Was geht ab?
Heute abend wollen wir zunächst einmal einem der ganz großen Chronisten der Osnabrücker Kneipenkultur huldigen. Der freie Journalist Thomas Wübker war gestern nachmittag für zwei Stunden in der Töpferei Niehenke in Hasbergen (Am Plessen 51, zwischen Wulfskotten und Natrup-Hagen) zu Gast und hat dort aus seinem Buch „Herrengedeck und Herzenswärme“ vorgetragen.
Bachmeier, Grammophon, Latüchte, Vennemann, Zum Humpen – wem diese Namen von Osnabrücker Traditionsgaststätten ein Begriff sind, dem ist an diesem kalten Januarsonntag mit Sicherheit das Herz aufgegangen. Wübker berichtete von weiblichen Kegelclubs, die im Schinkel jeden Samstagabend nach der Sportschau die Regentschaft übernehmen, von Hans, der mit seinen 80 Jahren nochmal eben schnell Vater geworden ist, von überforderten Wirtsleuten, die sich im eigenen Laden hinter der Theke aufgehängt haben und von dem unaufhaltsamen Strukturwandel in der hiesigen Kneipenszene. Das ganze macht er auf eine äußerst sympathische und empathievolle Art und Weise, so daß der geneigte Zuhörer nicht recht weiß, ob er jetzt weinen oder lachen soll. Beides ist jederzeit möglich. Wübker erzählt immer mit einem kleinen Augenzwinkern und mit viel Einfühlungsvermögen von den Menschen in den Osnabrücker Kneipen, die er liebevoll und mit viel Liebe zum Detail skizziert und die er dem Zuhörer dabei schließlich so nahe bringt, daß man meint, mit ihnen zusammen vor der Theke zu sitzen und ein gepflegtes Herrengedeck (ein Bier und ein Kurzer) zu sich zu nehmen. Originelle und professionelle Livemusikeinlagen, unter anderem natürlich „Die kleine Kneipe“, „Kreuzberger Nächte“ und ein Klassiker von Kneipenpoet Tom Waits, mit Unterstützung durch Hausherr Bernd Niehenke runden diese durch und durch gelungene Veranstaltung in dem urgemütlichen Ambiente der Töpferei Niehenke ab. Wer gestern nicht die Möglichkeit hatte, sich eine gehörige Portion „Herrengedeck und Herzenswärme“ einzuverleiben, der sollte diese Chance beim nächsten Mal unbedingt ergreifen. TRINKENSTIED bleibt am Ball und teilt Euch schon bald den nächsten Lesungstermin mit.

Wir empfehlen bei dieser Gelegenheit das Buch„Herrengedeck und Herzenswärme“ (Print On Demand und eBook) und die zugehörige Artikelserie bei der NOZ.

 


Kommen wir jetzt aber zu etwas völlig anderem: Am Dienstag, 24. Januar, singen uns The Gregorian Voices in der Lutherkirche an der Iburger Straße ab 19 Uhr kräftig was vor. Das aktuelle Vokaloktett aus Bulgarien ist ein Männerchor, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die frühmittelalterliche Tradition des gregorianischen Chorals wieder aufzunehmen. Das ist natürlich zur Zeit ziemlich in Mode und auf allen Fernsehkanälen zu hören, trotzdem macht es bestimmt Spaß, gestandenen Typen in Mönchskutte beim Singen zuzuhören.

Am Mittwoch, dem 25. Januar, wird ab 20 Uhr im Blue Note am Erich-Maria-Remarque-Ring eine Riesenparty gefeiert: Martin Luther hat nämlich geladen, und zwar zum ungewöhnlichsten Geburtstag, den es je gab. Denn alle seine Gäste sind bereits lange verstorben – so wie er. Trotzdem laden die „SuperintenDanten“ Martin Steinke, Hannes Meyer-ten Thoren und Hartmut Heyl dazu ein, eine Reformations- und Lutherrevue der besonderen Art mit dem Titel „Der 500. Geburtstag“ zu feiern. Die Größen der Reformationszeit – Philipp Melanchthon, Hermann Bonnus, Kurfürst Friedrich von Sachsen und Katharina Luther – kommen mit Martin Luther an einer imaginären Festtafel zusammen. Und die „SuperintenDanten“ verstehen es, diese so unterschiedlichen Charaktere dem Publikum volksnah und humorvoll nahezubringen. Mit Musik, Gesang und Originalzitaten gelingt es ihnen auch, die ernsteren Töne um Gemeinsamkeiten, Streitigkeiten und Konflikte der Reformatoren herauszuarbeiten. Auf jeden Fall ist die Reformationsrevue ein großer Spaß, den man im Jubiläumsjahr auf keinen Fall verpassen sollte.

Und zum Schluß noch ein echter Knüller: Am Donnerstag, 26. Januar, kommt der unverwüstliche Fips Asmussen um 20 Uhr in den Rosenhof. Diese deutsche Institution in Sachen Humor ist sozusagen der Vater aller Stand Up-Comedians. Da kann der Nachwuchs mit Sicherheit noch einiges lernen.

Bleibt uns gewogen, und nicht vergessen: „Rettet die Osnabrücker Kneipenkultur!

Für Hinweise auf Neueröffnungen oder Aktionen in der Gastronomie sind wir immer sehr dankbar. Schickt uns alles, was interessant sein könnte, entweder per E-Mail info@hasepost.de oder unter Fax 0541/20280379. In dringenden Fällen könnt ihr uns auch gerne unter 0541/20280370 anrufen.

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