Die „Signalgate“-Affäre um US-Verteidigungsminister Pete Hegseth droht eine neue Dimension zu erreichen. Nach übereinstimmenden Recherchen von „Spiegel“ und „New York Times“ war die Handynummer des Pentagon-Chefs, die er für einen privaten Signal-Chat zum Austausch hochsensibler Informationen nutzte, öffentlich im Internet auffindbar. Dies wirft schwerwiegende Fragen bezüglich der Cybersicherheit in höchsten Regierungskreisen auf und könnte gegnerischen Geheimdiensten Tür und Tor geöffnet haben.
Öffentlich zugängliche Handynummer des Pentagon-Chefs
Wie gemeinsame Ermittlungen des „Spiegel“ und der „New York Times“ ergaben, war die private Handynummer, die Pete Hegseth für einen Chat über einen geplanten Militärschlag verwendete, ungeschützt im Netz zu finden. Experten bewerten dies als schwere Panne. Ein europäischer Spitzenbeamter äußerte gegenüber dem „Spiegel“: „Wenn das persönliche Telefon einer solch wertigen Zielperson identifiziert sei, könne oft unbemerkt Spähsoftware auf das Gerät gespielt und der gesamte Inhalt ausgelesen werden.“ Er ergänzte: „Wenn man sich einmal in das Telefon gehackt hat, bieten auch verschlüsselte Messengerdienste wie Signal keinen Schutz mehr.“ Das Verhalten des Pentagon-Chefs bezeichnete der Spitzenbeamte als „grob fahrlässig“.
Sicherheitsrisiko durch private Kommunikation
Die „New York Times“ hatte am vergangenen Sonntag berichtet, dass Pete Hegseth über den Messengerdienst Signal brisante Informationen zu einer bevorstehenden Luftattacke gegen die Huthi-Miliz im Jemen in einem Familien-Chat geteilt habe. Teilnehmer dieser Chatgruppe waren unter anderem seine Ehefrau, sein Bruder sowie sein Anwalt. Laut den Recherchen postete Hegseth dabei Inhalte, die vergleichbar seien mit jenen, die er in einem anderen Signal-Chat mit hochrangigen Sicherheitsbeamten teilte, in den versehentlich auch ein US-Journalist eingeladen worden war.
Leicht auffindbare Nummer und fehlende Stellungnahme
Für die sensible Kommunikation nutzte Pete Hegseth laut den Berichten ein Signal-Konto, das mit seiner privaten, öffentlich recherchierbaren Mobilnummer verbunden war. Der „Spiegel“ hatte diese Nummer bereits Ende März im Internet entdeckt. Der Fall zeige, so das Magazin, „wie einfach sich private Kontaktdaten der wichtigsten US-Sicherheitspolitiker der Trump-Regierung im Netz aufstöbern ließen“. Die Telefonnummer von Hegseth sei demnach sowohl über kommerzielle Personen-Suchmaschinen als auch in im Internet geleakten Kundendaten auffindbar. Auf eine Anfrage des „Spiegel“ zu den Vorwürfen reagierte das US-Verteidigungsministerium bislang nicht.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .