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Wohnungslosigkeit verhindern – Stadt Osnabrück schafft „Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention“

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Obdachloser (Symbolbild)

Wohnungslosigkeit ist eine extreme Form der Armut und der sozialen Ausgrenzung. Damit Menschen gar nicht erst ihr Obdach verlieren, gibt es in Osnabrück seit Monatsbeginn die „Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention“. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre befristet.

Bezahlbarer Wohnraum wird in Städten wie Osnabrück knapp. Das äußert sich nicht nur in steigenden Mieten, sondern auch in einer wachsenden Zahl wohnungsloser Menschen. „Zur Zeit gerät etwas aus dem Ruder, auch wenn es keine verlässlichen Statistiken gibt, können wir einen erheblichen Anstieg bei der Wohnungslosigkeit beobachten“, erzählt Sigrid Beermann-Stöveken, Leiterin des Fachdienstes Sozialer Dienst der Stadt Osnabrück. „Auffällig ist, dass sich die soziale Struktur der Wohnungslosigkeit geändert hat, es sind nicht mehr nur Randgruppen betroffen, sondern zunehmen auch junge Menschen, Berufstätige und Senioren. Unser bisheriges Angebot ist unzureichend, um dem Problem Herr zu werden.“ Mit der „Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention“ reagiert die Stadt mit einem auf zwei Jahre befristeten Pilotprojekt auf die neue Lage. Die Fachstelle soll präventiv eingreifen, bevor Wohnungslosigkeit überhaupt entsteht.

Katharina Pötter, Sigrid Beermann-Stöveken und Catja Quilitz (v.l.n.r.) erklären die neue „Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention“.

 

Zwischen Mieter und Vermieter vermitteln

Mietschulden sind der Grund für etwa 80% der Wohnungskündigungen. Das Ausbleiben der Mietzahlungen kann unterschiedliche Ursachen haben: Eine Trennung, psychische Erkrankungen, Drogensucht, die Kürzung von Sozialleistungen oder einfach ein Fehler bei der Überweisung, beispielsweise wenn es einen neuen Vermieter gibt. Die neue Fachstelle will genau hier ansetzen: „Wir möchten als Ansprechpartner für Mieter und Vermieter, der Wohnungswirtschaft und der Wohnungsbaugesellschaften dienen. Wenn es Probleme gibt und der Verlust der Wohnung droht, wollen wir möglichst frühzeitig davon erfahren und eingreifen, bevor es zu spät ist. Wir versuchen zu vermitteln und die Beziehung von Mieter und Vermieter zu reparieren. Dabei kooperieren wir unter anderem mit dem Jobcenter, der Schuldnerberatung, Einrichtungen für Suchtkranke und dem Sozialdienst katholischer Männer (SKM). Wir versuchen präventiv zu reagieren und Wohnungslosigkeit gar nicht erst entstehen lassen,“ so Beermann-Stöveken. Darüber hinaus wird ein Frühwarnsystem aufgebaut. Ein Netzwerk aus Partnern wie dem Jobcenter, Gerichten und sozialen Einrichtungen soll die Fachstelle einschalten, wenn sie erste Tendenzen wahrnehmen, die zur Wohnungslosigkeit führen könnten.

Finanzierung durch Stadt Osnabrück und Land Niedersachsen

Katharina Pötter, Sozialvorstand der Stadt Osnabrück, hofft, dass sich Vermieter künftig erst an die Fachstelle wenden und nicht sofort zum Mittel der Kündigung greifen: „Die Stadt Osnabrück setzt sich dafür ein, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, von denen letztlich alle Beteiligten profitieren. Die Rolle der Stadt als Vermittlerin und Ansprechpartner kann darüber hinaus bewirken, dass bei Vermietern die Bereitschaft wächst, auch an Menschen zu vermieten, die es sonst schwer haben, eine Wohnung zu bekommen.“ Die Kosten von 240.000 Euro für das zunächst auf zwei Jahre befristete Modellprojekt, teilt sich die Stadt Osnabrück mit dem Land Niedersachsen. Zu erreichen ist die Fachstelle telefonisch unter 0541 323 3520 und 0541 323 3521 oder per Email an kfwp@osnabrueck.de.

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.
 

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