# Was der Osnabrücker Bischof Dominicus zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren zu sagen hat Datum: 08.05.2025 07:00 Kategorie: Aktuell URL: https://www.hasepost.de/was-der-osnabruecker-bischof-dominicus-zum-ende-des-zweiten-weltkrieges-vor-80-jahren-zu-sagen-hat-595670/ --- Am 8. Mai 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Aus diesem Anlass richtet sich der Osnabrücker Bischof Dominicus mit eindringlichen Worten an die Gläubigen im Bistum Osnabrück – und mahnt angesichts aktueller Konflikte zur Wachsamkeit, zum Zusammenhalt und zu gelebter Friedensbereitschaft. ## Wieder werden Menschen getötet In seinem Schreiben erinnert Bischof Dominicus an die verheerenden Folgen des Zweiten Weltkriegs, der am 8. Mai 1945 endete: „Der Krieg brachte unermessliches Leid über Millionen von Menschen, Europa lag in Trümmern.“ Der Bischof gedenkt besonders der Opfer des NS-Regimes: sechs Millionen Juden wurden ermordet, unzählige Menschen – darunter auch Christen – starben in Konzentrationslagern, weil sie nicht in das menschenverachtende Weltbild der Nationalsozialisten passten. Der Bischof erinnert an den Schwur, der nach Kriegsende durch das Land hallte: „Nie wieder Krieg. Nie wieder Diktatur. Nie wieder eine Politik, die Menschen verachtet.“ Und doch, so Dominicus, sei diese Mahnung heute aktueller denn je. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine stellt er fest: „Wieder werden Menschen getötet, Städte zerstört, Freiheit unterdrückt.“ ### „Frieden ist kein Selbstläufer“ In einer Zeit, in der Misstrauen wachse, demokratische Strukturen unter Druck geraten und gesellschaftlicher Zusammenhalt brüchig erscheine, fordert Bischof Dominicus, sich auf die Grundwerte des Friedens zu besinnen: „Frieden ist kein Selbstläufer. Er fällt nicht vom Himmel – er muss gewollt, gestaltet und beschützt werden.“ Dabei sei Frieden weit mehr als die Abwesenheit von Krieg: Er beginne im Herzen, dort, „wo wir einander mit Respekt begegnen“ und die Würde jedes Menschen achten. Das Oberhaupt des Bistums Osnabrück ruft zum Engagement gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung auf – und zur Solidarität mit jenen, „die Angst haben, schwach sind oder ihre Heimat verloren haben.“ Die Geschichte mahne, Verantwortung für ein menschliches Miteinander zu übernehmen. Der 8. Mai sei nicht nur ein Gedenktag, sondern auch ein Aufruf zur aktiven Friedensgestaltung, so Dominicus. „Im Kleinen wie im Großen, im Vertrauen auf das Wort Jesu: Selig sind, die Frieden stiften – denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück