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Bebauungsplanung: „Icon Tower“ im Osnabrücker Hafen und keinen weiteren Einzelhandel an der Hannoverschen Straße?

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Freifläche an der Winkelhausen-Kaserne für den künftigen Icon Tower / Foto: Pohlmann

Im Osnabrücker Stadtteil Hafen gibt es Pläne eines privaten Investors, ein siebenstöckiges Bürogebäude – den sogenannten Icon Tower – zu errichten. Außerdem will die Stadt mit dem seit 2001 bestehenden Märkte- und Zentrenkonzept das Gewerbegebiet rund um die Hannoversche Straße künftig nicht mehr an Geschäfte des Einzelhandels vergeben.

Im September 2021 stellte ein privater Investor den Antrag für ein vorhabensbezogenes Bebauungsplanverfahren. Er wolle im Kreativquartier am Speicher ein siebengeschossiges Bürogebäude mit einer Geschossfläche von 3.157 Quadratmetern. 22 Meter hoch soll der Bürokomplex in Holzbauweise gebaut werden. Zum Vergleich: Das Iduna-Hochhaus misst 65 Meter. Das Bauprojekt befindet sich in direkter Nähe der unter Denkmalschutz stehenden Bestandsgebäude der Winkelhausen-Kaserne. Die Zufahrt des „individuellen Bausteins“ soll über die Römereschstraße erfolgen. Da es sich um ein beschleunigtes Verfahren handelt, wird etwa von einer Umweltprüfung und einem Umweltbericht abgesehen. „Aus stadtplanerischer Sicht wird die angestrebte Büronutzung für den Standort begrüßt“, heißt es im Bebauungsplan. Denn auch die umliegenden Flächen des sogenannten Kreativquartiers seien von Büros und anderen Gewerbenutzungen gekennzeichnet.

Die Entwürfe zur Begründung hängen jetzt im Fachbereich Städtebau aus. Währenddessen können Bürgerinnen und Bürger eine Stellungnahme abgeben.

Hier soll der Icon-Tower stehen. / Foto: Pohlmann
Hier soll der Icon Tower stehen. / Foto: Pohlmann
Modell des Icon-Towers
Modell des Icon Towers / Quelle: Stadt Osnabrück

Keinen Einzelhandel mehr rund um die Hannoversche Straße

Auf der anderen Seite Osnabrücks im Stadtteil Fledder wünscht man sich eine ähnliche Nutzung. Im gesamten Planbereich zwischen Meller Straße, Großer Fledderweg, Karmannstraße und Narupstraße soll es für den Einzelhandel künftig nicht mehr möglich sein, sich dort anzusiedeln. Das Gebiet ist in die Gewerbegebiete GE und die Industriegebiete Gl 1 und Gl 2 unterteilt. Innerhalb der Abschnitte GE und Gl 2 „sind allgemein zulässige Einzelhandelsbetriebe sowie sonstige Handelsbetriebe, die Güter auch an Endverbraucher verkaufen, nicht zulässig“, heißt es im Bebauungsplan Nr. 177. Innerhalb des Gl 1 gibt es für einige Bereiche Ausnahmen: So dürften Baby- und Kleinkinderbedarf, Fahrräder, Farben und Lacke, Möbel oder auch Tiernahrung verkauft werden. Eine vollständige Liste aller zentrenrelevanten und nicht-zentrenrelevanten Sortimente gibt es auf der Seite der Stadt Osnabrück.

Gefahr für die Innenstadt?

Bisher ansässige Unternehmen dürfen ihre Flächen ab Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses nur noch um bis zu 10 Prozent erweitern. Hintergrund ist das seit 2001 bestehende Märkte- und Zentrenkonzept der Stadt Osnabrück. In der Vergangenheit habe sich vorwiegend der Einzelhandel im Gewerbe- und Industriegebiet entlang der Hannoverschen Straße angesiedelt. „Aufgrund dieser Entwicklung trat der nicht integrierte Standort Hannoversche Straße in Konkurrenz zu den zentralen Versorgungsbereichen wie dem Hauptzentrum Innenstadt“, heißt es weiter. Nach erfassten Verkaufsflächen sei die Hannoversche Straße die größte Fachmarktagglomeration der Stadt. Obwohl sich in den Fachmarktagglomeration der Stadt nur 11,8 Prozent der Einzelhandelsbetriebe befänden, übertreffe der Verkaufsflächenanteil mit 38 Prozent leicht den der Innenstadt. „Dies macht die Notwendigkeit einer gezielten planungsrechtlichen Steuerung des Einzelhandels in der Stadt zur Sicherung der zentralen Versorgungsbereiche besonders deutlich“, lautet die Formulierung im Plan.

Stellungnahme von Bürgerinnen und Bürgern möglich

Bürgerinnen und Bürger können sich die Pläne im Dominikanerkloster (Hasemauer 1) montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 13 Uhr im Erdgeschoss ansehen. Alternativ sind die Pläne online unter www.osnabrueck.de/buergerbeteiligung einzusehen. Stellungnahmen können für den Icon Tower bis zum 15. April und für die Änderungen an der Hannoverschen Straße bis zum 29. April abgegeben werden.

Jasmin Schulte
Jasmin Schulte
Jasmin Schulte begann im März 2018 als Redakteurin für die Hasepost. Nach ihrem Studium der Germanistik und der Politikwissenschaft an der Universität Vechta absolvierte sie ein Volontariat bei der Hochschule Osnabrück. Weitere Stationen führten sie zu Tätigkeiten bei einer lokalen Werbeagentur und einem anderen Osnabrücker Verlag. Seit März 2022 ist Jasmin Schulte zurück bei der HASEPOST und leitet nun unsere Redaktion. Privat ist Jasmin Schulte als Übungsleiterin tätig, bloggt über Literatur und arbeitet an ihrem ersten eigenen Roman.
 

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