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Weiterentwicklung der Villa Schlikker: Personelle Verstärkung für das Museumsquartier Osnabrück

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Haltung, Courage, Engagement und Werte – das sind Themen, die aktuell, einhergehend mit den zum Teil bedrohlichen Entwicklungen unserer Gesellschaft, über alle Schichten hinweg kontrovers diskutiert werden. Themen, mit denen sich zukünftig in der Villa Schlikker im Museumsquartier Osnabrück der Historiker und Pädagoge Daniel Gollmann in Zusammenarbeit mit den Museumsbesuchern besonders auseinandersetzen wird.

Die denkmalgeschützte Villa Schlikker, ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte, wird von der Stadt Osnabrück bis 2023 in Bezug auf das Wirken des Osnabrücker NS-Juristen Hans Georg Calmeyer zu einem modernen geschichtlichen Begegnungs- und zivilgesellschaftlichen Lernort weiterentwickelt.

Bereicherung für das Team

„Mit der Besetzung dieser Stelle ist Osnabrück ein weiterer wichtiger Schritt für die Wahrnehmung als Friedensstadt gelungen. Durch Daniel Gollmann, der sich unter mehr als hundert Zuschriften mit seiner Bewerbung durchgesetzt hat, erfährt die Weiterentwicklung und der anschließende Betrieb des Friedenslabors in der Villa Schlikker nun auch personelle Unterstützung. Die ambivalente Rolle Hans Georg Calmeyers in der Zeit des Nationalsozialismus kann mit Hilfe seiner wissenschaftlichen Expertise sorgfältig aufgearbeitet werden. Ich bin sicher, dass er das Team des MQ4 mit seiner Expertise enorm bereichern wird“, meint Erster Stadtrat Wolfgang Beckermann.

Vermittlung von Erinnerungskultur

„Daniel Gollmann wurde für die Begleitung der Neukonzeptionierung des Museumsstandortes Villa Schlikker und für die Entwicklung und Umsetzung eines Vermittlungsprogramms zur Erinnerungskultur an das Haus geholt. Seine Aufgabe wird es sein, die künftige neue Dauerausstellung des Hauses mit zu entwickeln und diese durch vielfältige pädagogische Angebote zu begleiten. Er hat uns besonders durch seine sehr gute wissenschaftlich-didaktische Qualifikationen im Bereich der Zeitgeschichte und historischen Bildung und seine umfassenden Erfahrungen an ähnlichen Institutionen überzeugt“, erläutert Museumsdirektor Nils-Arne Kässens begeistert.

Daniel Goldmann, der neue wissenschaftliche Mitarbeiter des Museumsquartiers Osnabrück. / Foto: Roman Partikewitsch.

Wertvolle Kontakte zu anderen Lernstandorten

Daniel Gollmann hat in Münster Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaften studiert und bringt langjährige Erfahrungen im wissenschaftlich-pädagogischen Bereich für Gedenkstätten und Erinnerungsorte mit. Dazu gehören zum Beispiel die Konzeption und Realisierung von Ausstellungen, die Konzeption didaktischer Materialien für unterschiedlichste Zielgruppen, Entwicklung von Hörbüchern oder die Aufbereitung von Zeitzeugeninterviews. Zudem verfügt er über wertvolle Kontakte zu historischen Lernstandorten, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen, sein Fachwissen hat er zuletzt für den „Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V.“, im Geschichtsort „Villa ten Hompel“ in Münster und beim „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ eingesetzt.

Emotionale Anknüpfungspunkte regen Verstehen an

Im Zuge seiner wissenschaftlichen Arbeit wird er mit kreativen und interdisziplinären Ideen das neu erlangte Wissen – auch über Hans Georg Calmeyer – einem breiten Publikum zur Verfügung stellen. Hierbei ist Gollmann ein Aktualitätsbezug wichtig, insbesondere für jüngere Zielgruppen. Jungen Menschen soll verdeutlicht werden, dass ihre Gegenwart auch immer mit ihrer Geschichte verknüpft ist. Seine Arbeit soll Gedankenräume eröffnen, um eine Selbstbefragung zu ermöglichen und ein „Produkt entstehen zu lassen“. Möglich wären hier zum Beispiel eine Sonderausstellung oder eine selbstgefertigte Zeitung. Auch Projekttage in Zusammenarbeit mit Schulen können neue Sichtweisen erschließen: Diktatorische Regime und Krieg führen auch heute noch zu Flucht und Vertreibung. Bindet man hier Zeitzeugen ein, bietet das einerseits emotionale Anknüpfungspunkte für Schüler, so dass ein nachhaltiges Geschichtsverständnis entstehen kann. Andererseits sind die Themen Flucht, Vertreibung und Migration, losgelöst vom Nationalsozialismus, auch anschlussfähig für die Erfahrungen der zahlreichen Osnabrücker mit Migrationshintergrund.

Chancen für Kooperationsausbau

Große Chancen sieht der neue Mitarbeiter im Osnabrücker Museumsquartier im Ausbau der Kooperation mit den städtischen Einrichtungen wie dem Gestapokeller, dem Augustaschacht, dem Erich Maria Remarque-Friedenszentrum und dem städtischen Büro für Friedenskultur.


PM
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