Als Landesminister muss der aus Osnabrück stammende Boris Pistorius immer das ganze Bundesland zwischen Harz, Heide und Küste im Blick haben. Die am Mittwoch von ihm im Landtag präsentierten Zahlen sind aber für seine Heimatstadt eine Katastrophe.

Zwar konnte Landesinnenminister Boris Pistorius seine Antwort auf eine dringliche Anfrage der Fraktion der CDU mit den Worten beschliessen: „Wie soeben dargestellt, weist die Polizeiliche Kriminalstatistik in diesem Zusammenhang eine Steigerung um 0,51% aus. In der Gesamtbetrachtung ist vor diesem Hintergrund bislang keine Tendenz zu einem grundsätzlich geänderten Anzeigeverhalten festzustellen.“
Das scheinbar positive Fazit gelang Pistorius aber nur, weil einige Polizeidirektionen im Land tatsächlich rückläufige Fallzahlen in die von Januar bis September 2016 geführte Statistik melden konnten.

Andere Polizeidirektionen gleichen die Entwicklung in Osnabrück aus

Auffällig stark – und gut für die Gesamtstatistik – sanken die Fallzahlen für Wohnungseinbrüche in Braunschweig. Um beruhigende -7,88 Prozent gingen die Wohnungseinbrüche dort zurück – schön für Braunschweig.
Doch im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Zahlen für die Polizeidirektion Osnabrück um mehr als 13 Prozent – in absoluten Zahlen von 1.810 auf 2.057 angezeigte Wohnungseinbrüche.

Immer mehr Sexualstraftaten in der PD Osnabrück

Auch bei Verfahren wegen „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ explodierten die Fallzahlen der Polizeidirektion Osnabrück, die auch das Emsland, die Grafschaft Bentheim und Teile Ostfrieslands umfasst. Um 21,93% stiegen die festgestellten Vergewaltigungen und ähnliche Verbrechen; konkret: von 693 auf 845 Einzelfälle.
Da auch hier Braunschweig mit -6,83% und zusätzlich u.a. Oldenburg mit – 9,86 Prozent die Statistik kräftig drücken, ist landesweit nur eine Zunahme
 um 0,51 Prozent feststellbar.

Die Zahlen im Einzelnen:

Entwicklung Wohnungseinbruchdiebstahle 01 bis 09/2016 ggü. Vorjahr

  • PD Braunschweig:    von 1.638 auf 1.506 gesunken, -7,88%
  • PD Göttingen:           von 1.697 auf 1.732 gestiegen, +2,06%
  • PD Hannover:            von 2.456 auf 2.378 gesunken, -3,18%
  • PD Lüneburg:            von 2.671 auf 2.738 gestiegen, +2,51%
  • PD Oldenburg:          von 2.866 auf 2.877 gestiegen, +0,38%
  • PD Osnabrück:          von 1.810 auf 2.057 gestiegen, +13,65%

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 01 bis 09/2016 ggü. Vorjahr

  • PD Braunschweig:    von 539 auf 502 gesunken, -6,83%
  • PD Göttingen:           von 527 auf 591gestiegen, +12,14%
  • PD Hannover:            von 486 auf 447 gesunken, -8,02%
  • PD Lüneburg:            von 590 auf 629 gestiegen, +6,61%
  • PD Oldenburg:          von 953 auf 859 gesunken, -9,86%
  • PD Osnabrück:          von 693 auf 845 gestiegen, +21,93%