In der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober brachen unbekannte Täter in die Katharinenkirche ein und stahlen die an der Orgel angebrachte Spendenbox samt Inhalt. Viele Osnabrücker waren entsetzt über die Tat und folgten einem Spendenaufruf des Osnabrücker Club. In wenigen Wochen kamen so 3.500 Euro zusammen, die vom Club verdoppelt wurden. Heute wurde die Spende für die neue Friedensorgel symbolisch auf der Orgelempore an Vertreter der Kirche übergeben.

„Als ich damals von dem Einbruch gehört habe, war ich wie vor den Kopf gestoßen“, berichtet Fritz Brickwedde, Vorstandsvorsitzender des Osnabrücker Club. „Das war eine Grenzüberschreitung, sogar eine doppelte. Denn zum einen wurde in einen heiligen Ort eingebrochen, und zum anderen das gespendete Geld der Bürger entwendet.“ Brickwedde nahm das zum Anlass zusammen mit der Stiftung des Osnabrücker Club einen Spendenaufruf zu starten. 3.500 Euro kamen so innerhalb weniger Wochen zusammen, die dann von der Stiftung verdoppelt wurden.

Das Böse mit Gutem überwinden



Pastor Otto Weymann bedankte sich bei der Stiftung und bei den Bürgern für ihr Engagement: „Der Wochenspruch der Kirche lautet damals `Das Böse mit Gutem überwinden`, und ich habe mich damals wirklich gefragt, wie ich den Dieben verzeihen kann. Doch dann kam der Anruf des Osnabrücker Club.“ So konnte zumindest ein Teil des Unrechts wieder gutgemacht werden, denn das Geld, das damals gestohlen wurden, hat die Kirche nun zurück. Für die Stiftung des Osnabrücker Club war die Aktion eine Herzenssache. „Die Stiftung will die Identität der Osnabrücker mit ihrer Stadt fördern, und die Katharinenkirche ist ein Zeichen dieser Identität. Als dort eingebrochen wurde, wurde nicht nur die Kirche beschädigt, sondern auch ein Teil von uns selbst“, sagt Brickwedde.

Eine Orgel für den Frieden

Das Geld, das am Abend auf den 24. Oktober gestohlen wurde, war für den Bau einer neuen Friedensorgel gedacht. Sie wird von einem Schweizer Orgelbauer hergestellt und wird etwa 1,5 Millionen Euro kosten; finanziert durch Eigenmittel und eben den Spenden und Fördermittel von Privatpersonen. Bis heute sind etwa 700.000 Euro für das klingende Friedenssymbol zusammengekommen, es fehlt also noch etwa die Hälfte. 7.000 Euro sind in Anbetracht der benötigen Gesamtsumme nicht wahnsinnig viel, doch sie sind wichtig, weil sie „Wunden heilen“, wie Vorstandsvorsitzender Fritz Brickwedde sagt. Und auch wenn die Spendenaktion des Osnabrücker Club inzwischen beendet ist, können Besucher zum Beispiel als Orgelpfeifenpate zur Finanzierung der neuen Orgel beitragen.

Foto von links nach rechts: Wilfried Buch, Jochen Krüger, Andreas Kruckmeyer, Arne Hatje, Fritz Brickwedde, Otto Weymann & Lisa Neumann