Juckreiz, Rötungen und unangenehm spannende Hautstellen gehören besonders in der kalten Jahreszeit zum Alltag vieler Menschen. Der Besuch in der Apotheke oder der Griff ins Regal der Drogerie bringt aber nicht immer die erhoffte Linderung. Der Grund dafür ist, dass viele wasserbasierte Lotionen reizende Inhaltsstoffe enthalten und auf der geschädigten Haut brennen.
Eine mögliche Alternative soll ein schon fast in Vergessenheit geratenes Hausmittel bieten: Die Tallow-Creme bzw. Rindertalg-Creme, auf Social-Media auch „Beef Tallow“ oder kurz „Tallow“ genannt. Durch seine hohe biologische Ähnlichkeit zur menschlichen Haut gilt das Rinderfett als sehr gut verträglich, soll die Haut geschmeidig halten und die Hautbarriere stärken.
Warum wirkt Tallow-Creme so effektiv gegen Ekzeme und Rötungen?
Die menschliche Hautbarriere funktioniert etwas vereinfacht gesagt wie eine Schutzmauer. Bei Ekzemen oder Rosacea weist diese Mauer winzige Risse auf. Feuchtigkeit kann so aus der Haut nach außen entweichen, während reizende Stoffe wie zum Beispiel Duftstoffe, Kosmetika, Allergene aus der Umwelt und Bakterien leichter in sie eindringen können.
An diesem Punkt setzen Produkte wie die stark nachgefragte Tallow-Creme von Carnivoro an: Die Fettsäurenstruktur des enthaltenen Rindertalgs ist der des menschlichen Talgs (Sebum) sehr ähnlich. Zwar nicht 1:1, aber nah genug, sodass sie der Körper akzeptiert und gut verträgt.
Anders als viele pflanzliche Öle zieht der Talg in die obere Hornschicht ein, lagert sich dort ein und dichtet die Risse von innen heraus ab.
Feuchtigkeit bleibt so auch bei trockener Heizungsluft länger in der Haut und Reizstoffe dringen weniger leicht in sie ein. Unter optimalen Bedingungen beruhigt sich die gereizte Haut dadurch Schritt für Schritt.
Welche Inhaltsstoffe der Tallow-Creme lindern Entzündungen?
Tallow ist kein leeres Fett, sondern ein Nährstoffspeicher. Der Talg von Weiderindern enthält unter anderem fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K, eingebettet in eine natürliche Fettmatrix. Vitamin E gilt zum Beispiel als natürlicher Radikalfänger und hilft oxidativen Stress abzufedern.
Vitamin A regt die Hauterneuerung an und bietet der gereizten Haut nach Schüben genau das, was sie dringend braucht. Besondere Bedeutung kommt der konjugierten Linolsäure (CLA) zu.
In der Forschung taucht diese immer wieder im Zusammenhang mit entzündungsmodulierenden Effekten auf. Diese helfen, wenn die Haut überreagiert.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Tallow ist Palmitolsäure. Sie ist Teil des natürlichen Hautfilms und gilt in der Fachliteratur als antimikrobiell. Zusammen können diese Bausteine aufgekratzte Stellen zusätzlich schützen und den natürlichen Heilungsprozess unterstützen.
Wirkt Tallow-Creme bei Ekzemen und Rötungen besser als pflanzliche Öle?
Kokosöl und Olivenöl stehen in vielen Badezimmern und werden gerne zur Hautpflege genutzt. Chemisch gesehen wirkt Tallow-Creme bei Problemhaut häufig als die bessere und stabilere Alternative.
Pflanzenfette oxidieren nämlich schneller als Rinderfett, was ohnehin schon empfindliche Hautstellen noch zusätzlich reizen kann. Ein weiterer Pluspunkt von Rindertalg ist, dass er ohne Wasser auskommt. Damit entfallen Zusätze, die geschädigte und empfindliche Haut gerne zum Brennen bringen.
Tallow-Creme deckt die Haut ab und schließt Feuchtigkeit ein. Dieser Okklusionseffekt stoppt den Wasserverlust meist effizienter als klassische Lotionen und verschafft der Hautbarriere eine zur Regeneration benötigte Pause.
Wie wendet man die beliebte Tallow-Creme richtig an?
Das hängt ganz von der Konsistenz ab. Reiner Rindertalg ist bei Zimmertemperatur fest, fast wie Wachs oder frisch aus dem Kühlschrank kommende Butter. Für die Anwendung muss man eine kleine Menge aus dem Tiegel kratzen, sie zwischen den Handflächen verreiben und dann, wenn sie streichzart ist, sanft auf der Haut verteilen.
Deutlich einfacher gestaltet sich die Anwendung von Tallow-Cremes. Diese enthalten meist Zusätze wie Oliven- oder Jojobaöl und sind hierdurch sofort einsatzbereit. Generell gilt bei Tallow: Weniger ist mehr. Eine kleine Menge reicht in der Regel für das gesamte Gesicht.
Der beste Zeitpunkt zum Auftragen ist direkt nach dem Waschen. Am besten, wenn die Haut noch etwas feucht ist. Das Fett schließt das Wasser in der Oberhaut ein und bremst den Feuchtigkeitsverlust.
Der typische Geruch von Talg verfliegt übrigens in der Regel von selbst. Wen das stört, der kann zu einer Variante mit ätherischen Ölen oder zugesetztem Honig greifen.
Was gilt es zu beachten, wenn Rindertalg-Creme genutzt wird?
Nicht jeder Hauttyp profitiert uneingeschränkt von der reichhaltigen Pflege. Vor allem Menschen mit einer Neigung zu Unreinheiten oder Akne sollten sich besser nur langsam an Tallow-Creme herantasten.
Rinderfett gilt nämlich als leicht komedogen und kann bei entsprechender Veranlagung die Poren verstopfen. Deshalb: Am besten erst an einer kleinen Stelle testen.
Zudem entscheidet die Qualität des Rohstoffs über den Nutzen. Talg aus der Massentierhaltung weist in der Regel ein schlechteres Nährstoffprofil auf als Rinderfett aus der Weidehaltung. Zudem finden sich in Tallow-Creme von Rindern aus konventioneller Haltung nicht selten Medikamentenrückstände. Zusammengefasst bietet Tallow folgende Vorteile:
- Es ähnelt von der Struktur her dem menschlichen Hautfett.
- Die enthaltenen Vitamine unterstützen die Regeneration der Haut.
- Der Verzicht auf reizende Zusatzstoffe verhindert Brennen auf offenen Stellen.
- Die Hautbarriere wird durch einen schützenden Fettfilm physikalisch stabilisiert.
Als tägliche Basispflege kann Tallow-Creme große Vorteile mit sich bringen
Das traditionelle Hausmittel kann sich für viele Menschen mit Hautproblemen lohnen. Tallow-Creme beruhigt die Haut, unterstützt die Regeneration und kommt dabei ohne lange Inhaltsstoffliste aus.
Bei schweren Schüben ersetzt es zwar keine ärztliche Therapie, kann aber als tägliche Basispflege große Vorteile haben. Besonders wichtig ist es, auf die Qualität zu achten. Hochwertiger Talg von Rindern aus der Weidehaltung ist in der Regel die beste Wahl.