Die Grünen-Arbeits- und Sozialpolitikerin Ricarda Lang fordert vor dem Hintergrund der Debatte um den Rechtsanspruch auf Teilzeit ein gesetzlich verankertes Recht auf Vollzeit. Zugleich kritisiert sie einen Vorstoß aus der CDU zur Einschränkung des Teilzeitanspruchs als Angriff auf Arbeitnehmerrechte und insbesondere auf Frauen.
Recht auf Aufstockung bis zur Vollzeit gefordert
Die Arbeits- und Sozialpolitikerin Ricarda Lang (Grüne) fordert ein Recht auf Vollzeit für Beschäftigte. „Beschäftigte sollen einen Rechtsanspruch auf Aufstockung ihrer Arbeitszeit bis hin zur Vollzeit bekommen, wenn im Betrieb entsprechendes Arbeitsvolumen vorhanden ist“, sagte Lang den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Wenn wir es mit der Flexibilität ernst meinen, muss zugleich auch die Brückenteilzeit deutlich ausgeweitet werden“, so Lang weiter gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Das Ziel sei mehr Vereinbarkeit statt mehr Verfügbarkeit. Dafür müsse auch die Betreuungs- und Pflegeinfrastruktur massiv ausgebaut werden, „damit Vereinbarkeit nicht vom guten Willen abhängt, sondern Alltag wird“, sagte die ehemalige Grünen-Chefin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Kritik an CDU und Vorwurf eines Angriffs auf Arbeitnehmerrechte
Lang sieht in dem CDU-Vorstoß zur Einschränkung des Rechts auf Teilzeit einen Angriff auf Arbeitnehmerrechte. „Während Teile der Union noch so tun, als ginge es ihnen um Flexibilität, spricht Gitta Connemann ganz klar aus, was das eigentliche Ziel ist: weniger Rechte, weniger Schutz, weniger Freiheit für Beschäftigte“, sagte die Ex-Grünen-Chefin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Der Wirtschaftsflügel der Union beweist damit eindrücklich, wie komplett ignorant die CDU gegenüber der Lebensrealität der Menschen im Land ist – insbesondere der Frauen“, erklärte Lang dort weiter.
Wer in Teilzeit arbeite, ziehe oft Kinder groß, pflege Angehörige oder engagiere sich ehrenamtlich. „Das ist nicht faul, sondern ehrenwert“, erklärte Lang laut den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Manche würden auch in Teilzeit arbeiten, weil sie einfach körperlich sehr harte Jobs hätten.
Fokus auf Frauen und Debatte um „Lifestyle-Teilzeit“
Vor allem Frauen würden häufig gern mehr arbeiten, es fehle aber an der notwendigen Infrastruktur oder der Bereitschaft in den Betrieben, führte die Grünen-Politikerin weiter aus. „Statt diese Probleme zu lösen, redet die Union lieber die Menschen faul und das Land schlecht.“ Statt den Fachkräftemangel wirklich anzugehen, mache sie Arbeit insbesondere für Frauen unattraktiver, so Lang. „Die Union will einen Vollzeitzwang, wir fordern ein Recht auf Vollzeit.“
Die CDU-Politikerin Gitta Connemann hatte unter dem Schlagwort „Lifestyle-Teilzeit“ eine deutliche Einschränkung des bisher geltenden Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit ins Spiel gebracht und damit eine lebhafte Debatte über Arbeitszeit und Arbeitnehmerrechte angestoßen, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .