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Von Südtirol nach Osnabrück: Italienischer Holzschnitzer stellt seit über 20 Jahren auf dem Weihnachtsmarkt aus

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Seit dieser Woche sorgt der Historische Weihnachtsmarkt in der Osnabrücker Innenstadt wieder für Weihnachtsstimmung. Besucherinnen und Besucher erwarten dabei insgesamt 104 Buden, die nicht nur mit Leckereien und Glühwein locken, sondern auch mit verschiedenen Handwerksprodukten. Die weiteste Anreise hatte dabei ein Schausteller aus Südtirol.

In ihrem eigentlichen Arbeitsalltag werkeln Albert Rabanser und Kurt Chizzali in Rabansers Holzschnitzerei ALRA im italienischen Lajen. Das idyllisch auf knapp 1.100 Metern gelegene Dorf in Südtirol fasst gerade einmal rund 2.700 Einwohner und liegt von Osnabrück über 900 Kilometer entfernt. Dennoch nimmt Chizzali die rund zehnstündige Fahrt alle Jahre wieder auf sich, um auf dem Historischen Osnabrücker Weihnachtsmarkt die Arbeiten aus der Werkstatt auszustellen – und das seit mittlerweile über 20 Jahren.

Marktlücke auf dem Weihnachtsmarkt

Im Jahr 2000 sei Albert Rabanser das erste Mal in die Friedensstadt gekommen, um Holzschnitzereien auszustellen und anzubieten. „In den Sinn ist uns die Idee gekommen, weil es damals auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt noch keine Holzschnitzer gab“, erzählt Kurt Chizzali, der seit dem zweiten Jahr die weiten Fahrten in die Hasestadt auf sich nimmt. „Wir haben quasi eine Marktlücke entdeckt.“

Doch trotz Marktlücke sei es in den ersten drei Jahren auf dem Weihnachtsmarkt nicht sonderlich gut gelaufen. „Aber man muss immer dran bleiben“, weiß Chizzali. Mittlerweile habe er in der Region viele Stammkunden und mit den Umsätzen ist er auch zufrieden. „Man muss sich halt bemühen und mit den Menschen quatschen“, erklärt Chizzali sein Vorgehen bei der Kundengewinnung.

Der Stand der Holzschnitzerei ALRA vor der Marienkirche. / Foto: Guss
Der Stand der Holzschnitzerei ALRA vor der Marienkirche / Foto: Guss

Rund zwei Monate Vorbereitung stecke hinter der Reise quer durch Deutschland, die Chizzali jährlich mit einem Sprinter absolviert. „Ich mache das gerne, komme mal etwas rum und habe dabei Freude“, erzählt er und fügt augenzwinkernd hinzu: „Mittlerweile habe ich viele treue Kunden auf dem Weihnachtsmarkt, nicht nur aus Osnabrück – da muss ich ja fast kommen.“ Außerdem sei die Kulisse rund um seinen Stand vor der Marienkirche „wunderschön“. Jetzt – auf dem ersten wirklichen Weihnachtsmarkt nach der Corona-Pandemie – würden sich auch seine Kunden noch einmal mehr freuen.

Aus den Bergen in den Norden – und umgekehrt

Apropos Kunden aus der Region: „Schon mehrere Käufer aus der Region haben mich in der Werkstatt in Lajen besucht“, berichtet Chizzali. Dort werkeln Chizzali und Albert Rabanser an den zahlreichen Engeln und Krippen, die auch in Osnabrück angeboten werden. Die meisten Figuren werden dabei mit der Maschine vorgefräst und dann händisch bearbeitet. Die Arbeit erfordere viel Konzentration und Feingefühl, aber auch Übung und Erfahrung. Besonders beliebt seien die handgemachten Krippen wie etwa die originale ALRA-Krippe, die auch in Osnabrück angeboten wird.

Ein Ausflug nach Lajen lohnt sich übrigens nicht nur wegen eines Besuches in der Holzschnitzerei. Nur rund fünfzehn Autominuten entfernt liegt das mit 1.200 Pistenkilometern größte Skikarussell der Welt, der Skipistenverbund Dolomiti Superski. Typische Eisacktaler Kost, Tiroler Küche und italienische Speisen verbindet zudem die Lajen Küche.

Andere Aussteller aus der Region

Dass es einen Südtiroler Aussteller auf dem Weihnachtsmarkt nach Osnabrück ziehe, sieht Projektleiterin Diana Riepenhoff von der Marketing Osnabrück GmbH durchweg positiv: „Herr Rabanser und Herr Chizzali haben aufgrund ihres guten Angebotes und der sehr guten Qualität seiner Produkte eine große Stammkundschaft auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt.“ Ansonsten gebe es auf dem Weihnachtsmarkt keine weiteren Beschicker mit einer so spektakulären Anreise. Denn sie kommen alle aus der Region – dem Osnabrücker Land, Hannover oder Oldenburg.



Maurice Guss
Maurice Guss
Maurice Guss ist seit dem Herbst 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.
 

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