Es könnte ja so einfach sein. Der Kundenparkplatz des IKEA-Möbelhauses soll „im Busnetz 2019 eine tragende Rolle als Umstiegsmöglichkeit für Autofahrer“ spielen und zur Park&Ride Fläche für angeblich nach Osnabrück „hereinbrechende Blechlawinen“ werden.

Ein Artikel der lokalen Tageszeitung NOZ – veröffentlicht ausgerechnet am 21. Juni, dem traditionellen Möbelhaus-Feiertag „Midsommar“ – sorgte für Aufregung und Unverständnis bei denen, um deren Parkfläche es dabei geht.

Die nach redaktioneller Ferndiagnose „reichlich vorhandenen“ Parkplätze, zu deren „P“ sich doch nur noch das „R“ für „Ride“ gesellen solle, will der schwedische Spezialist für Möbel, Hot Dogs und Teelichter offenbar doch lieber für „K“ wie „Kunden“ bereithalten – und damit sind die eigenen Kunden und nicht die des öffentlichen Nahverkehrs gemeint.

Ikea Osnabrück, Bushaltestelle
Drei Fahrräder, davon zwei „Fahrradleichen“… aktuell wird hier noch nicht umgestiegen. Im Hintergrund der IKEA-Parkplatz.

Nachgefragt, was sagt IKEA zu der P&R-Idee?

Kim Steuerwald aus der Kommunikationsabteilung des Möbelkonzerns erläutert, wo das Unternehmen derzeit steht und was bislang entschieden ist:

„Wir befinden uns aktuell in ersten Abstimmungsgesprächen mit den Stadtwerken Osnabrück. Es geht dabei um die mögliche Errichtung einer Bushaltestelle – hier ist jedoch noch nichts entschieden.“

Nach Informationen unserer Redaktion soll es erstmals in der ersten Juli-Woche einen Abstimmungstermin zwischen Stadtwerken, Verwaltung, Immobilieneigentümer und Vertretern des Möbelhauses geben. Die Hoffnung, dass die Schweden dabei auf Teile ihres Parkplatzes verzichten werden, dämpft die Pressesprecherin aus der Zentrale schon im Vorfeld:

„Die Nutzung unseres IKEA Parkplatzes als Park & Ride-Parkplatz war allerdings bislang nicht Teil unserer Gespräche mit den Stadtwerken. Eine solche Nutzung kommt für uns auch nicht in Frage. Denn wir möchten unseren Besuchern ein positives und komfortables Einkaufserlebnis bieten und hierzu zählt auch die Bereitstellung ausreichender Parkmöglichkeiten.“

Begründet wird diese kritische Haltung der Mitnahme-Möblierer damit, dass es dann eng werden würde auf der nicht unbegrenzt großen Parkfläche:

„Würden wir den Parkplatz für eine Park & Ride-Nutzung freigeben, käme es zu Überschneidungen zwischen unserem Kundenverkehr und dem der Pendler. Dies hätte zur Folge, dass wir dieses positive Einkaufserlebnis, in Verbindung mit ausreichenden Parkmöglichkeiten, nicht mehr gewährleisten können.“

Kunden und Mitarbeiter fahren gerne Bus

Allerdings sieht man der geplanten besseren Anbindung des Industriegebiets an der Grenze zwischen Hellern und Gaste grundsätzlich positiv entgegen. Im Gespräch mit unserer Redaktion berichtete eine leitende Mitarbeiterin des Osnabrücker Möbelhauses, dass neben zahlreichen Kunden auch ein nicht unerheblicher Teil der Mitarbeiter darauf angewiesen ist mit dem Bus zum Arbeitsplatz zu gelangen.
Kunden die auf individuelle Mobilität setzen, möchte man jedoch nicht durch einen verkleinerten Parkplatz vergraulen:

„Aus unserer Sicht ist eine Ausweitung und bessere Anbindung an das ÖPNV-Netz interessant, denn wir möchten, dass uns auch möglichst viele Besucher mit alternativen Verkehrsmitteln erreichen können. Dies ist für uns jedoch nicht mit einer Einschränkung der Parkmöglichkeiten für die Kunden verbunden, die weiterhin mit dem Auto zu uns kommen. Um die Möglichkeiten einer verbesserten Anbindung unseres Einrichtungshauses an das ÖPNV-Netz zu beleuchten, werden wir in der kommenden Zeit weitere Gespräche mit den Stadtwerken führen.“

 

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