Um es gleich vorweg zu schreiben: Das Ausweichen von PKW auf einen Fahrradweg oder von Fahrradfahrern auf einen Fußweg ist von Seiten der Straßenverkehrsordnung nicht vorgesehen.

In der Praxis passiert so ein Ausweichen allerdings regelmäßig, zum Beispiel um im Sinne des §1 der Straßenverordnung ein gegenseitiges Passieren zu ermöglichen. Auf der Straße „Am Natruper Holz“ vor der Paracelsus Klinik ist das für die Autofahrer jetzt nicht mehr möglich. Dafür werden nun die Fahrradfahrer auf den Gehweg oder die ohnehin schon vielbefahrene Straße gedrängt.



Die Anwohner wurden nicht informiert, warum seit einigen Tagen der Fahrradweg vor ihren Häusern mit zahlreichen Warnbaken zugestellt wurde. Es gibt auch keinen Hinweis für die Fahrradfahrer, dass diese nun zusätzlich die ohnehin oft überlastete Straße benutzen sollen. Einige Fahrradfahrer, die wir beim Fototermin vor Ort beobachten können, machen es jetzt allerdings so, wie zuvor die Autofahrer: Sie weichen nun seitlich auf den Fußweg aus – ebenfalls in Konflikt mit der Straßenverkehrsordnung.

Eine Anliegerin machte uns auf die seltsame Aneinanderreihung von Baustellenabsperrungen – ohne Baustelle – aufmerksam; wir haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt (siehe unten).

Begegnungsverkehr wird nun noch schwieriger

Vor allem in den Morgenstunden und am Nachmittag kommt es nun zu noch mehr Stauungen und riskanten Begegnungen auf der engen Straße, die halbseitig zumeist von Klinikbenutzern als Parkfläche genutzt wird. Bislang nutzten zahlreiche Autofahrer Möglichkeit für wenige Meter auf den Fahrradweg auszuweichen, um so eine Begegnung zwischen zwei Fahrzeugen zu ermöglichen.

Warnbaken am Natruper Holz, Osnabrück
Warnbaken ohne Baustelle – ist der Fahrradweg wirklich beschädigt oder sollen die Autos ausgebremst werden?

Fahrradweg soll geschützt werden – und wird dadurch unbenutzbar

Nach Auskunft von Gerhard Meyering vom Presseamt der Stadt Osnabrück, wurde der Radweg durch die widerrechtlich ausweichenden Autofahrer beschädigt. „Um weitere Beschädigungen zu vermeiden wurden Baken aufgestellt.“ Verantwortlich für die Maßnahme sei der Osnabrücker ServiceBetrieb. Leider konnte unsere Redaktion am Freitagnachmittag dort niemanden erreichen. Wir bleiben am Ball um herauszufinden, ob die Warnbaken auf dem Fahrradweg zum Dauerzustand werden sollen.
Immerhin wird der Fahrradweg nun vor weiteren Beschädigungen geschützt – auch wenn er dadurch nicht mehr benutzbar ist ohne teilweise auf den Fußweg auszuweichen…

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