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Gescheiterte Hoffnung aus Osnabrück: L&T-Tochter Wormland schließt alle Filialen

Wormland-Filliale in Dortmund in Osnabrück (Gesamtstadt)
Wormland-Filliale in Dortmund / Foto: Wormland
📍Ort des Geschehens: Osnabrück (Gesamtstadt)

Der Traditionsname Wormland verschwindet aus den deutschen Innenstädten. Das Modeunternehmen Theo Wormland GmbH, erst vor rund einem Jahr vom Osnabrücker Modehaus Lengermann & Trieschmann (L&T) übernommen, muss alle Filialen schließen. Damit ist die Investition aus Osnabrück gescheitert. Rund 250 Mitarbeitende verlieren ihren Arbeitsplatz.

AFP

Tochter von L&T kann nicht gerettet werden

L&T hatte mit der Übernahme von Wormland auf eine Stabilisierung und Neuausrichtung der Herrenmodekette gesetzt. Doch trotz intensiver Bemühungen ist eine Fortführung des Unternehmens nicht gelungen. Im Rahmen des Insolvenzantragsverfahrens wurde gemeinsam mit dem vom Gericht bestellten vorläufigen Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Stephan Michels, ein strukturierter Investorenprozess aufgesetzt. Begleitet wurde dieser von der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner.

Investoren da, Lösungen nicht

Zwar meldeten sich mehrere Interessenten und legten Angebote vor, doch keines davon war am Ende tragfähig. Der entscheidende Knackpunkt war die ungelöste Mietsituation. Nach Angaben aus dem Verfahren kam es weder für alle noch für einzelne Standorte zu Einigungen zwischen Investoren und Vermietern. Die Folge: Sämtliche Angebote waren an Bedingungen geknüpft, die bei einer Weiterführung des Unternehmens zu erheblichen Verlusten geführt hätten.

Diese Verlustrisiken hätten ausschließlich die Gläubiger von Wormland tragen müssen. Vor diesem Hintergrund entschied der vorläufige Gläubigerausschuss als maßgebliches Gremium, den Geschäftsbetrieb einzustellen. Eine Rettung war unter diesen Voraussetzungen wirtschaftlich nicht verantwortbar.

L&T in der Großen Straße in Osnabrück.
Erst vor rund einem Jahr hatte L&T das Modeunternehmen Wormland übernommen. / Foto: Pohlmann

Filialen schließen, Abverkauf an zwei Standorten

Das Amtsgericht Osnabrück eröffnete das Insolvenzverfahren am 28. Januar 2026. Die acht bestehenden Filialen werden grundsätzlich nicht mehr geöffnet. Lediglich in Hannover und Oberhausen sollen die Warenbestände aller Filialen noch abverkauft werden. Allen rund 250 Mitarbeitenden sowie den Vermietern der Ladenflächen wird gekündigt. Ein Abwicklungsteam übernimmt nun die Organisation der vollständigen Schließung.

Letzte Hoffnung auf Einzelübernahmen

Ganz ausgeschlossen ist eine Teilfortführung einzelner Standorte dennoch nicht. Sollten sich bestehende oder neue Interessenten doch noch mit Vermietern einigen, können Gespräche über die Übernahme einzelner Filialen weiterhin geführt werden. Konkrete Lösungen zeichnen sich derzeit jedoch nicht ab.

Strukturelle Krise der Herrenmode

Der Fall Wormland steht exemplarisch für die Probleme des stationären Einzelhandels. Besonders die Herrenmode-Branche leidet seit Jahren unter Kaufzurückhaltung. Die Nachfrage nach Herrenmode ist derzeit schwächer als in den Segmenten Damen- und Kindermode. Gleichzeitig sind die Mieten in begehrten Innenstadtlagen hoch geblieben. Das Verhältnis zwischen Umsatz und Ladenmiete hat sich vielerorts deutlich verschlechtert.