In fast allen Bundesländern haben am Montagmorgen die von Verdi angekündigten Streiks im kommunalen Nahverkehr begonnen. Wegen der Arbeitsniederlegungen fahren Busse, Straßen- und U-Bahnen vielerorts nicht. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen, in denen die Gewerkschaft umfangreiche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen fordert.
Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr gestartet
Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi sind am Montagmorgen in fast allen Bundesländern die angekündigten Streiks im kommunalen Nahverkehr angelaufen. Wie die Gewerkschaft mitteilte, sind lediglich die rund 5.000 Beschäftigten in Niedersachsen wegen der anhaltenden Friedenspflicht nicht zum Streik aufgerufen.
Wegen der Arbeitsniederlegungen bleiben Busse, Straßen- und U-Bahnen vielerorts im Depot. Fahrgäste müssen sich auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Personennahverkehr einstellen.
Forderungen von Verdi in der Tarifrunde
Im Zentrum der aktuellen Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen stehen nach Gewerkschaftsangaben die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, eine Verlängerung der Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zudem über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Insgesamt sind von den Verhandlungen und den damit verbundenen Arbeitsniederlegungen fast 100.000 Beschäftigte betroffen.
Gewerkschaft kritisiert Verhalten der Arbeitgeber
Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von Verdi, verwies auf die Belastung der Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr. Sie sagte, dass die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr unter hoher Belastung durch ungünstige Arbeitszeiten und Schichtarbeit stünden.
Nach ihrer Darstellung zeigten die Arbeitgeber in den bisherigen Gesprächen wenig Entgegenkommen. Die Arbeitgeber hätten in den bisherigen Verhandlungen fast jede Verbesserung verweigert und teils sogar Verschlechterungen vorgeschlagen, erklärte Behle. Das Verhalten der Arbeitgeberseite gefährde die Daseinsvorsorge und bedrohe die Teilhabe der Menschen am öffentlichen Nahverkehr, so Behle.