Der ehemalige dänische Außenminister Villy Sovndal warnt vor einer Annexion Grönlands durch die USA und fordert klare Abschreckungsmaßnahmen Europas. In einem Interview mit dem „Spiegel“ bezeichnet er die US-Pläne als „Wahnsinn“ und sieht im Fall einer militärischen Einnahme Grönlands das Ende von Nato und transatlantischer Partnerschaft gekommen.
„Wir müssen die USA davor abschrecken“
Villy Sovndal</em, ehemaliger Außenminister Dänemarks und Mitglied der Grünenfraktion im EU-Parlament, sieht Abschreckungsmaßnahmen gegenüber den USA als erforderlich an, um Grönland zu schützen. „Wir müssen die USA davor abschrecken“, sagte er dem „Spiegel“ zu den US-Plänen, die Insel in der Arktis zu annektieren.
Die Europäer müssten den USA nach Einschätzung Sovndals unmissverständlich die Konsequenzen einer solchen Politik vor Augen führen. Die Europäer müssten den USA klarmachen, wie hoch der Preis wäre, den sie zahlen müssten, „wenn sie diesen Wahnsinn umsetzen“, so Sovndal. „Sollten die USA Grönland militärisch einnehmen, wäre das das Ende der Nato und der transatlantischen Partnerschaft.“
Zurückweisung von Trumps Darstellung
Die Aussage von US-Präsident Donald Trump</em, Dänemark würde lediglich ein paar Hundeschlitten zur Sicherheit Grönlands schicken, weist Sovndal zurück. „Während des Kalten Krieges waren 10.000 US-Soldaten auf Grönland stationiert, heute sind es 140. Das Königreich Dänemark investiert derzeit massiv in Verteidigung, für sich selbst und Grönland“, sagte der Ex-Außenminister dem „Spiegel“. „So kommen wir unserer Sicherheitsverantwortung vollumfänglich nach.“
Thule-Abkommen und wachsende Bedeutung der Arktis
Sovndal plädierte zudem dafür, dass sich weitere Europäer dem Thule-Abkommen-2 anschließen. Der Thule-Vertrag regelt die militärische Präsenz der USA und Dänemarks auf Grönland. „Mit dem Abtauen der Arktis zeichnet sich ab, dass die Region eine immer wichtigere Rolle spielen wird“, sagte Sovndal dem „Spiegel“.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .