Das Ergebnis aus zwei Jahre intensiver Recherche konnten die Schülerinnen und Schüler des Seminarfachs Geschichte am Graf-Stauffenberg-Gymnasium am 28. März vorstellen. Sie haben ein Begleitheft entwickelt, mit dessen Hilfe sich Schulklassen die Kriegsgräber auf den Johannisfriedhof erschließen können. Dargestellt werden Familien – und Einzelschicksale einiger Menschen, die im Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen.

„Gedenke Mein!“ so lautet der Titel des Heftes, das die Schüler im Rahmen des Seminars „Tür an Tür – Kriegsgräber aus dem Zweiten Weltkrieg“ entwickelt haben. Ein ähnliches Projekt wurde bereits vor einem Jahr realisiert, als ein anderer Jahrgang die Gräber aus dem Ersten Weltkrieg näher beleuchtete. „Wir wollen die Geschichte vor Ort lebendig machen“, berichtet Sylvia Landscheidt, die Leiterin des Projekts und Lehrerin am Graf-Stauffenberg-Gymnasium. Zu dem Heft gehört ein Arbeitsblatt mit dessen Hilfe andere Schulklassen sich die Geschichte der Gräben erschließen können.



Johannisfriedhof, Gräber

Recherche und Zusammenarbeit

Begonnen haben die Schüler mit einer intensiven Recherche: „Zunächst haben wir im Internet recherchiert und Schwerpunkte für uns gewählt. Danach sind wir mehrfach ins Archiv gegangen und haben versucht mehr über die Schicksale der Personen herauszufinden“, erklärt ein Schüler. Doch nicht nur über die Archive konnten die Teilnehmer des Seminarfachs Antworten finden. Gemeinsam mit der Lehrerin starteten sie einen Aufruf in der Zeitung, suchten nach Zeitzeugen – und wurden fündig. Einer von ihnen ist Rolf Zarfl; die Halbgeschwister seiner Frau sind auf dem Johannisfriedhof beigesetzt worden: „Es gab nicht viele Informationen“, berichtet er. „Oftmals wurde das Thema totgeschwiegen, aber ich habe alles weitergegeben, was wir wussten.“

Eine besondere Botschaft

Begeistert von dem Projekt ist auch Eva Güse, die Leiterin der Friedhöfe und Bestattungswesen des Osnabrücker ServiceBetrieb: „Mir liegen die historischen Friedhöfe besonders am Herzen. Sie haben eine besondere Botschaft.“ Auch den Schülern, die viel Zeit für ihr Heft aufwendeten, sind berührt von den Schicksalen. Bei der Eröffnungsrede sagte eine Schülerin: „Die Schicksale jedes Einzelnen bewegen uns sehr und lassen uns schätzen, dass wir in unserer Heimat heute in Frieden leben können.“ In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurden 79 schwere Luftangriffe auf die Stadt geflogen, bei denen über 1.400 Menschen zu Tode kamen. Ganze Familien wurden an einem einzigen Tag ausgelöscht. Mit der Entstehung ihres Heftes „Gedenke Mein!“ tragen auch diese Schüler dazu bei, dass die Schrecken des Krieges niemals in Vergessenheit geraten.