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Warum auch die HASEPOST beim Facebook-Werbeboykott mitmacht – und wie

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Lieber Mark Zuckerberg,

Du wirst diese paar Zeilen vermutlich nie lesen, aber Sie werden einige Leser der HASEPOST erreichen, und das ist mir fast noch wichtiger.
Unsere paar Werbe-Euro werden wohl auch kaum ins Gewicht fallen, aber wir sind in der Statistik jetzt eines der vielen Unternehmen, die im kommenden Monat mal keinen Umsatz machen.

Eine persönliche Nachricht von Hasepost-Herausgeber Heiko Pohlmann

Ich muss zugeben, ich war immer von Facebook begeistert. Privat und später als Gründer der HASEPOST: Toll, wen man alles über Facebook erreichen kann und wen man alles so kennenlernt oder wiederentdeckt; zum Beispiel alte Schulfreunde oder Arbeitskollegen.
Doch dann änderte sich der Algorithmus und man musste als Facebook-Teilnehmer (egal ob Unternehmen oder Privatmann) entweder ganz schön heftige Sachen posten, oder als gewerblicher Nutzer für die Aufmerksamkeit bezahlen.

Sorry Mark Zuckerberg, das war ein böser Fehler. Das war vielleicht „der Fehler“.
Diese Logik, die ausgerechnet die Nutzer belohnt, die „ganz schön heftige Sachen“ posten, als Alternative für das nahezu parallel für Unternehmen eingeführte Bezahlen von Sichtbarkeit (aka Werbung), hat viel zur Radikalisierung einiger Leser beigetragen.

Wir bei der HASEPOST haben uns immer ein wenig hindurchmogeln können. Interessante Themen und manchmal auch provokant formulierte Teaser bringen immer noch merkbare Reichweite. Nur statt wie vor ein paar Jahren mehr als 50%, kommen inzwischen so nicht einmal mehr 15-20% aller Leser über Facebook zu uns auf die Website Hasepost.de.
Zum Glück sind wir im kleinen und überschaubaren Osnabrücker Medienmarkt inzwischen so relevant geworden, dass unsere Seite zum weit überwiegenden Teil von vielen Lesern direkt aufgerufen wird. Was für ein toller Erfolg und dafür vielen Dank an unsere Leser!

Aber manchmal „leisten“ wir uns dann doch noch eine kleine Facebook- oder Instagram-Anzeige. So kann man gelegentlich und für kleines Geld einen Artikel pushen, wenn er der Redaktion am Herzen liegt und droht sonst nicht beachtet zu werden.
Das machen wir jetzt einfach mal einen Monat nicht mehr! Nicht nur weil es ein Umdenken beim Facebook-Algorithmus braucht, sondern weil wir als Publisher einfach auch bessere Tools benötigen um zum Beispiel offensichtlich strafbare Inhalte direkt an die entsprechenden Behörden zur Überprüfung zu senden (das ist nämlich überhaupt nicht unsere Aufgabe). Und weil es Funktionen braucht, damit bekannte Trolls und Störer – wie bei jeder vernünftigen Foren-Software – zum Beispiel erst dann mit ihren Kommentaren sichtbar werden, wenn sie vorher jemand gesichtet hat. Facebook läßt uns da oft ganz schön alleine, und dann schaffen es ein paar Idioten (sorry für die Ausdrucksweise) einen Kommentar-Thread mit Hass und dummen Kommentaren kaputt zu machen.
Da hilft es auch nicht mit Bezug auf unser #Hausrecht dazwischen zu gehen, so schnell können wir oft gar nicht sein.

Und ja, wir schließen uns auch der Ansicht der vielen anderen boykottierenden Unternehmen an (inzwischen soll sogar jedes dritte werbende Großunternehmen intern und meist auch extern einen Facebook-Boykott verkündet haben), dass Facebook es endlich selbst erkennen muss, dass diese großartige Plattform keine Spielwiese für Hass, Rassismus, Fake News und Intoleranz werden darf, bzw. diesen bereits eingeschlagenen Weg beenden muss. In so einem Umfeld wollen auch wir kein Geld für Werbung ausgeben!

Beste Grüße lieber Mark Zuckerberg,

Heiko Pohlmann

Heiko Pohlmann
Heiko Pohlmann gründete die HASEPOST 2011 unter dem Titel "I-love-OS", die Ursprungsidee reicht aber auf das bereits 1996 gestartete Projekt "Loewenpudel.de" zurück. Direkte Durchwahl per Telefon: 0541/385984-11

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