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Was macht der Müll im Aquarium? Sensibilisierung zur Müllvermeidung im Zoo Osnabrück

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Was schwimmt alles im Meer – außer Meerestiere? Das erfahren Besucher neuerdings im „Tetra-Aquarium“ im Zoo Osnabrück in einem neuen Aquarium, das Tierpfleger Felix Kopatz und Marco Feldmann gemeinsam mit Kollegen eingerichtet haben. / Foto: Zoo Osnabrück / Jan Banze

Jeden Tag landen circa 30.000 Tonnen Müll im Meer. Ein Großteil davon ist Plastikmüll, der nicht nur Jahrzehnte oder sogar länger in den Meeren treibt, sondern auch eine Gefahr für Menschen und Tiere darstellt. Im Zoo Osnabrück macht im „Tetra Aquarium“ nun eine neue Installation auf die Verschmutzung der Ozeane aufmerksam.

Wie lange benötigt eine Getränkedose um sich im Meer aufzulösen? Was passiert mit Zigarettenresten, die im Wasser landen? Und wieso ist Mikroplastik so problematisch? Auf diese und andere Fragen gibt eine neue Installation im „Tetra Aquarium“ des Zoo Osnabrück Antworten. Hierfür wurde eigens ein neues Becken aufgebaut und eingerichtet. Doch anstatt bunter Fische, die neugierig ein Korallenriff erkunden, schwimmen im neuen Aquarium lediglich alte Plastikflaschen, zerbeulte Getränkedosen und in der seichten Strömung flattert eine Plastiktüte neben einem alten Absperrband. Der wenig einladende Anblick auf das verschmutzte Wasser verdeutlicht die Verdreckung der Meere und die ist gewaltig: „Jeden Tag landen ca. 30.000 Tonnen Müll im Meer“ erklärt Tobias Klumpe, zoologische Leitung im Zoo Osnabrück. „Besonders schädlich ist Plastik“, wie Klumpe weiter erläutert. „Plastik treibt teilweise Jahrhunderte lang in den Meeren. Auch wenn es zerfällt, bleiben winzige Partikel übrig, das sogenannte Mikroplastik. Diese winzig kleinen Plastikteilchen sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar und gelangen über die kleinsten Meerestiere in die Nahrungskette. Wenn Fischer dann mit Mikroplastik kontaminierte Fische fangen, gerät der Plastikmüll auch in den menschlichen Körper.“

Meerestiere verhungern oder ersticken

Für die Meeresbewohner ist aber nicht nur Mikroplastik ein Problem. Auch alte Getränkedosen, die mit ihren scharfen Kanten wie Messer durch die Meere treiben, oder herrenlose Fischernetze und achtlos weggeworfene Plastiktüten stellen eine reelle Gefahr dar. Viele Tiere verfangen sich in ihnen und verhungern oder sie verschlucken gleich ganze Plastiktüten, die sie für Nahrung halten. „Qualvoll ersticken sie dann an dem Müll oder die Plastiktüten verstopfen ihren Verdauungstrakt, sodass die Tiere nicht mehr fressen können und mit ‚vollem Magen‘ verhungern“, schildert Katja Lammers, wissenschaftliche Assistentin im Zoo Osnabrück. Zusammen mit den Tierpflegern im „Tetra Aquarium“ hat sie das neue Becken mit der besonderen Botschaft, eingerichtet. Inzwischen sind lauf WWF mehr als 800 Tierarten durch menschlichen Müll in den Ozeanen bedroht und könnten für immer verschwinden.

Umwelt- und Artenschutz ist ein Thema für alle

Warum im Zoo Osnabrück auf die Umweltverschmutzung aufmerksam gemacht wird, erläutert Tobias Klumpe: „Als Zoo gehören Umweltbildung, Natur- und Artenschutz zu unseren wichtigsten Aufgaben. Dabei helfen uns nicht nur unsere Tiere mit den Besuchern über diese Themen ins Gespräch zu kommen, sondern manchmal muss auch verbildlicht werden, was Umweltverschmutzung durch uns Menschen genau bedeutet. Mit unserem ‚Müllbecken‘ lässt sich das besonders prägnant im Meerestierbereich verdeutlichen.“ Die neue Installation macht nicht nur auf Probleme aufmerksam, sondern erklärt mit Hinweisschildern im und neben dem Becken auch, wie lange der Müll im Wasser zur Zersetzung benötigt und was wir alle gegen die Verschmutzung der Meere tun können. So hilft es schon Plastikmüll beim Einkauf zu vermeiden und anstatt Einweg- Mehrwegflaschen zu nutzen. „Aber auch Familie, Freunde und Bekannte auf das Thema aufmerksam zu machen, kann helfen. Denn so verbreitet sich das Thema und es achten immer mehr Menschen auf die Vermeidung von Müll“, so Katja Lammers. Wer einen ersten Einblick in die Thematik erhalten möchte, sollte darum beim nächsten Zoobesuch im „Tetra Aquarium“ vorbeischauen. Die neue Installation befindet sich am Übergang vom Meerwasserbereich zu den Reptilien und ist nicht zu übersehen.


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