Vom 4. bis zum 27. September findet im Lichthaus des Stadthaus Osnabrück eine Ausstellung zum Thema „Die moderne Tram in Europa“ statt. Die Osnabrücker Stadtbahninitiative (SBI) informiert damit über die Möglichkeiten einer Straßenbahn – auch in Osnabrück. Begleitend zur Ausstellung werden Fachvorträge gehalten. 

Die Wanderausstellung „Die moderne Tram in Europa“ der Münchener Verkehrsgemeinschaft (MVG) zeigt auf verschiedenen Informationstafeln die Geschichte der Tram in Europa auf. Darüber hinaus geben Bilder darüber Aufschluss, wie Straßenbahnen in anderen europäischen Städten in das Stadtbild eingebunden werden. Viele verschiedene Möglichkeiten bieten beispielsweise die Designs von Haltestellen, Schienenführung und der Straßenbahnen selber. Wird in einigen Städten die Straßenbahn farblich an die Gebäude der Strecke angepasst, so wird in anderen Strecken die Schienenverlegung genutzt, um ein bisschen mehr Grün in die Stadt zu bringen.

Eine Tram in Osnabrück?

Bürgermeisterin Birgit Strangmann (Bündnis 90/Grüne) eröffnete die Ausstellung. „Das Thema ist für eine Stadt wie Osnabrück sehr interessant“, erzählt sie. „Es ist noch nicht lange her, da verabschiedete sich die Bahn aus den Städten und Busse galten als modern. Nun liegen Straßenbahnen wieder im Trend.“ Initiiert wurde die Ausstellung im Stadthaus durch die Osnabrücker Stadtbahninitiative. Diese kämpft schon lange für eine Straßenbahn in Osnabrück, als zusätzliches Angebot zum Busverkehr. Starten würden sie gerne mit einer Linie von Hellern nach Belm. „Die Martinistraße und Bremer Straße bieten sich vom vorhandenen Platz her wunderbar für eine Straßenbahn an“, sagt Rolf Brinkmann, Gründer der Initiative. „Wir bekommen bezüglich einer möglichen Straßenbahn schon Unterstützung vom Stadtrat. Leider aber noch nicht zu 100%.“

Tram
Rolf Brinkmann und Thomas Polewsky von der Straßenbahninitiative und Bürgermeisterin Birgit Strangmann   Foto: Leandra Finke

Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) reagierte bereits ablehnend mit einer aktuellen Pressemeldung

„Es muss im Raum Osnabrück möglich sein, ohne ein eigenes Auto mobil zu sein“, erklärt Thomas Polewsky, Mitglied der Initiative. Sowohl die Bürgermeisterin als auch die Stadtbahninitiative sind sich einig: Bezüglich der angepeilten Klimaziele der Stadt Osnabrück für das Jahr 2090 muss eine Verkehrswende stattfinden. „In anderen Städten steigen 20 bis 30%  der Personen bei der Wahl zwischen Auto und Straßenbahn in die Bahn ein. Das wollen wir hier auch erreichen, aber ohne jemandem etwas aufzuzwingen“, sagt Strangmann.

Mögliche Förderung der Straßenbahn

Laut der Initiative bestehe die Möglichkeit, dass eine Straßenbahn für Osnabrück bis zu 90% gefördert würde. Dadurch müsste die Stadt nur 10% der Kosten aus eigener Tasche zahlen. Bei angepeilten Kosten von rund 150 Millionen Euro für eine Straßenbahn-Linie 1, müsste die Stadt also nur 15 Millionen Euro selbst tragen. „Für Osnabrück sind das Peanuts“, sagt Brinkmann.