Knapp die Hälfte der Deutschen befürwortet den Umbau der Industrie hin zur Klimaneutralität, auch wenn dieser direkt in ihrer Nachbarschaft umgesetzt wird. Nur eine Minderheit lehnt entsprechende Maßnahmen ab, viele Menschen sind jedoch noch unentschlossen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt zudem, dass transparente Informationen die Akzeptanz für den industriellen Wandel stärken können.
Breite Zustimmung, aber viele Unentschlossene
Knapp die Hälfte der Deutschen (47,5 Prozent) befürwortet den Umbau der Industrie hin zur Klimaneutralität, auch wenn er direkt in ihrer Nachbarschaft umgesetzt wird. Das geht aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Demnach lehnt nur jeder Siebte (14 Prozent) die Maßnahmen ab, 38 Prozent sind unentschlossen.
Eine frühzeitige und transparente Information über infrastrukturelle Veränderungen stärkt laut Studie die Akzeptanz, besonders bei Unentschlossenen. Grundlage für die Auswertung ist eine deutschlandweite Befragung des IW unter 2.180 Personen.
Umfang des industriellen Wandels
Zum industriellen Wandel gehören unter anderem der Ausbau von Stromtrassen, Wasserstoff- und CO2-Netzen, neue Windräder und Solarparks sowie Anpassungen bestehender Industrieanlagen. Trotz der erwartbar weitreichenden Eingriffe bewertet laut Studie nur ein kleiner Teil der Bevölkerung diese Entwicklungen kritisch.
Rund ein Viertel der Bevölkerung lebt laut der Analyse in Regionen, in denen größere infrastrukturelle Veränderungen anstehen. Doch auch in diesen Gebieten lehnen demnach nur etwa 18 Prozent die geplanten Maßnahmen ab. Gleichzeitig unterschätzten fast 70 Prozent der Menschen, wie stark ihre eigene Region betroffen ist.
Rolle von Information und politischem Dialog
Auch bei klarer Information über anstehende Umbauten steigt laut Studie die Ablehnung nicht. In wenig betroffenen Regionen erhöhe eine transparente Information über die geringe oder fehlende Betroffenheit sogar die Zustimmung. Eine Ausnahme bilden AfD-Sympathisanten: Zusätzliche Informationen zeige bei ihnen keinen messbaren Effekt, weder in die eine noch in die andere Richtung.
„Die Politik darf keine Angst haben, in den Dialog zu gehen und das Ausmaß der infrastrukturellen Veränderung transparent zu kommunizieren“, sagte IW-Experte Matthias Diermeier laut Funke-Mediengruppe. „So lässt sich der Gefahr entgegenwirken, dass kritische Minderheiten lokale Meinungsführerschaften erringen und die notwendigen Anstrengungen zur Klimaneutralität torpedieren.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .