Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, sieht steigende Beitragssätze zur gesetzlichen Krankenversicherung und warnt vor erheblichen Mehrbelastungen für Versicherte. Baas fordert schnelle und umfassende Reformen, um die Finanzierung des Systems zu sichern und kritisiert den Reformkurs der Bundesregierung.
Warnung vor steigenden Beitragssätzen
Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse, hat vor einem deutlichen Anstieg der Beitragssätze zur Krankenversicherung gewarnt. In einem Gespräch mit der „Zeit“ erklärte Baas: „Wenn die Politik keine Reform anstößt, werden die Krankenkassenbeiträge von heute schon über 17 Prozent des Bruttolohns bis zum Ende des Jahrzehnts auf 20 Prozent steigen.“ Er betonte, dass derzeit kein Ende der Beitragsspirale in Sicht sei.
Weitere Belastungen für Versicherte befürchtet
Neben der Warnung vor steigenden Beitragssätzen hob Jens Baas auch die Gefahr weiterer finanzieller Belastungen für Versicherte hervor. „Wenn die Ausgaben weiter so stark steigen, werden viele Kassen die Beiträge zum nächsten Jahreswechsel wieder anheben müssen“, sagte er gegenüber der „Zeit“.
Kritik an geplanten Bundeshilfen und Reformverzögerungen
Geplante Kredite des Bundes zur Stabilisierung der Kassenfinanzen bezeichnete Jens Baas als keine wirksame Lösung. Der TK-Chef sagte der „Zeit“: „Wenn ein System staatliche Hilfen braucht, zeigt das eigentlich nur, dass es allein nicht überlebensfähig ist. Wir brauchen keine Kredite, sondern echte Lösungen.“
Kritik äußerte Jens Baas zudem an der Strategie der Bundesregierung, mit einer Reform auf die Vorschläge einer Kommission zu warten, die erst 2027 vorgelegt werden sollen. „Das ist nicht akzeptabel“, so der Chef der Techniker Krankenkasse in der „Zeit“. Die Ausgaben würden zu schnell steigen.
Jens Baas fordert daher, dass der Bund die Kosten für die Behandlung von Bürgergeldempfängern übernimmt, den Herstellerrabatt auf Arzneimittel anhebt und die Krankenhausreform konsequent umsetzt.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .