Start Aktuell Vorreiter im Kampf gegen multiresistente Keime: MRE Netzwerk feiert zehnjähriges Bestehen

Vorreiter im Kampf gegen multiresistente Keime: MRE Netzwerk feiert zehnjähriges Bestehen

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Erfolgreiche Bilanz: Vor zehn Jahren wurde im Osnabrücker Land das MRE Netzwerk gegründet. Das Ziel, multiresistente Keime zu bekämpfen, ist dabei gelungen: So konnte die Infektionsrate in den vergangenen Jahren gesenkt werden. Der Rückblick war Teil einer Veranstaltung im Kreishaus Osnabrück anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Netzwerks.


Bei Gründung lautete die Bezeichnung noch MRSA Netzwerk. Die Umbenennung erfolgte, um der Ausweitung auf alle multiresistenten Erreger Rechnung zu tragen. Landrat Michael Lübbersmann benannte in seiner Begrüßung zentrale Wegmarken der vergangenen zehn Jahren: Dazu gehörten etwa die Untersuchung von Krankenhauspatienten auf Keime, die Ausweitung des Netzwerks auf Alten- und Pflegeeinrichtungen oder die Auszeichnung aller 15 Krankenhäuser in Landkreis und Stadt Osnabrück mit dem EURSafety-Qualitätssiegel. Zudem wurde 2014 der MRE-Pass eingeführt, den Patienten erhalten. Er trägt zu einem besseren Informationsfluss zwischen Ärzten und Einrichtungen im Gesundheitswesen bei: „Unsere Region ist Vorreiter bei der Bekämpfung von multiresistenten Keimen“, resümierte der Landrat. Die Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter ging auf die Anfänge des Netzwerkes ein, das nach einer regionalen Gesundheitskonferenz im Mai 2009 gegründet worden war: „Das zeigt deutlich, wie wichtig und erfolgreich regional vernetztes Arbeiten ist.“

Das größte Netzwerk Niedersachsens

Projektkoordinatorin Daniela Felsmann-Eger trug zum Thema „10 Jahre erfolgreiche Netzwerkarbeit“ vor. Sie führte aus, dass der Erfolg dieses Netzwerkes auf vielen Säulen aufbaue. Ein klares, gemeinsames und erstrebenswertes Ziel für alle Akteure, eine Struktur, die eine kontinuierliche Koordination mit festen Ansprechpartnern ermögliche, die Unterstützung der Leitungen der Gesundheitseinrichtungen, eine gute Vernetzung mit Institutionen und vor allem kompetente und engagierte Netzwerkteilnehmer. Eine offene Kommunikation, Vertrauen, Ausdauer und Humor dürften aber auch nicht fehlen, sagte Felsmann-Eger.

Das Netzwerk umfasst mittlerweile 70 Institutionen und ist damit das größte in Niedersachsen ist. Darunter befinden sich alle Akutkrankenhäuser des Landkreises und der Stadt Osnabrück sowie Reha-Kliniken. Darüber hinaus sind Vertreter aus Alten-und Pflegeheimen und aus ambulanten Pflegeeinrichtungen vertreten. Weitere Akteure sind niedergelassene Ärzte und Labore sowie zahlreiche private und öffentliche Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen. Sowohl bei der Gründung als auch bei der Weiterentwicklung in den vergangenen Jahren hatte Gerhard Bojara, Leiter des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück, eine zentrale Rolle gespielt.

Prävention erfordert Netzwerkarbeit

Einen Ausblick nahm Alex W. Friedrich vor (Projektleiter EurHealth-1Health und Professor am Universitätsklinikum Groningen) vor. Der Titel seines Festvortrags lautete „Netzwerkprävention zum Schutz von Infektionen: Ein pragmatischer Systemansatz“. Friedrich führte aus, dass bei der Bekämpfung von Keimen das regionale Kollektivitätsprinzip für die Netzwerkprävention im Vordergrund stehen müsse. „Ein erfolgreicher und nachhaltiger Schutz vor Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern kann durch Einrichtungen im Gesundheitswesen nicht im Alleingang erreicht werden, da sie gemeinsam die Patienten einer Versorgungsregion versorgen.“ Krankenhäuser müssten in die eigene Hygiene investieren und könnten so die Patienten in anderen Krankenhäusern mitschützen.

An der Veranstaltung nahm zudem Matthias Pulz teil. Der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes hob in seinem Grußwort hervor, dass unter der Koordination des Gesundheitsdienstes für Landkreis und Stadt Osnabrück ein regionales MRE- Netzwerk etabliert wurde, das ein koordiniertes Zusammenwirken der einzelnen Institutionen des Gesundheitswesens gewährleistet und ganz wesentlich zur Verbesserung des Infektionsschutzes vor Ort beiträgt. „Die hohe Innovationskraft aller Aktivitäten und die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten belegen eindrucksvoll, dass es sich bei dem MRE- Netzwerk Osnabrück um eine echte Erfolgsgeschichte handelt“, sagt Pulz.

Foto: Rückblick und Ausblick bot eine Veranstaltung im Kreishaus Osnabrück anlässlich des zehnjährigen Bestehens des MRE-Netzwerks. An der Feierstunde nahmen teil (von links) Jutta Esser (Laborarztpraxis Osnabrück), Landrat Michael Lübbersmann, Jörg-Christian Greie (Laborpraxis Osnabrück), die Erste Kreisrätin Bärbel Rosensträter, Alex W. Friedrich (Universität Groningen), Peter Tenhaken und Daniela Felsmann-Eger (Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück) sowie Matthias Pulz (Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes).

PM
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