Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sieht sich nach seinen Äußerungen zum Genderverbot in seiner Behörde scharfer Kritik ausgesetzt. Vertreter aus Politik und Kulturbereich werfen ihm vor, eine ideologische Agenda zu verfolgen und von den eigentlichen Aufgaben seines Amtes abzulenken. Die Debatte entzündet sich an Weimers Aussagen, wonach in seinem Haus gendergerechte Sprache in dienstlichen Schreiben untersagt sei.
Politiker und Kulturrats-Geschäftsführer üben Kritik
Der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, Sven Lehmann (Grüne), äußerte gegenüber der „Rheinischen Post“ (Dienstag) deutliche Kritik an Wolfram Weimer. „Wenn es Kulturstaatsminister Weimer mit seinen Sonntagsreden über den Wert der Freiheit ernst meinen würde, dürfte er keine Sprachverbote verhängen“, sagte Lehmann laut „Rheinischer Post“. Er fügte hinzu: „Wer von `bevormundender Spracherziehung` spricht und im gleichen Atemzug gendergerechte Sprache verbietet, entlarvt sich selbst.“ Weiter forderte Lehmann: „Es ist an der Zeit, dass Kulturstaatsminister Weimer sich seinen tatsächlichen Aufgaben als Kulturstaatsminister widmet, statt sich fortwährend, als Kulturkampf-Minister zu inszenieren.“
Linken-Vertreter und Deutscher Kulturrat schließen sich an
Auch Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, kritisierte Wolfram Weimer. „Weimer sollte schleunigst seine ideologische Agenda ablegen und eine neue Platte auflegen, wenn es ihm um die Wahrung der Kultur geht. Statt überall die Axt anzulegen, sollte er den Anspruch haben Kunst und Kultur zu fördern“, sagte Ehling.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, bezog ebenfalls Stellung. „Es war mir bislang entgangen, dass Kulturstaatsminister Weimer in seiner Amtszeit bereits wesentliche kulturpolitische Fragen wie die Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Künstlerinnen und Künstler, die Sicherung der Marktchancen von Kulturunternehmen angesichts von Künstlicher Intelligenz, die kulturfreundliche Ausgestaltung des Steuerrechts und anderes mehr gelöst hat, sodass er nun Zeit hat, sich der Schreibweise in dienstlichen Schreiben seiner Behörde zu widmen“, sagte Zimmermann.
Weimers Position zum Genderverbot
Wolfram Weimer hatte der „Bild am Sonntag“ erklärt, dass im Kanzleramt in Briefen, E-Mails und Vermerken nicht gegendert werde. Er betonte zudem, dass erzwungenes Gendern eine Spaltung der Gesellschaft vertiefe.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .