten an deutschen Hochschulen üben seit Oktober 2023 vermehrt Selbstzensur. Einer Studie zufolge nehmen 85 Prozent der Befragten eine zunehmende Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit wahr; 76 Prozent halten sich bei Israel-bezogenen Themen zurück. Mehr als die Hälfte fühlt Druck, das Thema Israel/Palästina an ihrer Institution zu meiden.
Studie der Freien Universität Berlin
Das Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung der Freien Universität Berlin teilte am Montag mit, dass 85 Prozent der Befragten eine zunehmende Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit wahrnähmen. Besonders betroffen seien demnach Nachwuchswissenschaftler und befristet Beschäftigte: 76 Prozent der rund 2.000 Befragten gaben an, sich bei Israel-bezogenen Themen zurückzuhalten, wie das Zentrum mitteilte.
Als Gründe nannten die Befragten Angst vor Missverständnissen, öffentlicher Anfeindung und beruflichen Konsequenzen. Mehr als die Hälfte der Wissenschaftler fühlt Druck, das Thema Israel/Palästina an ihrer Institution zu meiden.
Berichtete Erfahrungen und Handlungsbedarf
Die Studie zeigt, dass nur 47 Prozent der Befragten keine Bedrohungen oder Einschränkungen erlebt haben. Andere berichteten von Hassrede im Netz, Antisemitismusvorwürfen und institutioneller Ausgrenzung. Die Autoren sehen Handlungsbedarf für gezielte Schutzmechanismen und eine Debattenkultur, die unterschiedliche Betroffenheiten anerkennt.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .