Vor über einem halben Jahr berichtete unsere Redaktion bereits über Leon Beckers App-Entwicklung Mieto. Der Azubi aus Lotte nutzt seine Freizeit, um für große Probleme technische Lösungen zu finden – aktuell arbeitet er an einer Machbarkeitsstudie und technischen Lösung für die Logistikbranche, die vielleicht in einem Jahr in vielen Unternehmen in Deutschland, Europa und auch weltweit zum Einsatz kommen könnte.
Die eigene App Mieto
Wie die HASEPOST berichtete, programmierte Leon Becker die App Mieto gegen die Bürokratie, die für Vermieter anfällt. Die Testphase ist mittlerweile abgeschlossen und Becker hat erste positive Resonanz bekommen. Mitte Februar wird die App im AppStore für alle zum Download zur Verfügung stehen – Android-Nutzer müssen noch etwas Geduld haben.
Der Weg in die Selbstständigkeit
Das eigene Gewerbe hat Becker im Sommer 2025 angemeldet, doch er ist außerdem noch immer in der Ausbildung. „Ich habe normalerweise schon einen Workload von 55 bis 60 Stunden in der Woche, aber mein eigenes Gewerbe macht mir Spaß, es ist wie ein Hobby“, sagt Becker. Langfristig hofft er jedoch, dass er nach seiner Ausbildung von dem eigenen Gewerbe leben kann. „Es fühlt sich nicht nach Arbeit an – wenn ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann, geht ein Traum in Erfüllung!“
Geld verdient er mit dem Gewerbe bereits, denn er bietet Privatpersonen und Firmen sein technisches Know-How an, um technische Probleme für sie zu lösen und bei der Digitalisierung zu unterstützen. Das sind häufig Menschen, die Probleme mit älteren Geräten und Betriebssystemen haben. Becker kann ihnen ihre Computer für den Alltag wieder fit machen. Für Firmen erstellt er vor allem Websites. „Ich bin für Anfragen insgesamt offen“, betont er. Infos gibt es auch auf seiner Website und weitere Einblicke auf seinem TikTok-Kanal.
Das neue Projekt: TruckLogic
Über das Startup-Zentrum Reach aus Münster erhofft sich Becker eine Förderung für sein Tech-Startup. So kam er auch auf sein neues Projekt: TruckLogic. Wie schon mit Mieto erkennt er ein strukturelles Problem: in der Logistikbranche entstehen hohe Warenverluste. Grund dafür sind Strukturen, die anfällig für menschliche Fehler sind. Denn bevor Waren aus einem Logistiklager abtransportiert werden, zählen die Fahrer lediglich die Menge der zu transportierenden Paletten, überprüfen jedoch nicht, ob die transportierten Güter für den Empfänger korrekt sind. Wenn Paletten falsch verladen werden, kommen sie beim falschen Kunden an und gelten dann häufig als „verlorene Ware“. Diese sind für die Logistikunternehmen häufig aufwendig zu finden und an die richtige Stelle zu transportieren und so entstehen vermeidbare, hohe Kosten. An dieser Stelle entwickelt Becker eine technische Lösung.
Fahrer sollen mit einem einfachen Barcode-Scannen die Richtigkeit ihrer Fracht überprüfen können – nicht nur Menge, sondern Inhalt. So können Fehlladungen und Transporte zu falschen Empfängern verhindert werden, wodurch auch hoher Aufwand und Kosten in der Logistikbranche verringert werden.
Machbarkeitsstudie für TruckLogic sucht Interviewpartner
Um eine Machbarkeitsstudie für sein Vorhaben mit TruckLogic durchzuführen, sucht Becker derzeit Partner in der Logistikbranche, die ihm die Probleme der Warenverluste im eigenen Unternehmen erläutern, Abläufe transparent erklären und Feedback zu TruckLogic geben. Es eignen sich Unternehmen und Mitarbeiter in kleineren und größeren Unternehmen, die aus einem eigenen Lager Waren verteilen und Paletten nutzen. Die Art der Ware spielt dabei keine Rolle. Für Unternehmen verspricht TrustLogic, dass Verluste um etwa 80 Prozent sinken. Interessierte können sich am besten telefonisch bei Leon Becker (0176 50297815) melden. Die bisherigen Interviewpartner haben Becker positive Rückmeldungen gegeben und in seiner Vision mit TruckLogic bestärkt.
Blick in die Zukunft
Becker hofft, dass er durch die Machbarkeitsstudie eine Förderung im Interreg-Programm erhält und bis zum Frühjahr 2027 TruckLogic an den Markt bringen kann. „Ich glaube, dass durch meine Technologie nicht nur die Warenverluste in der Logistikbranche drastisch reduziert werden könne, sondern auch Arbeitsabläufe vereinfacht werden können und Verbraucher profitieren, da Kosten sinken“, so Becker. Langfristig wünscht er sich, etwas aufzubauen, das Substanz hat und auf Dauer besteht: „Es gibt so viele Probleme, für die es nur die richtigen Lösungen braucht und Leute, die sie finden!“
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