Anlässlich des Deutsch-Französischen Tages am 22. Januar haben die Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in Zusammenarbeit mit der Plateforme Solidarité Internationale (PSI) einen Studienbesuch in Osnabrück und Hasbergen organisiert und vier Gäste aus der französischen Gedenkstätten-, Bildungs- und Kulturarbeit aus und um Perpignan eingeladen: Laure Roucayrol (Leiterin der Bildungsarbeit der Gedenkstätte Rivesaltes), Nicole Bergé (Künstlerin mit aktueller Ausstellung in Rivesaltes), Marta Casulleras (ehemalige Präsidentin der Stiftung Kruger – La Coume) und Eleonora Rech (Repräsentantin der Plateforme Solidarité Internationale).
Studienbesuch aus Pyrénées-Orientales
Auf dem Programm standen Besuche der Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht, der Villa_, des Felix-Nussbaum-Hauses, des Erich Maria Remarque-Friedenszentrums und weiterer Gedenkorte in Osnabrück. In gemeinsamen Workshops, an denen auch Osnabrücker Kulturschaffende teilnahmen, stellten die Beteiligten ihre Arbeit vor und tauschten sich über wichtige Herausforderungen aus. Zentral war dabei etwa eine Diskussion über die Erinnerungs- und Kulturarbeit in Zeiten wachsender Demokratiefeindlichkeit und erstarkender rechter Politik in Frankreich und Deutschland.
Eine besondere Erfahrung
Für die französischen Gäste war der Austausch eine bereichernde Erfahrung. „Es ist unerlässlich, über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, um die Erinnerungskultur zu bewahren, der Vergangenheit Bedeutung zu verleihen und der Zukunft Kraft zu geben. Diese Woche hat das bewiesen: Wir haben motivierte, dynamische und engagierte Menschen getroffen! Das ist wirklich bewegend und vielversprechend“, so Laure Roucayrol (Gedenkstätte Rivesaltes).
Eleonora Rech (PSI) sagt: „Obwohl sie geografisch weit voneinander entfernt sind, sind sie sich in ihren gemeinsamen Idealen doch so nah. Als Leiterin für europäische Projekte innerhalb meiner Organisation, die sich für internationale Solidarität einsetzt, und in dem aktuell schwierigen historischen Kontext freue ich mich, dass wir unserer jüngsten Geschichte einen Sinn geben können. Durch einen generationsübergreifenden Ansatz können wir weiterhin an der Europäischen Union der Gegenwart und der Zukunft bauen.“
Michael Gander freut sich auf die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit: „In der kurzen intensiven Zeit ist es gelungen, zwei konkrete Ideen zu entwickeln: Geplant sind ein regelmäßiger Austausch zwischen den Gedenkstätten in beiden Ländern und die Entwicklung eines transnationalen Begegnungsprojektes mit jungen Menschen aus den Regionen Pyrénées-Orientales und Osnabrück sowie aus einem dritten europäischen Land.“
Förderung durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds
Vermittelt wurde der Studienbesuch von der Französin Laura Iglesias, die seit Oktober 2025 über die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) einen einjährigen Freiwilligendienst bei den Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht verrichtet. Dieser Europäische Freiwilligendienst wird von der EU gefördert. Der Studienbesuch wurde gefördert durch den Deutsch-Französischen Bürgerfonds.
Bildunterschrift zum Titelbild: Am ersten Tag des Austausches begrüßte Adrian Schäfer, Bürgermeister von Hasbergen, die französische Gruppe in der Gedenkstätte Augustaschacht. V.l.n.r., hintere Reihe: Dr. Michael Gander (Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht), Laura Iglesias (ASF-Freiwillige), Laure Roucayrol (Gedenkstätte Rivesaltes), Adrian Schäfer. Vordere Reihe: Eleonora Rech (Plateforme Solidarité Internationale), Marta Casulleras (Stiftung Kruger – La Coume), Nicole Bergé (Künstlerin). Foto: Giulia Lambert / Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht
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