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Brustkrebs: Rita Süssmuth (88) ist tot

Rita Süssmuth
Rita Süssmuth (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesministerin Rita Süssmuth ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner würdigte sie als „eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik“.

AFP

Akademische Karriere und Einstieg in die Politik

Rita Süssmuth wurde 1937 in Wuppertal geboren. Bereits mit 34 Jahren wurde sie Professorin für Erziehungswissenschaften. In den 1970er-Jahren hatte sie einen Lehrstuhl an der Universität Dortmund inne und arbeitete parallel in verschiedenen Gremien des Familienministeriums. 1981 trat sie in die CDU ein – der Beginn einer außergewöhnlichen politischen Laufbahn.

Erste Bundesfrauenministerin

1985 berief Bundeskanzler Helmut Kohl sie zur Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ein Jahr später übernahm sie zusätzlich das Ressort Frauen und wurde damit die erste Bundesfrauenministerin Deutschlands. In dieser Zeit setzte sie sich unter anderem für die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 sowie für eine humane Aids-Politik ein. Gegen erheblichen Widerstand etablierte sie den Grundsatz „Prävention statt Ausgrenzung“.

Zweite Frau an der Spitze des Bundestages

Von 1988 bis 1998 war Süssmuth als zweite Frau nach Annemarie Renger Bundestagspräsidentin. In dieser Funktion prägte sie das Parlament auch kulturell: Sie unterstützte maßgeblich die Verhüllung des Reichstags durch das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude im Sommer 1995.

Vordenkerin der Migrationspolitik

Frühzeitig setzte sich Süssmuth für ein modernes Verständnis von Migration ein. Bereits Mitte der 1990er-Jahre forderte sie ein Bekenntnis Deutschlands zum Einwanderungsland. Von 2000 bis 2001 leitete sie die Zuwanderungskommission der rot-grünen Bundesregierung, später den Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration unter Innenminister Otto Schily. Zudem arbeitete sie in einer von den Vereinten Nationen eingesetzten internationalen Migrationskommission.

Öffentlicher Umgang mit Krankheit

Im Juni 2024 hatte Rita Süssmuth ihre Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht. Nun ist sie gestorben. Mit ihr verliert Deutschland eine Politikerin, die Debatten nicht scheute und gesellschaftliche Entwicklungen oft früher erkannte als viele ihrer Zeitgenossen.

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