Angesichts der Debatte um ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren fordert der Kinderschutzbund, die bestehenden gesetzlichen Regelungen konsequenter anzuwenden. Präsidentin Sabine Andresen warnt davor, Jugendliche pauschal von sozialen Netzwerken auszuschließen und sieht vor allem die Betreiber der Plattformen in der Pflicht.
Kinderschutzbund fordert Durchsetzung bestehender Gesetze
Präsidentin des Kinderschutzbundes Sabine Andresen kritisierte in der „Rheinischen Post“ (Dienstag), dass in der aktuellen Diskussion um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren der Fokus zu wenig auf der Umsetzung bereits geltender Regeln liege. „Es ist an der Zeit, bestehende Gesetze durchzusetzen, bevor man Jugendliche pauschal auszuschließen versucht“, sagte Andresen der „Rheinischen Post“ (Dienstag).
Zweifel an Wirksamkeit eines Verbots
Andresen bezweifelte, dass ein Verbot die tatsächlichen Gefahren im Netz für junge Menschen verringern würde. Durch ein Verbot würde man die komplexen Risiken für Kinder und Jugendliche im Netz nicht reduzieren. „Jugendliche werden Wege finden, die Systeme zu umgehen, sie werden andere Plattformen finden, um sich zu begegnen und auszutauschen“, sagte sie der „Rheinischen Post“.
Kritik an Plattform-Betreibern
Nach Ansicht der Präsidentin des Kinderschutzbundes gibt es bereits Instrumente, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Es gebe bereits Maßnahmen wie eine gestaffelte Freischaltung bestimmter Funktionen je nach Alter sowie niedrigschwellige Meldesysteme für problematische Inhalte. Diese würden aber von den Plattformen „schlicht nicht umgesetzt“, so Andresen gegenüber der „Rheinischen Post“.
Andresen forderte, die Betreiber deutlich stärker in die Verantwortung zu nehmen. „Ohne sichere Systeme zur Altersfeststellung ist ein Verbot nicht mehr als ein Freifahrtschein für Plattform-Betreiber, alle Bemühungen um den Kinder- und Jugendschutz einzustellen“, sagte Andresen der „Rheinischen Post“.
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