Wie gut ist die Stadt Osnabrück auf außergewöhnliche Notsituationen vorbereitet? Diese Frage rückt aktuell stärker in den Fokus, nachdem eine Ausschreibung bekannt wurde, mit der für den Ernstfall 1.000 Jogginganzüge beschafft werden sollen. Was es damit auf sich hat.
Zwischen Vorsorge und Praktikabilität
Die Idee, im Krisenfall schnell Kleidung zur Verfügung stellen zu können, ist grundsätzlich nachvollziehbar. Aber: „Osnabrück verfügt bereits heute über ein dichtes Netz aus Kleiderkammern, Wohlfahrtsverbänden und sozialen Einrichtungen, die täglich Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützen“, erklärt Thorsten Wassermann von der Osnabrücker AfD. „Diese vorhandenen Strukturen verfügen über Erfahrung, Lagerkapazitäten und funktionierende Abläufe. Es wäre sinnvoll, dieses Wissen auch für die kommunale Notfallvorsorge stärker einzubeziehen.“
Bestehende Strukturen als Stärke
Statt ausschließlich auf einen zentralen Großeinkauf mit anschließender Lagerhaltung zu setzen, wird angeregt, ergänzend auf Kooperationen zurückzugreifen. Genannt werden unter anderem das Deutsche Rote Kreuz, die Caritas, Diakonie, Sozialkaufhäuser sowie kirchliche und freie Träger mit Kleiderkammern. Viele dieser Einrichtungen arbeiten seit Jahren routiniert mit Sachspenden, Verteilungen und kurzfristigen Bedarfen.
Kosten, Lagerung und Flexibilität
Auch wirtschaftliche Aspekte spielen in der Diskussion eine Rolle. „Ein reiner Großeinkauf mit anschließender Lagerhaltung kann teuer sein und birgt Risiken wie unpassende Größen oder ungenutzte Bestände“, so Wassermann. „Kooperationen könnten dazu beitragen, Kosten zu senken, Bestände aktuell zu halten und im Ernstfall schneller und flexibler zu reagieren.“ Notfallvorsorge solle nicht allein eine Frage von Einkauf und Lagerflächen, sondern von funktionierenden Netzwerken sein.
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