Bei einem Besuch des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) informierte sich Robert Alferink umfassend über die vielfältigen Aufgaben und Einsatzbereiche der Organisation. Der ASB ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gefahrenabwehr und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Seine Einsatzkräfte sind regelmäßig im Katastrophenschutz, bei Bombenräumungen, im Rettungsdienst sowie bei Großschadenslagen im Einsatz. Auch für außergewöhnliche Krisenszenarien bis hin zu einem möglichen Verteidigungsfall hält der ASB entsprechende Strukturen und Einsatzkonzepte vor.
Einsatzbereitschaft und Engagement durch Ehrenamtliche
Im Gespräch mit Dr. Lars Winter, Vorstandsvorsitzender ASB Regionalverband Niedersachsen-West, und Johannes Gust, Landesvorsitzender des ASB Niedersachsen, wurde deutlich, dass diese hohe Einsatzbereitschaft auf einem großen Maß an Engagement basiert, insbesondere durch Ehrenamtliche, die häufig neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen Verantwortung übernehmen.
„Der ASB leistet damit einen zentralen Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung, oft im Hintergrund und fernab öffentlicher Aufmerksamkeit.“, so Alferink. Gleichzeitig wurde im Austausch mit den Verantwortlichen klar, dass der ASB zunehmend mit erheblichen strukturellen Problemen konfrontiert ist.
Zu den strukturellen Problemen
Ein zentrales Thema ist die schwierige Gewinnung von Personal, sowohl im hauptamtlichen als auch im ehrenamtlichen Bereich. Die Anforderungen steigen, während zeitliche und finanzielle Spielräume für Engagement enger werden. Hinzu kommen wachsende bürokratische Belastungen. Umfangreiche Dokumentationspflichten, langwierige Genehmigungsverfahren und starre rechtliche Vorgaben binden personelle Ressourcen, die an anderer Stelle dringend benötigt würden.
Diese Bürokratie erschwert vielerorts die praktische Arbeit und steht oftmals in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahrenlage oder Einsatzrealität. „Die meisten Menschen hier engagieren sich ehrenamtlich, oft neben Beruf und Familie, und sind Tag und Nacht einsatzbereit“, erklärte Alferink. „Dass genau diesen Helferinnen und Helfern durch Bürokratie Steine in den Weg gelegt werden, ist nicht akzeptabel.“
Politische Entlastung notwendig
Gerade angesichts der Tatsache, dass der ASB in Krisen- und Ausnahmesituationen für die gesamte Gesellschaft einspringt, sei eine politische Entlastung dringend notwendig. Alferink sprach sich für vereinfachte Verfahren, mehr Vertrauen in die bewährten Strukturen und Erfahrungen der Hilfsorganisationen sowie eine deutlich bessere Abstimmung zwischen Kommunen, Behörden und Einsatzdiensten aus. „Wer bereit ist, Verantwortung für andere zu übernehmen, verdient Unterstützung und keine zusätzlichen Hürden“, so Alferink abschließend.
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