Am 30. Januar vor vor 85 Jahren wird Adolf Hitler durch Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Am 1. Februar löst dieser den Reichstag auf und schränkt in den folgenden Wochen die politischen und demokratischen Rechte durch Notverordnungen ein, der nationalsozialistische Terror beginnt.

Damals, am 11. März, drangen SA-Männer unter Polizeischutz in das Haus der damaligen Sozialdemokratie am Kollegienwall. In einer Pressemitteilung erinnert der DGB an an den Überfall und die Erstürmung des Gewerkschaftshauses durch die Nazis vor 85 Jahren.

Die Strukturen des Widerstandes von Gewerkschaften, Arbeiterjugend, Wohlfahrt und Partei sollten zerschlagen, vernichtet werden. Mit Mord und Verschleppung von angetroffenen Kollegen in ihren Büros vollzog sich die Zerschlagung sozialer und demokratischer Organisationen. Die faschistische Gewaltherrschaft nahm ihren Lauf.

SS erstürmt das Osnabrücker Gewerkschaftshaus
Nationalsozialisten erstürmen das Osnabrücker Gewerkschaftshaus am 11. März 1933, Foto: DGB

Diskussion statt öffentliches Gedenken

Statt eines weiteren öffentlichen Gedenkens wird unter Gewerkschaften diskutiert, wie es dazu kam, dass der Widerstand nicht stark genug war. “Es fällt nicht leicht, an die Anfänge der Gewaltherrschaft zu erinnern.”, meint die DGB-Regionsgeschaftsführerin Petra Tiesmeyer. Zu viele der erinnernden und mahnenden Sätze zeigen aktuelle Parallelen auf, stellt sie fest. “Fremdenfeindlicher Rassismus, tausende Anschläge und Überfälle aus diesem Hintergrund, Rechtsterrorismus mit Tötungsabsichten. Den Anfängen zu wehren ist inzwischen wohl zu spät.” Keinesfalls resigniert empört sie sich, wie leichtfertig manche gesellschaftliche Struktur das hinnimmt.

Mehr Engagement und Haltung gefordert

Anlässlich ihres gemeinsamen Erinnerns fordern die Osnabrücker Gewerkschaften deutlicheres Engagement und Haltung. “Es geht nicht an, eine Glaubensrichtung zu verunglimpfen und Menschen ihrer Herkunft wegen zu diffamieren. Es ist skandalös, wie Armut sanktioniert und unlautere Bereicherung hofiert wird. Das ist die gesellschaftliche Spaltung, die erst Angst und dann Hass befördert. Das war, ist und bleibt der Nährboden für die rechtsextremen Brandstifter!”, skizziert Tiesmeyer, was Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter nicht hinnehmen sondern bekämpfen – immer schon.