
Bei allen Renovierungsentscheidungen sind wir in der Regel unter Zeitdruck. Die Materialien müssen gerade verfügbar sein, der Handwerkertermin stehen, das Budget ist begrenzt. Gerade deshalb lohnt es sich, bei Innenausbau-Themen genau zu schauen. Türen und ihre Anordnung, die Oberflächen eines Raumes sind Dinge, die wir jeden Tag sehen. Sie steuern die Lichtverhältnisse im Raum, beeinflussen Geräuschkulissen und Pflegeaufwand und entscheiden darüber, wie flexibel wir ein Zuhause später nutzen können.
Der Grundriss: Laufwege erst denken, dann dekorieren
Wie viele unserer Renovierungsüberlegungen beginnen auch diese meist mit einer stilistischen Frage: Wie soll es aussehen? Viel praktischer ist der Blick auf die täglichen Abläufe. Wo sind Engstellen? Welche Wege werden wie oft am Tag genutzt? Eine kleine Skizze reicht oft schon, um zu erkennen, ob eine Tür lieber nach innen oder außen aufschlagen soll, oder ob sich eine Schiebelösung anbietet, die Platz spart.
Auch die Raumzonen sind entscheidend. Offene Grundrisse wirken großzügig, können dadurch aber auch Lärm und Küchendüfte gleichmäßig verteilen. Eine Teilung muss längst nicht zu Dunkelheit führen. Glas oder teiltransparente Lösungen schaffen Trennungen und lassen Licht hindurch. Wer in dieser Richtung suchen möchte, wird auf dem Markt Anbieter finden, bei denen man z.B. Lofttüren kaufen kann. Die Lösung muss natürlich zur Nutzung passen, sei es Homeoffice, Kinderzimmer, Haustiere oder häufige Gäste.
Oberflächen und Materialien: Den Pflegeaufwand realistisch einschätzen
Wenn wir Böden, Wände und Arbeitsflächen auswählen, sollten man sich nicht nur am Preis orientieren, sondern auch an einem guten Verhältnis zwischen Strapazierfähigkeit und Pflegeaufwand. In Kinderhaushalten und bei vielem Besuch ist man mit einfachen, robusten und pflegeleichten Oberflächen in der Regel besser bedient. Ein Bodenbelag kann noch so schön sein, wenn er aber nach wenigen Schritten so aussieht, als liefe man die ganze Zeit darüber, ist das sehr frustrierend.
Die Art des Lichts beeinflusst ebenfalls unsere Auffassung von den Oberflächen. Matte Materialien verzeihen Fingerabdrücke eher als glänzende, die rasch nachlassen. Wer sich unsicher ist, sollte sich Muster bei Tageslicht ansehen und sich nicht nur auf die Präsentation im Baumarkt verlassen.
Wird es um die Farben für die Wände gehen, empfiehlt sich besondere Aufmerksamkeit für die Abriebfestigkeit, vor allem in Fluren und Treppenhäusern, in denen am meisten Abnutzung stattfindet. Ein wirklich guter Anstrich ist auf lange Sicht günstiger, weil nicht ständig nachgebessert werden muss.
Technik und Komfort: Unsichtbare Entscheidungen, die Bestand haben
Ein oft übersehener Bereich ist die technische Ausstattung, die später nur schwer zu ändern ist. Beispiele hierfür sind die Positionierung von Steckdosen, Beleuchtung, Netzwerkanschlüssen und Schaltern. Vor allem in Zeiten von Homeoffice und der Zunahme an Geräten kann es vorteilhaft sein, mehr Steckdosen einzuplanen, als derzeit benötigt werden.
Beleuchtung sollte über eine einfache Deckenlampe hinaus gedacht werden. Eine Kombination aus allgemeinem Licht und gezielten Lichtquellen schafft eine wohnliche und funktionale Atmosphäre. In Küche, Badezimmer und Arbeitsbereichen trägt gutes Licht wesentlich dazu bei, ob man sich in den Räumen wohlfühlt oder nicht.
Zu guter Letzt sollten Lüftungs- und Feuchteschutzmaßnahmen nicht außer Acht gelassen werden, insbesondere im Bad. Wer hier zu sparsam plant, könnte später mit Problemen wie Schimmel oder ständig beschlagenen Spiegeln konfrontiert werden.