Landkreis Osnabrück Wie Corona Kurzarbeit in der Region Osnabrück geprägt hat

Wie Corona Kurzarbeit in der Region Osnabrück geprägt hat

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Um Entlassungen vor dem Hintergrund der Pandemie zu vermeiden, setzen viele Betriebe der Region auf Kurzarbeit. Für April 2020 registrierte die Agentur für Arbeit bislang das größte Volumen an Anzeigen für Kurzarbeit. Jetzt liegen für diesen Monat erstmals verlässliche Daten zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit in der Region vor.

Im April 2020 hatten 3.946 Betriebe aus Stadt und Landkreis Osnabrück die Möglichkeit zur Kurzarbeit wahrgenommen. Betroffen waren in den Unternehmen insgesamt 40.928 Mitarbeitende. Allein in der Stadt nutzten 1.518 Betriebe Kurzarbeit für insgesamt 20.672 Personen, im Landkreis galt dies für 2.428 Betriebe und 20.256 Männer und Frauen. Ursprünglich hatten die Arbeitsagentur bezogen auf die gesamte Region im April 4.748 Anzeigen für Kurzarbeit und für bis zu 62.838 Personen erreicht. Somit waren knapp zwei Drittel der Mitarbeitenden, die theoretisch hätten kurzarbeiten sollen, auch tatsächlich in Kurzarbeit.

Fern: Kurzarbeit hat viele Arbeitsplätze gerettet.

„Die Corona-Pandemie hat im April etwa 2.000 Menschen in der Region kurzfristig den Arbeitsplatz gekostet, gut 40.000 weitere sind in Kurzarbeit gegangen“, fasst Christiane Fern, Leiterin der Osnabrücker Arbeitsagentur, zusammen. „Das zeigt auch, was hätte passieren können, wenn es dieses Instrument nicht gäbe. Ganz klar: Die Kurzarbeit hat in der ersten Phase mit den ganzen Einschränkungen sehr, sehr viele Arbeitsplätze gerettet.“

Viele kleinere Betriebe betroffen

Von den 2.428 Betrieben des Landkreises, die Kurzarbeit im April nutzten, entstammten 297 dem Einzelhandel (1.366 Mitarbeitende), 279 der Gastronomie (1.020 Mitarbeitende), 275 dem verarbeitenden Gewerbe (7.982 Mitarbeitende) und 255 dem Gesundheitswesen (1.638 Mitarbeitende). In der Stadt waren von den betroffenen 1.518 Unternehmen 197 aus dem Einzelhandel (2.424 Personen), 221 aus der Gastronomie (1.352 Personen), 156 aus dem Gesundheitswesen (1.007 Personen) und 81 aus dem verarbeitenden Gewerbe (4.016 Personen). Fern: „Das ist die Besonderheit dieser Pandemie: Gerade Betriebe aus dem Einzelhandel oder der Gastronomie, die sich zuvor kaum mit dem Thema Kurzarbeit beschäftigen mussten, haben die Schließungen im April hart erwischt. Es hat nicht wie in der Finanzkrise nur bestimmte Branchen erfasst, in denen wenige große Arbeitgeber viele Mitarbeitende kurzarbeiten ließen. Diesmal hat es viele kleinere Betriebe getroffen, die ihre jeweils zahlenmäßig eher überschaubare Mitarbeiterschaft in Kurzarbeit schicken mussten.“

Kleinstbetriebe mit den meisten Mitarbeitenden in Kurzarbeit.

So zählten 11.227 der insgesamt 40.928 Kurzarbeitenden der Region zu Kleinstbetrieben, die maximal 19 Personen beschäftigen. 10.139 Kurzarbeitende entstammten Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten, 10.266 Personen aus Betrieben mit 100 bis 499 Beschäftigten. Großbetriebe hingegen, die mehr als 500 Personen zur Belegschaft zählen, ließen 5.351 Männer und Frauen kurzarbeiten. Die durchschnittliche Anzahl der Kurzarbeitenden in allen betroffenen Unternehmen lag im April bei zehn.

Arbeitsausfall im Durchschnitt bei 47 Prozent.

Unter den über 40.000 Kurzarbeitenden mussten indes „nur“ 96 einen vollständigen Arbeitsausfall hinnehmen. Für den größten Teil der Kurzarbeitenden – 15.460 Personen – lag der Arbeitsausfall zwischen 25 und 50 Prozent. 11.868 mussten einen Ausfall zwischen 50 und 75 Prozent hinnehmen, 5.423 zwischen 75 und 99 Prozent, 6.712 Personen einen Ausfall von bis zu 25 Prozent. Im Durchschnitt aller Kurzarbeitenden lag der Arbeitsausfall bei 47 Prozent.

Fern: Perspektivisch wieder mehr Kurzarbeit.

Christiane Fern zufolge ist die Region bislang mit einem blauen Auge davongekommen: „Auch, wenn die Einschränkungen im Frühjahr einen massiven Anstieg bei der Kurzarbeit verursacht haben – es hätte noch deutlich schlimmer kommen können. Die erste Infektionsphase hat sich schnell genug beruhigt, so dass eine richtige Entlassungswelle vermieden werden konnte. In den letzten zwei Monaten konnte sich der Arbeitsmarkt sogar etwas erholen, es sind wieder deutlich mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit in Arbeit zurückgekehrt.“ Die jetzt beginnenden neuerlichen Kontakteinschränkungen könnten allerdings zu neuerlichen Spannungen auf dem Arbeitsmarkt führen. Fern: „Wir gehen davon aus, dass die Kurzarbeit – gerade in der Gastronomie, Hotel- und Veranstaltungsbranche – wieder spürbar zunimmt. Für die betroffenen Unternehmen, die sich ja auch gerade erst langsam von den ersten Schließungen erholen konnten, wird die Zeit schwierig. Es wäre daher eminent wichtig, dass die derzeitigen Beschränkungen möglichst bald wieder aufgehoben werden könnten. Deswegen sind wir alle aufgefordert, die Maßnahmen der Bundesregierung zu befolgen, um diesen Zeitraum zu minimieren.“



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