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Wie viel Geld nimmt das Bistum Osnabrück ein und wofür wird es verwendet?

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Deutschlands Kirchen sind, verglichen mit denen in anderen Ländern, reich. Doch woher kommen die Millionen und wofür werden sie ausgegeben? Für das Bistum Osnabrück liegen jetzt neue Zahlen vor.

Das Bistum Osnabrück plant seinen diesjährigen Haushalt in Einnahmen und Ausgaben mit rund 188,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresplan sind das nach Angaben von Finanzdirektor Joachim Schnieders rund 4,7 Millionen Euro mehr. Der Haushalt könne allerdings nur durch eine Rücklagenentnahme in Höhe von 3,4 Millionen Euro ausgeglichen werden, sagte Schnieders bei der Vorstellung des Haushaltplanes am Dienstag (14. Januar) in Osnabrück. Aufgrund der nach wie vor guten Wirtschaftslage geht Schnieders auch in diesem Jahr von einem leichten Zuwachs des Kirchensteueraufkommens aus.

Kirchensteuer bringt dem Bistum viel Geld

Insgesamt 85 Prozent seiner Einnahmen erhält das Bistum durch die Kirchensteuer. Die Kirchensteuer ist im deutschen Grundgesetz verankert und wird in Niedersachsen vom Finanzamt eingezogen. Der Staat erhält dafür eine Aufwandsentschädigung von vier Prozent des Kirchensteueraufkommens. Die Höhe der Kirchensteuer ist vom individuellen Einkommen abhängig und entspricht neun Prozent der Lohn- oder Einkommenssteuer, allerdings muss niemand mehr als 3,5 Prozent seines Gesamteinkommens zahlen. Der größte Teil der Haushaltsmittel für dieses Jahr geht mit rund 62,2 Millionen Euro oder knapp einem Drittel der Gesamtausgaben an die 208 Kirchengemeinden, zum Beispiel für die Seelsorge, für Personal oder für Investitionen. Die Schlüsselzuweisungen für die Kirchengemeinden wurden pauschal um drei Prozent angehoben.

Viel Geld für Caritas, Schulen und Kitas

Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Bereich „Caritas, soziale Dienste“, der 33,1 Millionen Euro erhält. Dazu gehören u.a. die Zuschüsse des Bistums für die Kindertagesstätten (15,5 Millionen Euro), die Caritasverbände (9,2 Millionen Euro) und die Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatungsstellen (3,1 Millionen Euro). In den Bereich „Bildung, Kunst, Medien“ investiert das Bistum rund 28,3 Millionen Euro. Der Großteil davon fließt in die katholischen Schulen.

Langfristig ist mit Rückgang der Einnahmen zu rechnen

Trotz des Zuwachses beim Kirchensteueraufkommen aufgrund der guten Wirtschaftslage in Deutschland muss das Bistum laut Schnieders langfristig mit einem Rückgang des Steueraufkommens rechnen. Grund dafür seien rückläufige Taufzahlen, erhöhte Sternbezahlen und „deutlich erhöhte Kirchenaustrittszahlen“. Auch die sinkende Spendenbereitschaft wird mit Sorge gesehen. Im Jahr 2019 wurden 4.303.500 Euro über Kollekten, Spenden und Sammlungen eingenommen, für 2020 werden nur 3.883.100 Euro erwartet. Die Sternsinger sind allerdings nach wie vor in der Lage große Spendenbeträge zu sammeln. Aufgrund der langfristig erwarteten finanziellen Einbußen hat sich das Bistum einen moderaten Sparkurs verordnet. Der Blick auf die nahe Zukunft ist jedoch optimistisch. Solange Brexit, Handelskrieg und Irankrise nicht für einen plötzlichen Konjunktureinbruch sorgen, kann das Bistum weiter mit erheblichen Einnahmen rechnen.

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

 

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