Osnabrück Vielfältige und unterschiedliche Belastungen - "Netzwerk Nachhaltige Mobilität" zur...

Vielfältige und unterschiedliche Belastungen – „Netzwerk Nachhaltige Mobilität“ zur Verkehrsentwicklung in der Region Osnabrück

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Das im Januar 2020 gegründete „Netzwerk Nachhaltige Mobilität“ äußert sich am Dienstag, dem 28. Juli 2020, in einem „offenen Brief“ zur aktuellen Verkehrsentwicklung in der Region Osnabrück.

In der Vergangenheit hätten sich Planung und Entwicklung der Verkehrsströme vorwiegend auf das eigene Gemeindegebiet bezogen: „Das mangelhafte Angebot im Umweltverbund, vor allem im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), führt zu einem unverhältnismäßig hohen Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV), der besonders im Oberzentrum Osnabrück zu Belastungen führt. Circa 60.000 Berufsein- und etwa 25.000 – auspendler nutzen täglich den knappen städtischen Verkehrsraum – mangels angemessener Alternativen überwiegend mit dem Auto. Hinzu kommen der Einkaufs- und Freizeitverkehr mit dem PKW.“

Berücksichtigung der gesamten Verkehrssituation

„Wenn jetzt die Stadt Osnabrück – aufgeschreckt durch einen weiteren tödlichen Radverkehrsunfall – mehr für die Radverkehrssicherheit tun will, so ist das sinnvoll und geboten, aber auch längst überfällig“, heißt es weiter. Einzelmaßnahmen ohne Berücksichtigung der gesamten Verkehrssituation würden allerdings nicht zum Ziel führen. Die gesamte Verkehrssituation mit ihren vielfältigen und unterschiedlichen Belastungen ließe sich nachhaltig nur lösen, wenn:

a) anerkannt würde, dass der vorhandene Verkehrsraum, vor allem in den Zentren der Städte und Gemeinden, nicht erweiterbar sei,
b) städtebauliche, klima- und gesundheitspolitische Fehlentwicklungen nicht länger ignoriert und stillschweigend akzeptiert werden würden,
c) der vorhandene Verkehrsraum neu zugunsten des Umweltverbundes aufgeteilt werden würde,
d) der Modal Split, der Verkehrsmix, sich erheblich ändere: Weg vom flächenintensiven und umweltbelastenden MIV.

Klimaschutzziele der Region

Der Anteil des MIV sei in Osnabrück mit 45 und im Umland mit 65 Prozent viel zu hoch. „Bis 2050 müsste dieser Anteil auf etwa 10 Prozent reduziert werden, um die Klimaschutzziele der Region, auf die sich alle Kommunen gemeinsam festgelegt haben, zu erreichen. Die Zukunft wird geprägt sein durch ein multimodales Verkehrsangebot, in dem Zufußgehen, Radfahren, der ÖPNV und in Einzelfällen das Auto miteinander vernetzt sind“, so das Netzwerk Nachhaltige Mobilität.

Angebote und politische Weichenstellungen

Für diese Wende seien Angebote und politische Weichenstellungen erforderlich, die mit regionaler Abstimmung und unter Betrachtung des gesamten Verkehrsraumes in Angriff genommen werden müssten.

Alternativen für Autofahrer

„Wenn zum Beispiel die Stadt Osnabrück jetzt mehr Platz für den Radverkehr schaffen will, ist das ausdrücklich zu begrüßen, allerdings nur zulasten des MIV realisierbar. Die Ehrlichkeit gebietet es, dies auch öffentlich deutlich zu sagen und nicht aus Angst vor der Autofahrer-Lobby so zu tun, als könne viel Platz für Radler und genauso viel wie bisher für den Autoverkehr angeboten werden“, heißt es weiter. Die Verkehrsdichte im Stadtraum könnte mit der Schaffung von bisher fehlenden Alternativen für die Autofahrer verringert werden – „Busspuren sind zu kombinieren mit der Vertaktung der Regionalbusse auch in Schwachlastzeiten.“

Zukunftsfähiger und klimafreundlicher Verkehrsbund

„Sobald Corona es wieder erlaubt, will unser Netzwerk zu einer Aussprache einladen, bei der wir uns mit Vertretern der Gebietskörperschaften der Region über einen zukunftsfähigen und klimafreundlichen Verkehrsverbund austauschen möchten. Gern erläutern wir schon vorher unsere Ideen und Vorschläge zur regionalen Verkehrsentwicklung, um die regionale Verkehrswende voranzubringen“, so das Netzwerk Nachhaltige Mobilität abschließend.

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