Deutschland & die Welt Woher kommt das Wort Jeans

Woher kommt das Wort Jeans

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Wie alles begann

Namensgeber der Jeans ist nicht etwa ein amerikanisches Wort, wie man auf den ersten Blick vermutet, sondern eine italienische Stadt! Kaum zu glauben, die Stadt Genua hat dem blauen Beinkleid, Inbegriff der amerikanischen Kultur, ihren Namen geben. Aus dieser Stadt kamen nämlich die ersten Baumwollhosen, und aus der im Französischen „Gênes“ genannten Stadt wurde umgangssprachlich „Jeans“.

Aber auch die französische Stadt Nîmes ist an der Namensgebung der Jeans beteiligt: die erste Jeans wurde aus dem Textil „Serge de Nîmes“ hergestellt, einem robusten Segeltuchstoff, abgekürzt „Denim“. Voilà – da haben wir sie: die Denim Jeans.

Aber erfunden hat die Jeans doch bestimmt ein Amerikaner? Schon wieder weit gefehlt! Zumindest kein gebürtiger Amerikaner…

Der in Oberfranken im Jahre 1829 geborene Löb Strauß und seine Familie hatten in Deutschland nach dem Tode seines Vaters unter der wirtschaftlichen Lage gelitten, und so beschloss seine Mutter im Jahre 1847 kurzerhand, wie viele Menschen aus Europa in jener Zeit, nach New York auszuwandern. Der in diesem Moment 18-Jährige, der sich nun Levi Strauss nannte, bemerkte, dass in der Epoche der Industrialisierung und Goldgräber eine Sache besonders gefragt war: robuste Arbeitshosen.

So eröffnete er vier Jahre nach seiner Ankunft mit seinem Bruder und seinem Schwager ein Textilwaren-Shop. Er lernte schnell die Bedürfnisse seiner Kunden kennen, und 20 Jahre später hob er mit seinem Schneider Jacob Davis eine robuste Arbeitshose aus braunem Segeltuch aus der Wiege, verstärkt mit Nieten an den Hosentaschenecken und am Hosenschlitz. Dies war der Beginn der berühmten Levis Jeans und einer ganzen Ära. Somit gilt Levi Strauss zu recht als Erfinder der Jeans, auch wenn Strauss und Davis das Patent am 20. Mai 1873 gemeinsam anmeldeten.

Moment: braunes Segeltuch?! Aber sind die Jeans nicht blau? Richtig, aber nicht sofort. Die Farbe wechselten die Jeans erst später, den Stoff auch: Der Baumwollstoff Denim wurde mit dem Farbstoff Indigo gefärbt und 50 Jahre nach der Erfindung bürgerte sich der Begriff Blue Jeans ein. Ihr Siegeszug auf dem alten Kontinent begann durch amerikanische Soldaten, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa einführten. Bereits 1948 wurde die erste Jeans in Europa von L. Hermanns Kleiderfabrik (später: Mustang) hergestellt.

Seit den Fünfziger Jahren erlebte die Jeans einen wahren Boom unter Jugendlichen als Symbol gegen althergebrachte Traditionen und Establishment. Dafür sorgten u.a. Rebellen-Idole wie James Dean. Von da an hat sie sich als fester Bestandteil in der Mode etabliert, durch Luxus-Marken wie Chanel ist sie heute mittlerweile hoffähig auch für elegante Anlässe und weit weg von ihrem Ursprung einer reinen Arbeiterhose.

Die Jeans heute

Aus der ehemaligen, immerblauen Blue Jeans in wenigen Variationen ist heute ein ganzer Sektor der Mode geworden, es gibt Jeans in jeder nur erdenklichen Farbe und Ausführung. Auch die Passformen sind so zahlreich wie die Geschmäcker und die Träger: Enganliegend, weit geschnitten, in Glockenform, als Karotte, die klassische Röhrenform, elastisch, mit Hochbund – es gibt fast nichts, was es nicht gibt, und die Schnitte wechseln natürlich wie bei anderen Kleidungsstücken auch von Saison zu Saison. Dies beweisen auch die um die Jahrtausendwende aufkommenden Baggy Jeans, die hüfttief getragen, von der Hip-Hop-Szene marktreif gemacht wurden.

Wichtig ist, neben allen Moden immer eine zum Typ passende Jeans zu wählen. Ob Mann oder Frau, die persönliche Figur spielt eine wichtige Rolle bei der Wahl der richtigen Passform, aber auch der Anlass, zu dem man die Jeans tragen möchte. Eine sportliche Freizeitjeans bevorzugen Sie vermutlich in bequemem, nicht zu engem und elastischem Stoff, während eine eher elegante Jeans in Kombination mit einem Sakko aus Denim und gerade geschnitten sein wird. Dagegen wählt ein Jugendlicher vielleicht eine Baggy Jeans mit zerrissenen Taschen und Graffiti-Aufdruck.

Daher ist es entscheidend, eine Jeans zu finden, die sowohl typgerecht ist als auch zum Rest des Outfits passt. Eine besonders gute Übersicht finden Sie in diesem ausführlichen Jeansberater mit vielen Tipps

Neben den klassischen Denim Jeans für Damen und Herren sind es besonders die Stretch Jeans, die sich wegen ihrer perfekten Passform und der Elastizität zunehmender Beliebtheit erfreuen, auch bei körpernah geschnittenen Jeans wie der Slim Fit Modelle. Weiterhin aktuell bleibt die traditionelle Röhrenjeans, die nahezu figur-unabhängig vorteilhaft aussieht.

Eine Jeans ist im Gegensatz zu einer traditionellen Stoffhose sehr kombinierfreudig. Schon im klassischen Jeansblau passt sie zu nahezu allen Farben und ergänzt perfekt eine Vielzahl von Oberteilen, sei es T-Shirt, Bluse, Pulli oder Sakko. Lediglich bei blauen Oberteilen muss man ein wenig aufpassen, dass sie nicht ein zu ähnliches Blau wie die Jeans haben, hier passt eher ein Kontrast. Außerdem gibt es natürlich die meisten Jeans in vielen verschiedenen Farbtönen.

Weitere Vielfalt bieten die verschiedenen Waschungen wie z. B. „stone washed“ oder „moon washed“, mit Steinen oder sandgestrahlt, die bereits vor dem ersten Gebrauch die Jeans ausbleichen und weicher machen. Verschiedene weitere Methoden erzeugen zusätzlich den trendigen „Used Look“ oder sogenannte Destroyed Jeans mit Rissen und Knittern an verschiedenen Stellen. Diese sind mittlerweile sogar im Theater oder im Büro hoffähig geworden.

Die Jeans-Epochen

Während heutzutage ein nahezu unendliches Nebeneinander von Jeans-Stilen, Schnitten und Farben existiert, waren die Jahrzehnte bis zur Jahrtausendwende stärker voneinander abgetrennt und von unterschiedlichen Stilrichtungen bestimmt.

In den Fünfziger Jahren kreierten Jugendgruppen „Raw Denim Jeansjacken“ mit Hilfe von Nieten, Patches etc., welche in den Sechziger Jahren Einzug in die Szene der Rockergruppen hielten. Generell markierten die Sechziger Jahre den endgültigen Durchbruch der Jeans bei den Jugendlichen aller Bevölkerungsschichten.

Mit der Disco-Mode und Kultfilmen wie „Saturday-Night-Fever“ kamen dann in den Siebziger Jahren die sogenannten „Schlaghosen“ auf, mit teilweise extrem ausgestelltem Beinabschluss und teils mit Nieten oder glitzernden Pailletten verziert.

In den Achtzigern kamen dann bei den Damenjeans extrem enganliegende und hochgeschnittene Hosen in Mode, gleichzeitig verlangte die Massenproduktion industrialisierte Fertigung, die alten Webstühle wurden ausrangiert und teils von findigen japanischen Textilherstellern gekauft, um authentische Raw Denim Jeans im Vintage-Look herzustellen, die sich heute im Hochpreissegment befinden.

Die tiefsitzenden Baggy Jeans sind ein Kind der Neunziger Jahre und sind seither in der Skater-Szene sehr verbreitet. Nach einer Legende haben sie ihren Ursprung in den Gefängnissen, wo den Inhaftierten die Gürtel abgenommen wurden, so dass es unter Jugendlichen als „cool“ galt, eine tiefsitzende Jeans ohne Gürtel zu tragen.

Ab dem Jahre 2000 griffen die Modedesigner mehr und mehr auf vergangene Stile zurück, der „Vintage“- und „Retro“-Stil bestimmt seither auch die Jeansmode. Besonders die Siebziger und Achtziger inspirieren die Designer. In den letzten 10 Jahren hat die künstliche Bearbeitung und Alterung der Jeans ihren Höhepunkt erreicht und beschert uns heutzutage eine nie dagewesene Vielfalt der Jeans. Das beweist die Riesenauswahl in spezialisierten Jeansshops wie der Jeans Meile

Redaktion Hasepost
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