Ursprünglich kommt Halloween aus den USA. Das Gruselfest hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten allerdings auch in Deutschland fest etabliert.
Laut einer aktuellen Befragung des Handelsverbands Deutschland geben im Jahr 2025 sogar schon 15 Prozent der Verbraucher:innen an, gezielt für Halloween einzukaufen. Dieser Wert entspricht einem starken Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders gefragt sind Dekorationen, Kostüme und Partyzubehör.
Der Grund für diese Entwicklung liegt nicht allein in der globalen Popkultur. Vielmehr ist Halloween für viele Haushalte zu einem willkommenen Anlass geworden, endlich mal wieder kreativ zu werden und sich intensiv mit dem Übergang in die herbstliche Jahreszeit auseinanderzusetzen.
Vor allem Familien und Nachbarschaften nutzen das Fest in Osnabrück, um Gemeinschaft zu erleben und ihr Umfeld in die passende saisonale Stimmung zu versetzen.
Nachfrage nach Halloween-Dekoration nimmt spürbar zu
Ein Blick auf die Kaufgewohnheiten zeigt deutlich: Der größte Anteil der Halloween-Ausgaben entfällt mittlerweile auf Dekoration. Der HDE berichtet, dass rund drei Viertel der Halloween-Käufer:innen im vergangenen Jahr entsprechende Artikel gekauft haben. Figuren für den Außenbereich, gruselige Leuchtelemente, Fensterdekorationen sowie thematisch gestaltete Tisch- und Wandaccessoires gehören zu den beliebtesten Produkten.
Im Zuge dieser Entwicklung ist natürlich auch der Onlinehandel nicht außen vor. Wird nach aufwendiger Raum- oder Gartengestaltung gesucht, lässt sich im Netz eine große Auswahl an Anbietern für Halloween-Deko finden.
Diese zunehmende Vielfalt trägt dazu bei, dass Halloween heute nicht mehr als reines „Kinderfest“ wahrgenommen wird. Auch immer mehr Erwachsene entdecken den Reiz des Gruselns und nutzen die Gelegenheit, zu feiern und ihre Häuser und Wohnungen in düstere Szenerien zu verwandeln.
Planung beginnt oft schon im August
Der Halloween-Trend macht sich dabei vielerorts schon im Hochsommer bemerkbar. Auch die Einzelhändler in Osnabrück und Umgebung berichten davon, dass Halloween-Artikel deutlich früher nachgefragt werden als noch vor einigen Jahren. Die Branchenanalysen bestätigen: Viele Halloween-Fans beginnen ihre Planung schon im August. So geht es vom Strandurlaub oft direkt ins Gruselkabinett über.
Das frühe Interesse an dem Fest hat mehrere Gründe. Zum einen sind besonders gefragte Artikel, wie zum Beispiel große Horrorfiguren oder eine aufwändig gestaltete Außenbeleuchtung, häufig schnell vergriffen. Zum anderen entwickelt sich die Vorbereitungszeit für viele Menschen zu einer kreativen Phase, die hilft, sich auf den Herbst einzustimmen. Die Deko wird im Zuge dessen nicht selten über mehrere Wochen hinweg aufgebaut und stetig durch liebevolle Details erweitert.
Halloween als Wirtschaftsfaktor: Zahlen und Entwicklungen
Nach Angaben des HDE belaufen sich die geplanten Halloween-Ausgaben im Jahr 2025 auf etwa 540 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der geschätzte Umsatz noch bei 480 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 12 Prozent.
Auffällig ist dabei, dass die Nachfrage nicht nur in den Ballungsräumen steigt. Auch in Mittel- und Kleinstädten wächst das Interesse an dem amerikanischen Brauch. Für den Landkreis Osnabrück gibt es zwar keine isolierten Zahlen, doch die bundesweite Entwicklung lässt Rückschlüsse auf ähnliche Tendenzen vor Ort zu.
Einzelhändler, Dekogeschäfte und Gartencenter in der Region bestätigen, dass Halloween seit einigen Jahren ein fester Bestandteil in ihrem Jahreskalender geworden ist – mit einem spürbaren wirtschaftlichen Effekt. Saisonale Aktionen, abgestimmte Sortimente und längere Öffnungszeiten rund um den 31. Oktober zeigen, dass das Fest inzwischen auch lokal eine Rolle spielt.
Was zu Halloween besonders gefragt ist
In der Kategorie Halloween-Dekoration lassen sich klare Trends erkennen. 2024 und 2025 dominieren mehrere Produktgruppen den Markt:
- Animatronische Figuren, teilweise über einen Meter hoch, mit Bewegungs- und Lichtfunktionen
- Lichterketten, LED-Projektoren und Leuchtaufsteller mit klassischen Halloween-Motiven
- Thematisch dekorierte Wohnaccessoires wie Kissen, Vorhänge oder Türkränze
- Klassiker wie Kürbisse aus Kunststoff, Grabsteine aus Styropor und Spinnennetzstoffe
Im Onlinehandel sind die gleichen Entwicklungen zu erkennen. Die Suchanfragen nach Halloween-Deko steigen bereits im Spätsommer deutlich an, wie Daten aus Google Trends belegen.
Gestaltung erlaubt individuelle Interpretaton
Früher setzten die Menschen zu Halloween vorrangig auf einfache Kürbislaternen und Spinnennetze. Mittlerweile wird jedoch deutlich differenzierter dekoriert. Viele Haushalte entscheiden sich etwa für bestimmte Mottos – von verlassenem Spukhaus über verfluchtem Jahrmarkt bis hin zum Gruselkrankenhaus.
Im Osnabrücker Land, wo viele Menschen in Einfamilienhäusern mit Garten wohnen, bietet sich der heimische Außenbereich als Bühne für solche Konzepte an. Die Vorgärten werden mit Grabsteinen, Nebelmaschinen oder Skeletten gestaltet, während die Häuser in eine thematische Beleuchtung gehüllt oder mit schaurigen Fenstermotiven versehen werden.
Die lokale Nachbarschaft wird dadurch zu einem wichtigen Bestandteil des Grusel-Erlebnisses. Hier geht es nicht um Konkurrenz − im Fokus steht die Teilhabe. Der soziale Aspekt, zum Beispiel beim gemeinsamen Aufbau oder dem Organisieren einer Halloween-Route für die Kinder, gewinnt gesellschaftlich an Bedeutung.
Der Einfluss der sozialen Medien
Plattformen wie Instagram, TikTok oder Pinterest verstärken die Popularität von Halloween zusätzlich.
Unter den Hashtags #halloweendecor und #halloweenvibes finden sich jedes Jahr Tausende neue Beiträge, in denen Nutzer:innen ihre persönlichen Gestaltungsideen teilen. Auch im deutschsprachigen Raum wächst die Zahl der Profile, die sich der saisonalen Dekoration widmen.
Gleichzeitig erleben DIY-Projekte einen Aufschwung. In Familien, Kitas oder Schulen wird zu Halloween fleißig selbst gebastelt, bemalt und arrangiert. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Kosten für gekaufte Deko sparen, sondern es kann auch in der Gemeinschaft kreativ gestaltet werden. In vielen Haushalten ist Halloween inzwischen fest in den Bastelkalender integriert, vergleichbar mit Weihnachten oder Ostern.
Woher kommt der Brauch eigentlich?
Neben all den Deko- und Kostümfreuden sollte jedoch auch ein Blick auf den Ursprung der Tradition nicht vergessen werden.
Halloween geht auf das keltische Fest Samhain zurück, das schon vor über 2.000 Jahren in Irland gefeiert wurde. Es markierte den Übergang vom Sommer in die dunkle Jahreszeit. Die Menschen glaubten, dass in dieser Nacht die Grenze zur Geisterwelt besonders durchlässig sei.
Später griff die christliche Kirche das Datum auf und legte den Allerheiligenabend − All Hallows’ Eve − auf denselben Zeitraum. In die USA kam der Brauch im 19. Jahrhundert durch irische Einwanderer. Dort entwickelte sich Halloween zu der heute bekannten Mischung aus Gruselfest, Kostümtradition und Nachbarschaftsbrauch.
Halloween ist in Osnabrück angekommen
Das Konsumverhalten und die gesellschaftlichen Trends zeigen es klar: Halloween hat sich als herbstliches Highlight in Deutschland etabliert. Was einst als ein seltsamer, importierter Brauch galt, ist heute ein fester Bestandteil der Saison − auch im Osnabrücker Land.
Die Kombination aus Kreativität, Dekoration, sozialer Interaktion und dem Wunsch nach ein bisschen Gänsehaut-Feeling macht das Fest für verschiedenste Zielgruppen attraktiv.
