Im Tarifkonflikt mit der Vereinigung Cockpit lehnt Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter höhere Leistungen bei der betrieblichen Altersvorsorge ab und verweist auf fehlenden finanziellen Spielraum. Stattdessen bringt er einen Kompromiss ins Spiel, der auf konkrete Zusagen zur Flotten- und Perspektiventwicklung für die Crews zielt. Zugleich betont Ritter die Notwendigkeit weiterer Gewinnsteigerungen, um umfangreiche Investitionen zu finanzieren.
Im laufenden Tarifstreit mit der Vereinigung Cockpit hat Jens Ritter, Chef der Lufthansa-Airlines und der deutschen Kernmarke, unmissverständlich klargemacht, dass er keine Möglichkeit für zusätzliche Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge sieht. „Wir haben nicht ansatzweise das Geld für eine weitere Verbesserung der ohnehin schon sehr guten betrieblichen Altersvorsorge“, sagte Ritter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Für Anpassungen, die eine Belastung für die Lufthansa bedeuten würden, sei überhaupt kein Spielraum vorhanden. „Das wäre nicht zu verantworten“, so Ritter laut Funke-Mediengruppe.
Fokus auf Flotte und Perspektiven für die Crews
Gleichzeitig beschreibt Ritter andere Themen als zentral für die Belegschaft. Die Crews würden sich seiner Darstellung zufolge stärker dafür interessieren, wie die Schrumpfung der Kurzstreckenflotte gestoppt werden könne und welche Perspektiven sich für sie eröffnen ließen. Hier könne sich die Lufthansa „durchaus konkrete Zusagen“ vorstellen, sagte der Chef der deutschen Kernmarke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Gewerkschaft die tariflichen Forderungen zur Alters- und Übergangsversorgung zurückziehe.
Investitionen und Profitabilität im Fokus
An der von ihm skizzierten finanziellen Lage ändere sich nach Ritters Worten auch nichts dadurch, dass die Lufthansa-Kernmarke derzeit auf einem guten Weg sei, in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. „Ob schwarze oder rote Zahlen: Wir sind noch deutlich davon entfernt, die Profitabilität zu erreichen, die notwendig ist, um alle Investitionen aus eigener Kraft zu stemmen“, sagte Ritter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mehrere Milliarden Euro seien nach seinen Angaben nötig, um die Flotte zu erneuern. Zudem investiere die Airline einen dreistelligen Millionenbetrag in die Renovierung der Lounges in Frankfurt und München sowie in die Digitalisierung.
„Für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und die Zukunftsfähigkeit der Arbeitsplätze brauchen wir deshalb eine Marge von acht bis zehn Prozent. Eine schwarze Null ist nur ein erster Schritt, reicht aber noch nicht aus“, führte Ritter gegenüber der Funke-Mediengruppe aus. Schon jetzt habe die Lufthansa nach seinen Worten eines der besten Versorgungssysteme der Branche und zähle weltweit zu den attraktivsten Arbeitgebern.
Turnaround-Programm und Standortbedingungen
Nach wie vor belasteten den Konzern laut Ritter die hohen Standortkosten in Deutschland, weshalb man produktiver und effizienter werden müsse. Mit dem eingeleiteten Turnaround-Programm zeigte er sich jedoch zufrieden. „Der operativ beste Sommer des letzten Jahrzehnts liegt hinter uns – mit einer Regelmäßigkeit von über 99 Prozent und einer zweistellig verbesserten Pünktlichkeit. Die Kundenzufriedenheit hat sich erheblich verbessert, auch die Mitarbeiterzufriedenheit ist stark gestiegen. Die Lufthansa ist wieder auf Kurs“, sagte Ritter den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .