Osnabrück 🎧Zoo Osnabrück will 28 Millionen Euro bis 2030 investieren

Zoo Osnabrück will 28 Millionen Euro bis 2030 investieren

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Am gestrigen Donnerstag hatte die Zoogesellschaft Osnabrück e.V. zur jährlichen Mitgliederversammlung geladen. Etwa 80 Mitglieder ließen sich über die aktuelle Entwicklung, zukünftige Projekte und die Finanzen informieren – coronabedingt in der OSC-Sporthalle. Der Jahresabschluss 2020 zeigte, dass der Zoo dank innovativer Konzepte und vieler Spenden sowie Förderungen gut durch das Krisenjahr gekommen ist.

Auf der Tagesordnung standen für die Vereinsversammlung 16 Tagesordnungspunkte, sodass den anwesenden knapp 80 Mitgliedern klar war, es würde ein langer Abend werden. „Nach anderthalb coronabedingt schweren Jahren, die eine existenzbedrohende Krise darstellten, können wir sagen, dass wir das als Team hervorragend gemeistert haben und ich möchte mich bei allen, den Mitarbeitenden sowie den Ehrenamtlichen dafür bedanken“, eröffnete Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde die Versammlung. Das Präsidium mit Zoopräsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Vizepräsidentin Diana Coppenrath, Schatzmeister Michael Wendt und den Beisitzern Dr. Marco Athen sowie Christoph Katz führte durch den Abend und berichtete den Mitgliedern. Ein besonderer Höhepunkt stand gleich zu Beginn an: Die Ehrung der langjährigen Mitglieder. Insgesamt sechs Mitglieder und Paare wurden für 40 Jahre Zootreue ausgezeichnet, drei Paare für 50 Jahre. Edith Loxtermann erhielt eine Ehrung für 60 Jahre und die Ehepaare Schlattmann und Wiemann für sogar 70 Jahre Mitgliedschaft. Neben der Vorlage der Jahresrechnung der Zoogesellschaft Osnabrück e.V., dem Bericht der Rechnungsprüfer sowie der Entlastung des Präsidiums, des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung standen auch Präsidiumswahlen für den Posten des Vizepräsidenten und eines Beisitzers auf der Agenda: Diana Coppenrath, aktuelle Vizepräsidentin, stellte sich erneut zur Wahl und wurde mit großer Mehrheit wiedergewählt (2 Gegenstimmen, 1 Enthaltung). Auch Dr. Marco Athen, der sich erneut für die Wahl als Beisitzer zur Verfügung stellte, wurde im Amt bestätigt (3 Enthaltungen).

2020 Polster erarbeitet für 2021

Einen detaillierten Einblick gab Geschäftsführer Andreas Busemann in den Jahresabschluss 2020 der Zoo Osnabrück gGmbH, die zu 75 Prozent von der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. und zu 25 Prozent von der Stadt Osnabrück getragen wird. „Unsere Spendenaufrufe, Marketingaktionen, Retter-Produkte und Unterstützung durch Stadt, Land und Bund halfen uns durch diese schwere Zeit. Insgesamt waren wir 2020 vier Monate geschlossen“, so Busemann. Die wichtige Rolle der Online-Kanäle und Öffentlichkeitsarbeit stellte Prokuristin Lisa Simon vor: „Dank unserer Social Media Plattformen und des Online-Shops konnten wir die Menschen auch während der Schließungen erreichen und Einnahmen generieren. Viele Menschen haben tolle Spendenaktionen auf die Beine gestellt, die wir auf Facebook und Co. würdigen konnten.“ Die Auswirkungen des Corona-Jahrs 2020 zeigen sich deutlich in den Tageskarten: 600.000 Euro weniger nahm der Zoo in diesem Bereich ein. Dafür stiegen Einnahmen durch Tierpatenschaften, Jahreskarten und auch Fördermittel sowie Spenden – auch dank die Verdoppelung aller Spenden während der Schließung durch die Stadt Osnabrück. Die betrieblichen Aufwendungen waren im Corona-Jahr vor allem durch weniger Werbekosten gesunken. Am Ende machte der Zoo in dem Jahr sogar einen Gewinn von 1,2 Millionen Euro, die der Zoo allerdings dringend als Polster für das aktuelle Corona-Jahr benötigt. „Wir liegen dieses Jahr immer noch hinter unserer bereits reduzierten Planung sowie den Vorjahren zurück. Das liegt an der Schließung für 3,5 Monate Anfang des Jahres: Keine Einnahmen und sehr viel weniger Spenden. Und auch nach der Öffnung Mitte März fehlten durch die Besucherobergrenze und Anmeldepflicht weiterhin Einnahmen – wir sind zurzeit aber noch optimistisch, diese Lücke durch Marketing und die Sommerferien schließen zu können, wenn das Wetter mitspielt“, berichtet Busemann.

Einblicke in die tierischen Themen

Neben dem Geschäftsführer berichteten die Zoologischen Leiter Tobias Klumpe und Andreas Wulftange sowie Zootierarzt Thomas Scheibe aus der Tierwelt des Zoos. Hier gab es schöne wie auch traurige Nachrichten. Überschattet wurden die letzten Monate von dem Tod des Nashorn- und zweiten Elefantennachwuchses. Viel Elan versprüht dagegen Elefantenbulle Yaro, der im Dezember 2020 auf die Welt kam. Auch die neue Erdmännchenanlage, die Anfang der Woche eingeweiht wurde, kommt bei den Besuchern gut an. Parallel erkunden die Löwen ihr neues Zuhause, das in zwei Schritten umgebaut wurde und nächste Woche offiziell eröffnet wird. Neben großen Umbauprojekten wie den „Wasserwelten“ stehen hier auch kleinere, aber genauso wichtige Maßnahmen an, wie ein Umbau am Haus der Warzenschweine oder ein neuer Boden für die Zebra-Anlage in „Takamanda“. Auch die Themen Artenschutz und Forschung spielen mit neuen Kooperationen und Projekten eine wichtige Rolle. Tierarzt Thomas Scheibe berichtete, dass eine neue Veterinärstation im Aufbau ist und Kollege Jannis Göttling und er mit einer dritten Kraft Unterstützung erhalten werden, da die administrativen Aufgaben der Tierärzte stark zugenommen haben.

28 Millionen Euro für das Tierwohl

Zu weiteren Vereinsthemen berichtete das Präsidium. „Wir wollen gerade in der Sommerzeit unser Vereinsleben wieder ankurbeln“, so Brickwedde. „Wir bieten deswegen Tagesreisen in andere Zoos an, planen unser Sommerfest für den 21. August und auch einen Termin für unsere Mitglieder beim Open-Air-Kino am Affentempel“. Dr. Marco Athen berichtete von der Modernisierung der Vereinssatzung, die in einem Arbeitskreis mit Mitgliedern vorbereitet wird. Schatzmeister Michael Wendt stellte die Finanzen des Vereins vor, während Beisitzer Christoph Katz die aktuelle Situation bei der Verwaltung von Erbschaften erläuterte. Diana Coppenrath behält als Vizepräsidentin bei allen aktuellen Themen die Interessen der Mitglieder im Blick. Ein Antrag aus Mitgliedskreisen für einen Holzzaun entlang der Zoogrenze, der von Kindern gestaltet werden könnte, wird das Präsidium in den kommenden Monaten bearbeiten.

Abschließend warf Zoogeschäftsführer Busemann einen Blick in die Zukunft. 28 Millionen Euro will die Geschäftsleitung bis 2030 verbauen, um das Tierwohl weiter zu steigern. Neben Großprojekten wie den „Wasserwelten“ oder dem „Elefantenpark“ sind auch viele kleinere Maßnahmen wie eine größere Außenanlage für die Totenkopfaffen oder Modernisierungen am Affenhaus geplant. „Da wir in den letzten 20 Jahren 45 Millionen Euro in neue Tieranlagen investiert haben, ist das durchaus ein realistisches Vorhaben – vor allem mit der tollen Mannschaft im Zoo“, blickt Busemann optimistisch in die Zukunft.

Folgende Ehrungen wurden vorgenommen:

40 Jahre in 2021 Dr. Winfried u. Johanna Bisping

40 Jahre in 2021 Klaus u. Annelies Grissel

40 Jahre in 2021 Wolfgang u. Barbara Mauritz

40 Jahre in 2021 Dr. med. Hans-Dieter Möller

40 Jahre in 2021 Gert u. Hedwig Reimer

40 Jahre in 2020 Jobst Wilken u. Gertrud Carl

50 Jahre in 2021 Günter u. Hildegard Sellmeyer

50 Jahre in 2020 Hans-Jürgen u. Felicitas Krems

50 Jahre in 2021 Renate Schulz-Ehlbeck

60 Jahre in 2021 Edith Loxtermann

70 Jahre in 2021 Ludger u. Marianne Schlattmann

70 Jahre in 2021 Matthias u. Heidi Wiemann

Titelbild: Die jährliche Mitgliederversammlung der Zoogesellschaft Osnabrück e.V. hat zum zweiten Mal coronabedingt in der OSC Halle stattgefunden. In der großen Sporthalle konnten die rund 80 teilnehmenden Mitglieder ausreichend Abstand halten. Wiedergewählt wurden Diana Coppenrath als Vizepräsidentin und Dr. Marco Athen als Beisitzer im Zoopräsidium (v.l.n.r.: Beisitzer Dr. Marco Athen, Präsident Dr. E.h. Fritz Brickwedde, Vizepräsidentin Diana Coppenrath, Beisitzer Christoph Katz, Schatzmeister Michael Wendt). / Foto: Zoo Osnabrück (Lisa Simon

PM
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