Die Razzia wegen mutmaßlich illegaler Exporte nach Russland wird von Spitzenpolitikerinnen und -politikern als Beleg für die Wirksamkeit der Sanktionen gegen Moskau gewertet. Zugleich wächst der Druck, die Hintergründe umfassend aufzuklären und mögliche Beteiligte in Unternehmen konsequent zur Verantwortung zu ziehen.
Razzia als Signal für Sanktionsdurchsetzung
Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sieht in dem Einsatz ein wichtiges Signal für die Durchsetzung der Strafmaßnahmen gegen Russland. Es sei „richtig und notwendig, Sanktionen nicht nur zu verhängen, sondern sie auch durchzusetzen“, sagte der Vizevorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Er begrüßte, dass nun gegen Verdächtige vorgegangen werde, die EU-Embargos mutmaßlich vorsätzlich umgangen hätten.
Schwere Vorwürfe gegen beteiligte Unternehmen
Auch Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, äußerte sich im „Handelsblatt“ zu den Ereignissen. „Leider überrascht es mich nicht, dass es Unternehmen gibt, die zur Maximierung ihrer Gewinne im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen.“ Es könne nicht sein, dass Deutschland die Ukraine mit Steuergeldern unterstütze, während gleichzeitig Unternehmen „über dunkle Kanäle auf Kosten der ukrainischen Opfer Geld verdienen und die Kriegskasse Putins füllen“. Es werde höchste Zeit, diesen Vorgängen konsequent nachzugehen. „Entscheidend wird nun sein, welche deutschen Firmen darin verstrickt sind“, sagte die FDP-Politikerin dem „Handelsblatt“.
Forderung nach umfassender Aufklärung
Auch von Notz fordert laut „Handelsblatt“ eine umfassende Aufklärung der Hintergründe. Die „kriminelle Energie“, mit der politische Vorgaben unterlaufen worden seien, scheine groß. „Das genaue Netzwerk und die sich offenbar gebildete kriminelle Vereinigung zur Unterstützung des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs in der Ukraine müssen nun schnellstmöglich und vollständig ausgeleuchtet werden.“ Es gehe darum, Hintermänner und weitere Beteiligte sowie den genauen Umfang von Firmen, Lieferungen und Mittätern zu ermitteln.
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