Das Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Osnabrück hat in der neuen Ausgabe der Osnabrück Aktuell das Thema „Leben und Sterben in Osnabrück“ detailliert betrachtet.

Die Zahl der Geburten ist in Osnabrück starken Schwankungen unterworfen. So wurden im Jahr 2016 in Osnabrück 1659 Kinder geboren, 301 mehr als zehn Jahre zuvor. Noch mehr waren es jedoch 1996, als 1720 Kinder das Licht der Welt erblickten. In einer ähnlichen Region bewegen sich die ältesten Zahlen aus dem Archiv der Statistikstelle: 1954 wurden in Osnabrück 1609 Geburten gezählt. Allerdings lebten damals nur 123.226 Menschen in der Friedensstadt, 2017 waren es 168.507.

Bedingungen für Kinder wieder besser

Insgesamt ist zu beobachten, dass sich in den vergangenen Jahren wieder mehr Menschen für ein Kind entscheiden. Frank Westholt vom Team Strategische Stadtentwicklung und Statistik hat mehrere Gründe für diese Entwicklung ausgemacht: „Zum einen scheinen die Bedingungen, Eltern zu werden, besser geworden zu sein“, sagt der Fachmann. „Darüber hinaus steht der Lebensentwurf mit Kind und Familie bei vielen Menschen derzeit hoch im Kurs.“

Das ist auch an der sogenannten Allgemeinen Fruchtbarkeitsrate abzulesen: 2017 kamen in Osnabrück auf 1000 Frauen zwischen 15 und 45 Jahren 44,4 Geburten. 1993 waren es nur 43,4 und im Jahr 1977 gar nur 39,3. Dieser Trend zu mehr Kindern lässt sich in ganz Deutschland beobachten. So stieg die Geburtenrate 2016 auf den höchsten Stand seit 30 Jahren. Eine auffällige Entwicklung gibt es beim Familienstand der Mütter. So wurde 2017 die Hälfte der Kinder in Osnabrück von ledigen Müttern zur Welt gebracht. 1996 waren es nur 16 Prozent, 1979 nur jedes Zehnte Kind. Übrigens: Seit 1954 gab es nur sechs Jahre, in denen Osnabrückerinnen mehr Mädchen als Jungen zur Welt brachten.


Rückgang bei Sterbefällen

Anders als die Geburtenzahlen sind die Sterbefälle im Laufe der Jahre leicht zurückgegangen. 1962 starben in Osnabrück 1629 Menschen, 2017 waren es 1603, obwohl die Einwohnerzahl in diesem Zeitraum um mehr als 27.000 gestiegen ist. Ein Trend, der in den vergangenen 20 Jahren zu beobachten ist, ist die sich verändernde Art der Bestattung. Während im Jahr 1995 noch mehr als drei Viertel (76 Prozent) der Bestattungen Erdbestattungen waren, waren es 2017 nur noch 31 Prozent. Im Jahr 2003 wurden in Osnabrück erstmals mehr Menschen in Urnen als bei einer Erdbestattung beigesetzt.

Säuglingssterblichkeit hat sich fast halbiert

Deutlich abgenommen hat über die Jahre die Säuglingssterblichkeit. Im Jahr 2016 kamen auf 1000 lebendgeborene Kinder 5,4 gestorbene Kinder. 1994 waren es noch fast zehn, 1964 sogar 30 tote Neugeborene. Immer mehr Menschen erreichen zudem ein hohes Alter. Während 1976 nur 30 Prozent der Menschen 80 Jahre oder älter wurden, erreichte 2016 mehr als die Hälfte der Osnabrückerinnen und Osnabrücker dieses Alter. In Niedersachsen hatten Männer bei Geburt 2015 eine Lebenserwartung von 77,98 Jahren, Frauen von 82,85 Jahren.

Viele weitere Statistiken zur Stadt Osnabrück sind unter www.osnabrueck.de/Statistik/ zu finden. Außerdem lassen sich unter www.osnabrueck.de/kosmos.html zu einer Vielzahl an Themenbereichen individuell statistische Zusammenhänge untersuchen.