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Mittwoch, Dezember 11, 2019


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Wie können Kinder vor Gewalt geschützt werden? Fünfte Osnabrücker Kinderschutzfachtagung

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Am Mittwoch, den 11. September, findet zum fünften Mal die Osnabrücker Kinderschutzfachtagung statt. Das diesjährige Thema ist „Kinder im Spannungsfeld häuslicher Gewalt“.

Gewalt gegen Kinder ist ein verbreitetes Problem und kann schwerwiegende Konsequenzen haben. Doch auch wenn Kinder nicht direkt von Gewalt betroffen sind, sondern diese „nur“ miterleben, stellt das eine erhebliche Belastung für sie dar. Die Osnabrücker Kinderschutzfachtagung steht daher unter dem Thema „Kinderschutz geht uns alle an – Kinder im Spannungsfeld häuslicher Gewalt“. 160 Teilnehmer, darunter Fachkräfte der Jugend- und Gesundheitshilfe, Hebammen, Ärzte, Erzieher in Krippen und Kitas, Schulen und Institutionen der offenen Jugendarbeit, sowie Fachkräfte der Polizei und Justiz aus der Stadt und Region Osnabrück, kommen zur Fachtagung.

Hohe Fallzahlen und großes Dunkelfeld

Häusliche Gewalt ist ein verbreitetes Problem. Allein im Jahr 2018 fielen laut Polizei 1.212 Straftaten, in Stadt und Landkreis Osnabrück, in diese Kategorie. Da viele Fälle niemals zur Anzeige gebracht werden, dürften die tatsächliche Zahl um ein Vielfaches höher sein. In 250 der registrierten Fällen waren auch Minderjährige direkt oder indirekt betroffen, oft waren mehrere Kinder im Haushalt, sodass insgesamt 766 Minderjährige betroffen waren. In etwa 80 Prozent der angezeigten Fälle waren die Opfer weiblich.


Schwerwiegende Folgen für Kinder

Auch wenn Kinder nicht direkt von Gewalt betroffen sind, können diese Erfahrungen sehr belastend sein. Viele Eltern denken, dass Kinder Gewalt in der Familie nicht mitbekämen, das ist allerdings fast nie der Fall. Wolfgang Ruthemeier, Leiter des Fachdienstes Familie der Stadt Osnabrück sagt dazu: „Kinder sind wie Seismographen, sie sind sehr sensibel und bekommen meist genau mit was hinter verschlossenen Türen passiert. Selbst wenn sie geschlafen haben spüren sie am nächsten Tag, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Gewalt in der Familie schadet den Kindern auf vielfältige Weise. Sie erlernen Gewalt als Lösungsmöglichkeit für Konflikte, in vielen Fällen beginnen Jungen sich mit den Tätern und Mädchen sich mit den Opfern zu identifizieren. Viele Kinder werden daher selbst gewalttätig. Scham und Traumata gefährden die kindliche Entwicklung zusätzlich, erklärt Ruthemeier.

Puppen wie diese helfen der Polizei beim Umgang mit Kindern

Große Bemühungen Betroffenen zu helfen

Verschiedene Einrichtungen bemühen sich in Osnabrück um den Schutz von Kindern. Hierbei findet eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei statt. Immer wenn eine Anzeige wegen häuslicher Gewalt eingeht, gibt die Polizei den Fall an die Beratungs- und Informationsstelle (BIS) und die Täterberatungsstelle weiter. Wenn Minderjährige direkt oder indirekt betroffen sind, wird auch das Jugendamt in Kenntnis gesetzt. „Viele Eltern haben Angst vor dem Jugendamt. Sie haben die Vorstellung, dass man ihnen die Kinder wegnehmen will. Im schlimmsten Fall haben sie doppelt Angst, sowohl vor ihrem Partner, als auch vor dem Jugendamt. Es ist wichtig, dieses Vorurteil abzubauen“, erklärt Wolfgang Ruthemeier.

Die Hilfseinrichtungen bemühen sich, die Menschen für häusliche Gewalt zu sensibilisieren. Ein Beispiel ist das Projekt „Starkes Stück“, bei dem die Polizei Kindern der sechsten und siebten Klasse zeigt, dass Gewalt keine Selbstverständlichkeit ist und ihnen erklärt, wo sie Hilfe finden. „Die Gesellschaft ist in den letzten Jahren senibler geworden, was sich beispielsweise bei einer erhöhten Anzeigebereitschaft zeigt, dennoch gibt es noch immer eine hohe Dunkelziffer und es bleibt viel zu tun“, sagt Maike Ahlrichs von der Polizei Osnabrück.

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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