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Vom Zinseszins profitieren

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Den Zinseszins kennen viele Menschen nur noch aus der Schulzeit. Dieser mathematische Effekt kann allerdings dennoch wichtige Erkenntnisse für Sparer und Anleger liefern. Mit dem Zinseszins lässt sich erklären, warum sich Sparen immer noch lohnt und wann der Effekt richtig beginnt zu wirken.

Was ist der Zinseszins?

Grundlegend geht der Zinseszins davon aus, dass erhaltene Zinsen wieder angelegt werden. Erbringt eine Geldanlage im ersten Jahr Zinsen, ist der mögliche verzinsbare Betrag im Folgejahr höher. Der Zinssatz bleibt in der Berechnung gleich.

Jedes Jahr wächst das Vermögen dadurch ein wenig mehr an, als im Vorjahr. Und das, ohne das Einzahlungen nötig sind. Ein wesentlicher Faktor ist jedoch die Verzinsung. Ohne eine entsprechende Verzinsung wird es schwierig, selbst bei langer Anlagedauer vom Zinseszins zu profitieren.

Höhere Zinsen sind besonders wichtig

Bei einem Zinssatz von 1 Prozent wird aus einer Anlagesumme von 10.000 Euro ein Betrag von 12.200 Euro. Ohne die Wiederanlage der Zinsen wären es nur 12.000 Euro gewesen. Bei 1 Prozent Verzinsung ist der Effekt jedoch tatsächlich sehr gering, obwohl er mit 200 Euro immerhin spürbar ist.

Steigt der Zinssatz dagegen auf 5 Prozent, wie es bei Aktienanlagen sogar bei konservativen Annahmen möglich ist, wirkt sich auch der Zinseszins stärker aus. Aus 10.000 Euro werden nach 20 Jahren 26.532 Euro. Ohne Hilfe des Zinseszinses wären hier nach 20 Jahren lediglich 20.000 Euro zusammengekommen. 6.532 Euro sind nur durch den Zinseszins entstanden.

Obwohl sich der Zins verfünffacht hat, hat sich der Mehrgewinn mehr als verdreißigfacht! Man spricht hier von überproportionalem Wachstum. Je mehr Zinsen eine Anlage also gibt. Desto mehr kann der Zinseszins wirken.

In der heutigen bringen klassische Sparanlagen fast keine Zinsen mehr daher schauen sich Anleger auf dem Aktienmarkt um. Durch Unternehmensanleihen, ETF und andere Anlagen lassen sich noch immer respektable Renditen erzielen. Hinzu kommt, dass die Gebühren für Konten und Depots durch Online Broker stark gefallen sind wie dieser Vergleich zeigt.

Frühes Sparen lohnt sich

Mindestens genauso wichtig, wie der Zinssatz, ist auch die Anlagedauer. Zinsen vermehren sich dank des Zinseszinses nämlich exponentiell. Das bedeutet, dass sie in jedem Jahr mehr werden, als zuvor. Besonders die letzten Jahre vor der Kapitalentnahme sind damit entscheidend. Ein früher Start mit der Geldanlage lohnt sich also.

Kommen zur Geburt eines Kindes beispielsweise 10.000 Euro zusammen, macht die Form der Geldanlage einen großen Unterschied. An dem oben stehenden Beispiel zeigt sich, dass bei der falschen Anlageform 6.000 Euro beziehungsweise sogar 16.000 Euro verschenkt werden. Nach 20 Jahren könnte das Kind sich in jedem Fall ein Auto leisten. Bei intelligenter Geldanlage jedoch auch noch den Führerschein, eine Wohnungseinrichtung und mehr.

Eine Erdkugel aus Gold

Die Schwierigkeit ist, dass exponentiellen Wachstum für Menschen schwer zu begreifen ist. Daher gibt es eine Metapher, die dieses mathematische Phänomen anschaulich demonstriert. Dieses Gedankenexperiment nennt sich Josephspfennig.

Es geht davon aus, dass Joseph für Jesus im Jahr 0 einen Cent (oder das damalige Gegenstück) zu einem Zinssatz von 4 % angelegt hätte. Weil die Zahl im Jahr 2012 dreißig (!) Nullen lang wäre, verdeutlicht die Umrechnung in Gold dieses Gedankenexempel. Für das erste Kilo Gold hätte der Cent 385 Jahre verzinst werden müssen. Im Jahr 561hätte Jesus bereits eine Tonne Gold angespart. 1871 würde sein Eigentum einer Erdkugel aus purem Gold entsprechen. 2012 wären es bereits 255 Erdkugeln.

Selbst mit dieser bildlichen Darstellung stößt die Vorstellungskraft bei diesen Zahlen schnell an ihre Grenzen. Deshalb ist der Zinseszinseffekt nur schwer zu begreifen. Eine genaue Berechnung finden Sie hier.

Indexfonds als Chance

Das vorstehende Beispiel würde übrigens mit höheren Zinsen noch unvorstellbarere Ergebnisse erzielen. In der jetzigen Zeit gibt es allerdings nur wenige Möglichkeiten das Geld entsprechend gewinnträchtig anzulegen.

Eine Möglichkeit sind sogenannte ETFs. Sie bilden einen Aktienindex nach und streuen das Risiko auf viele verschiedene Einzelaktien. Die Gebühren sind zudem häufig sehr gering. Jährliche Renditen von 5 % und mehr sind damit auch auf lange Sicht möglich. Bei einer Haltedauer von 15 Jahren gibt es zudem in der gesamten Geschichte keinen Zeitraum, in dem der Index einen Verlust verzeichnen musste.

Auf diesem Weg kann sich der Zinseszins aktuell zuverlässiger nutzen lassen, als mit Tages- und Festgeldern, die deutlich geringe Zinsen versprechen.

 

 


Redaktion Hasepost
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